Machst du diesen einen Fehler in deinen Texten?

Blogposts. Newsletter. Pressetexte. E-Mails an Journalisten. – Wer Aufmerksamkeit für sein Business sucht, muss immer wieder schreiben. Leider sind viel zu viele dieser Texte dröge statt spannend, schwer verständlich statt erhellend. Das liegt vor allem an einem großen Fehler, den viele machen.

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Neulich fragte mich eine Unternehmerin aufgeregt, wie ich ihre neue Broschüre finde. Sie hatte sie von einem Profi texten lassen und war jetzt gespannt auf meine Meinung. 

Ganz ehrlich?

Nach den ersten Sätzen habe ich nur noch aus Höflichkeit weitergelesen. Da stand zum Beispiel so etwas: „Ich betrachte Menschen als Ganzes, damit sie zu einer persönlichen und selbstverantwortlichen Gesundheitskompetenz zurückfinden.“ 

Zum Einschlafen.

Denkst du jetzt: „Was hat Marike denn?“ 

Und denkst du dann vielleicht auch noch: „Genauso schreibe ich doch auch!“?

Stimmt: Viele Menschen schreiben so.

Wir sind Sätze wie den oben genannten mittlerweile gewohnt und imitieren sie, wenn wir uns selbst an den Schreibtisch setzen. Viele sind sogar stolz auf solche Formulierungen. „Selbstverantwortliche Gesundheitskompetenz“, hach, was klingt das bedeutungsvoll!

Aber jetzt mal eine Frage: Was würdest du wohl tun, wenn dir ein neuer Bekannter auf einer Party erzählen würde, seine Aufgabe sei es, Menschen zu „selbstverantwortlicher Gesundheitskompetenz“ zurückzuführen?

Darf ich eine Wette abschließen?

Du würdest Reißaus nehmen.

Weil du den Typen für einen Wichtigtuer halten würdest, der großspurige Wörter von sich gibt. Für einen Langweiler. Weil dein Gehirn erst mal nachdenken muss, was der da überhaupt gesagt hat – nur leider hat das Gehirn keine Zeit dazu, denn dein Gegenüber redet ja schon weiter und erzählt irgendwas von „ganzheitlicher Sicht auf den Körper“.

Genau so geht es den Lesern von Texten: Wenn sie mehr als den Bruchteil einer Sekunde brauchen, um das Gesagte zu verstehen und zu verdauen, sind sie weg.

So einfach ist das.

Und das gilt besonders, wenn am Bildschirm gelesen wird! Viele scannen ja mehr, als dass sie wirklich lesen – und Sätze wie den obigen kann man nicht scannen, man muss sie durchdringen und verarbeiten.

Du kannst dir also noch so viel Mühe gegeben, deine Worte noch so wohlklingend formuliert haben – du machst es leider genau falsch.

Dein größter Fehler ist nämlich dieser: Du gibst dir ZU VIEL Mühe.

Du denkst einfach ZU VIEL über Formulierungen nach, oder über den einen Fachbegriff, der alles so toll auf den Punkt bringt („Ganzheitlich“ zum Beispiel). Und deshalb schreibst du auf eine Art und Weise, die abtörnt.

Du klingst schriftsprachlich. Professoral. Nach Marketing-Broschüre, Amtsblatt oder stinklangweiliger Politiker-Rede.

Aber nie so, wie du wirklich bist.



Aber wie geht das eigentlich – „Schreiben, wie du bist“?

Die erste wichtige Regel ist ganz einfach: Hör mal drauf, wie du sprichst, wenn du nicht groß über deine Worte nachdenkst. Würdest du jemals im echten Leben die Worte aussprechen „Ich betrachte Menschen als Ganzes, damit sie zu einer persönlichen und selbstverantwortlichen Gesundheitskompetenz zurückfinden“?

Nee, oder?

Hier ein kleiner Trick: Um solche Sätze zu vermeiden, überleg doch mal, wie du einer Bekannten oder einer älteren Nachbarin erklären würdest, was du eigentlich machst. Und zwar auf der Straße, nachdem ihr euch zufällig getroffen habt – ohne, dass du groß Zeit zum Nachdenken hättest.

Vielleicht wäre es ja so etwas: „Ich schaue mir meine Patienten genau an: was ihre Gewohnheiten sind, welche Probleme sie haben, wie sie sich ernähren und bewegen. So kann ich Ihnen helfen, gesünder zu leben.“

Na, ist das nicht inhaltlich absolut das Gleiche?

Nur eben: verständlicher ausgedrückt?

Diese Technik solltest auch du anwenden, wenn du Journalisten kontaktierst. Statt von der „Unaufgeregheit des Designs und Nutzerfreundlichkeit in der Anwendung“ zu sprechen, könntest du sagen, dass dein Produkt schlicht aussieht und einfach zu bedienen ist. Und wenn dein Thema die „zunehmende Technisierung im medizinischen Umfeld“ ist, dann lässt sich doch auch formulieren, dass Ärzte immer mehr technische Geräte bei ihrer Arbeit einsetzen. 

Klingt dir das zu profan?

Zu wenig professionell?

Bitte, du kannst mein „Je einfacher, desto besser“-Mantra gern doof finden. Du kannst natürlich meckern „Aber so RICHTIG trifft es das doch nun auch nicht...!“

Du könntest sogar recht haben.

Aber ich habe ein echt starkes Argument auf meiner Seite: Wenn du gelesen werden möchtest, musst du verständlich schreiben. Punkt.

Zutreffende Begriffe zu finden, die einen Prozess zu 100 Prozent in nur einem Wort korrekt abbilden („Digitalisierung“, „Ganzheitlichkeit“ & Co), das sollten wir Professoren und anderen Denkern überlassen. Du kannst diese Begriffe auch gern weiter in deinem professionellen Umfeld benutzen. Nur bitte, bitte lass sie raus, wenn du mit „echten Menschen“ zu tun hast.

Also mit Besuchern deiner Webseite.

Mit Empfängern deiner Newsletter (selbst diejenigen, die sich auskennen, finden es bestimmt ganz erfrischend, nicht immer die gleichen Fachwörter um die Ohren gehauen zu bekommen).

Mit Lesern deines Blogs, einer Anzeige oder einer Broschüre.

Und natürlich: mit Journalisten.

Denn nicht vergessen: Auch die sind nur Menschen! Auch sie haben bei komplizierten Formulierungen einfach keine Lust mehr. Die steigen bei sowas aus. Schließlich haben sie noch Trillionen andere Sachen zu tun. 

Hier ein paar Tipps, die dir helfen werden, verständlicher zu schreiben – also so, dass es nach weniger Mühe-Geben klingt:

  • Schmeiß Wörter raus, die du beim Sprechen nicht benutzen würdest – also sowas wie „diesbezüglich“, „überaus“ oder „derzeit“ und ersetze sie durch alltagsnahe Wörter („zu diesem Thema“, „sehr“ und „im Moment“). Ja, solche Feinheiten machen einen großen Unterschied! Du klingst sofort viel weniger gestelzt. 
     
  • Überprüfe deine Substantive (besonders Wörter, die auf „–ung“ enden): Sind sie wirklich notwendig? Oder kann man ihren Inhalt anders erklären, auch wenn ein paar mehr Wörter notwendig sind? Aus der „allgegenwärtigen Überhöhung der Romantik in Film und Fernsehen“ kann beispielsweise werden, „dass viele Menschen von ihrer Beziehung zu viel erwarten, weil sie von Filmen und Fernsehserien beeinflusst sind“. Aus „die Aktualität des Angebots entscheidet über den Erfolg“ wird „Je aktueller das Angebot, desto größer der Erfolg.“
     
  • Verabschiede dich von drögen Formulierungen, die ich „Beamtensprech“ nenne: etwa „zeitnah“ oder „lösungsorientiert“. Ersetze sie zum Beispiel durch „so bald wie möglich“ und „nach einer Lösung suchen“. 
     
  • Pass auch auf bei Floskeln, die einem beim Schreiben schnell mal unterkommen – einfach, weil wir sie so oft lesen (es machen ja auch andere diesen Fehler): „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“ etwa, oder „Der Ruheraum lädt zum Verweilen ein“. Denn mal ehrlich: Sagst du sowas im Gespräch mit Freunden? (Ich nicht). 

Und noch ein ganz wichtiger Tipp: Wenn es nicht nach Mühe-geben klingen soll, dann streu doch hier und da auch mal Wörter ein, die du noch nie beim Schreiben deiner Texte verwendest hast – sondern nur beim Quatschen mit Freunden.

Ich habe das in diesem Blogpost auch gemacht: So etwas wie „doof“, „abtörnen“ oder „um die Ohren gehauen bekommen“ liest du bestimmt nicht überall, oder?

Das ist Alltagssprache. Das bist du. Das macht deine Texte erfrischend – wenn du es nicht übertreibst.

Und glaub mir: Mit frischen Texten erreichst du ALLE besser – deine Kunden, fremde Menschen und natürlich Journalisten.   

 

 
 
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Nie wieder öde Texte!

Egal ob E-Mail, Blogpost oder Pressemitteilung: Wenn du deine Leser überzeugen willst, hilft dir diese Liste weiter:

"133 Wörter, die du aus deinen Texten schmeißen solltest".

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