Warum du keine Angst vor PR haben musst

Für viele ist PR absolutes Neuland. Ein Buch mit sieben Siegeln. Und manches macht auch Angst. Was mache ich bei Negativ-Berichterstattung? Bin ich überhaupt interessant genug? Und was, wenn ich gar nicht im Rampenlicht stehen will?  Hier meine Antworten auf die häufigsten Unsicherheiten oder Fragen – und Tipps für mehr Mut.

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"ICH HABE DOCH GAR NICHTS INTERESSANTES ZU ERZÄHLEN!"

Frage: Hast du dein gesamtes Leben in den eigenen vier Wänden verbracht? Nie das Haus verlassen? Nix erlebt?

In dem Fall wird es vermutlich tatsächlich schwierig mit der PR.

Wenn du aber mal zurückschaust auf das, was du so durchlebt hast auf dem Weg dorthin, wo du jetzt bist, dann wirst du bestimmt feststellen: Es gibt die ein oder andere Geschichte, die du bei einer Dinner-Einladung erzählen würdest.

Total doofe Momente, die im Rückblick auch ein klein bisschen lustig wirken.

Verrückte Zufälle.

Stunden des Hoffens und Bangens. 

Überwältigende Gefühle. 

Angst.

Ja, all das können Geschichten sein, die auch für Journalisten interessant sind! 

Den größten Aha-Moment haben bisherige Teilnehmer meiner Kurse, wenn sie genau darauf stoßen: dass das, was sie für klein und uninteressant gehalten haben, erzählenswert ist. Denn schlag doch mal ein Magazin oder eine Zeitung auf: Geht es da etwa immer um Bomben-Stories, um Skandale oder Mega-Erfolgs-Geschichten?

Um es noch besser für dich zu illustrieren: Schau dir mal die Themen an, für die Journalisten in meiner Facebook-Gruppe nach Interviewpartnern suchen. In den letzten Wochen waren das unter anderem:

  • Suche nach Männern in Führungsposition, die eine längere Elternzeit genommen haben
     
  • Suche nach Selbstständigen, die auch abends und am Wochenende keinen echten Feierabend machen (Was macht das mit der Familie?)
     
  • Suche nach Paaren, die auf unterschiedlichen Kontinenten leben (Wie hält man das aus?)

Du siehst: Das sind keine wahnsinnig ungewöhnlichen Geschichten. Da geht es lediglich um Menschen, die etwas anders machen, als der Mainstream. Um Erlebnisse, Emotionen, das echte Auf und Ab des Lebens – und nicht um Hochglanz-Darstellungen.

Und jetzt denk doch mal nach: Bestimmt fällt dir auch in DEINEM Leben etwas ein, das auf diese Beschreibung passt. 

 

"ICH GLAUBE, ICH BIN DEM GANZEN NICHT GEWACHSEN"

Weißt du was? Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich nicht gewusst, was ein Facebook Pixel ist und was der macht. Ich wusste nicht, was SEO bedeutet, wieso Landingpages so wichtig sind und was eine Conversion ist.

Aber habe ich den Kopf in den Sand gesteckt?

Nö.

Schon in der Uni habe ich einfach immer nachgefragt, wenn ich einen Begriff nicht kannte. Das fanden die anderen dann „mutig“. 

Ich aber fand es einfach nur logisch. 

Ich stehe doch nicht blöd da, nur, weil ich nach einer Erklärung verlange! Wenn die anderen schlauer sind, schön für sie – aber da kann ich ja auch noch hinkommen!

Also: Hör auf, dich zu vergleichen, hol dir Hilfe und geh das „Ding“ PR in Baby-Schritten an. Back kleine Brötchen. Wurschtel dich durch. 

Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du manchmal steckenbleibst! Dafür gibt es ja so tolle Sachen wie Facebook-Gruppen (zum Beispiel diese hier zum Thema "Pressearbeit selbermachen"). Oder mein gratis 10-Tages-Training, mit dem du gleich heute loslegen kannst:

 
 

"ICH WILL ABER NICHT INS RAMPENLICHT"

Ganz ehrlich: gesichtslose PR ist Murks.

Das kann sich vielleicht Volkswagen leisten. Aber nicht du. Du BIST dein Business, also muss es auch, wenigstens ein ganz klein bisschen, um dich gehen. 

Aber natürlich entscheidest du selbst, wie viel du von dir preisgibst. 

Weder musst du über deine Scheidung sprechen, noch über deine Krebs-Erkrankung. Du wählst aus, was du anbietest. Wird dir ein Interview zu persönlich, so sagst du dem Journalisten freundlich, dass du darüber lieber nicht reden möchtest – oder dass das eben Gesagte „unter uns bleibt“. 

Kein Ding!

Nur, weil du deine Nase unter ein Mikrofon hältst (oder am Telefon mit einem Journalisten plauderst), heißt das noch lange nicht, dass du alle Geheimnisse preisgeben musst. Mit der Zusage zu einem Interview gehst du keinerlei Verpflichtungen ein (außer die, dich an Abmachungen zu halten, etwa, dass du pünktlich Bildmaterial zuschickst oder zum verabredeten Zeitpunkt auch wirklich ans Telefon gehst).

Und es gibt ja auch immer die sichere Variante: dass du dich mit deinem Fach-Wissen hinauswagst, statt mit deinen persönlichen Geschichten.

So kannst du als Experte zu einem Nischen-Thema befragt werden, Entwicklungen einordnen und kommentieren. 

Das tut dann wirklich nicht weh und ist kein bisschen privat. 

 

"ICH MAG MICH NICHT SELBST VERKAUFEN"

Siehst du, und das ist der Unterschied zwischen Werbung und PR: Bei PR verkaufst du nicht, du bietest nur etwas an.

Stell dir vor, du würdest in einem größeren Büro arbeiten und einen Kollegen auf dem Flur treffen. Du findest, ihr solltet mal wieder im Team bowlen gehen, das tut der Atmosphäre doch immer so gut. 

Nun wirst du kaum hingehen und dem Kollegen lang und breit von den Vorzügen des Team-Bowlings vorschwärmen. 

Das wäre Werbung.

Du würdest einfach sagen: „Hey, wir sollten echt mal wieder bowlen gehen, das hebt so toll die Stimmung. Wie wäre es mit Freitagabend, Interesse?“

Das ist ein Angebot.

Genauso kannst du es mit Journalisten machen: Du musst dich gar nicht in den höchsten Tönen selber loben und anpreisen. Klar, du solltest dich zeigen. Aber nicht verbiegen!

Wenn du dem Journalisten vorschlägst, über etwas zu reden, das dir passiert ist (und das dir die Möglichkeit gibt, über dein Business zu reden), dann reicht das erst mal völlig aus.

Mehr musst du nicht tun!

Im Bestfall wirst du dann etwas richtig Schönes zurückbekommen: ernsthaftes Interesse des Journalisten, der gern mehr über dich erfahren möchte. Spätestens dann wirst du dich gar nicht mehr verkaufen, sondern nur noch unterhalten müssen.

 

"WOHER SOLL ICH DENN WISSEN, WAS DER ÜBER MICH SCHREIBT? OH GOTT, WENN DAS NUN NEGATIV IST?!"

Natürlich weißt du nicht, was der Journalist über dich schreiben wird – es gilt Pressefreiheit.

Aber du musst ja auch keinen investigativen Journalisten kontaktieren oder beim SPIEGEL vorstellig werden. Bei den meisten Frauen-Magazinen zum Beispiel wird man sich darauf konzentrieren, was du erlebt und was es mit dir gemacht hat.

Da geht es dann gar nicht darum, Negatives hervorzukehren. Sondern darum, deine Geschichte nachzuerzählen und Lehren daraus zu ziehen.

Schau dir doch noch mal die Themen an, nach denen Journalisten in der Vergangenheit in meiner Facebook-Gruppe gesucht haben (siehe oben): Hättest du da Angst, dass das in negativer Berichterstattung enden könnte?

Siehst du.

Also konzentriere dich doch einfach auf Themen dieser Art. Dann hast du nicht viel zu befürchten.

Und übrigens: Selbst, wenn Journalisten mal etwas schreiben sollten, das dir nicht so ganz passt, oder wenn du dich falsch dargestellt fühlst – du bist wahrscheinlich deutlich sensibler als alle anderen, die das lesen. 

Sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, das ist dann das Gebot der Stunde. Kaum jemand anderes wird sich an der Kleinigkeit stören, die dir möglicherweise den Schlaf raubt.

Und in unserer kurzlebigen News-Welt ist es sowieso schnell wieder vergessen.

(P.S. Grobe, richtig große Fehler von Journalisten musst du trotzdem nicht hinnehmen. Kontaktiere sie freundlich, weise darauf hin und bitte – sofern es eine Online-Publikation ist – sachlich um Korrektur)