Warum du noch nicht bereit bist für große Presse-Erfolge (und was du stattdessen tun solltest)

 

Vielleicht denkst du manchmal: In die Presse kommen? Das ist mir noch eine Nummer zu groß. Das pack ich noch nicht. Dann kannst du natürlich jetzt sagen: Ich lass es am besten von vornherein sein.
Du kannst aber auch überlegen, ob es irgendeine Sache geben könnte, die dich etwas näher an den Punkt bringt, an dem du denkst: Hmmm, SO groß ist diese Nummer gar nicht mehr! Diese Tipps helfen dir dabei.

Noch nicht bereit Pinterest.png

Zu Beginn eine kleine Gedankenübung: Stell dir einfach vor, du hättest richtig dolle Höhenangst.

Und nun stell dir vor, du wirst von deinem oder deiner Liebsten nach Paris eingeladen – und weil’s so romantisch und beeindruckend ist, sollst du auch rauf auf den Eiffelturm.

Würdest du das jetzt sofort ablehnen (und damit ein tolles Erlebnis verpassen)?

Oder würdest du dir nicht überlegen: Hm, was kann ich tun, um ein bisschen weniger Angst zu haben?

Ich bin kein Angst-Experte, aber mir käme da die Idee, dich erst mal an einen Balkon im ersten Stock zu gewöhnen. Wenn das ok ist, gehst du ein Stockwerk höher. Wenn du da keine Angst mehr hast, noch höher. Und vielleicht erscheint der Gedanke dann gar nicht mehr so schlimm, dir Paris von oben aus anzusehen.

Was ich damit sagen will: Wenn du vor einer großen Sache Muffensausen hast, dann frag dich, ob es an dieser großen Sache einen kleinen Teilbereich gibt, der ok sein könnte. Den du austesten kannst.

Auf Pressearbeit bezogen heißt das: Wenn du dich nach und nach fit dafür machen möchtest, mal in einem großen Magazin zu stehen oder sogar im Fernsehen aufzutreten, dann such dir erst mal deutlich kleinere Schritte. Zum Beispiel diese:

 

1)  Übe in Blogposts und Newslettern, deine Geschichte zu erzählen

Fang erst mal mit dem (selbst) geschriebenen Wort an. Dafür musst du nicht rausgehen, mit niemandem sprechen – du musst einfach nur aufschreiben, was du weißt. (Ich nenne das „Nutzwert liefern“, und warum das so wichtig ist, habe ich hier aufgeschrieben)

So übst du

  • dich pro Blogpost und Newsletter auf ein Thema zu konzentrieren (genau das solltest du auch dann tun, wenn du auf Journalisten zugehst)
  • Verständliche Worte zu finden, um dein Wissen zu erklären
  • Deine Gedanken zu strukturieren (etwa, wenn du wie ich für diesen Blogpost eine Überschrift und 5 Unter-Überschriften findest – eine sehr empfehlenswerte Vorgehensweise, wenn es dir oft schwer fällt, Struktur in all dein Wissen und deine Gedanken zu kriegen)
  • Deine Gedanken mit anderen zu teilen

Für Blogposts und Newsletter gelten zwei Grundregeln, die auch für Pressearbeit gelten: Sei nutzwertig – und erzähle Geschichten.

Bei mir ist es meist so, dass meine Blogposts sehr viel Wissen weitergeben, und ich das im begleitenden Newsletter mit einem Schuss Persönlichkeit garniere: Ich erzähle etwas, das ich erlebt habe, von dem ich überzeugt bin, das mich aufregt, das mich nachdenklich gemacht hat.

All das mögen auch Journalisten.

Wenn du also immer wieder übst, Nutzwert mit Persönlichem zu vereinen, so ist das eine großartige Vorbereitung.

 

2)  Schreib Gastbeiträge

Gastbeiträge sind eine prima Möglichkeit, um auszuprobieren, wie das ist, wenn dein Name irgendwo steht (und zwar nicht in deinem Blog, nicht in deinem Newsletter). Wenn ein völlig fremdes Publikum deine Sätze liest.

Fang am besten mit kleineren Blogs an, die noch nicht so bekannt sind. Erstens freuen die sich, wenn jemand auf sie aufmerksam wird und zweitens machst du dir dann weniger Gedanken: „Oh Gott, ist das wirklich gut, was ich da verzapft habe??“ Je mehr du über dein Thema schreibst, desto eher lernst du, zum Punkt zu kommen, schöne Beispiele und die richtigen Worte zu finden. So wirst du nach und nach immer besser – und könntest dich irgendwann auch mal an ein größeres Online-Magazin wenden.

Dabei musst du übrigens nicht jedes Mal das Rad neu erfinden! Dein Thema lässt sich wahrscheinlich in vielen Variationen erzählen.

Solltest du beispielsweise Lern-Experte sein, so könntest du 7 Fehler aufzählen, die Eltern bei den Hausaufgaben ihrer Kinder machen. Du könntest Tipps geben, wie man sein Kind für die Hausaufgaben motiviert. Und du könntest Gründe nennen, warum das selbstständige Hausaufgabenmachen Kindern guttut.

Das ist alles sehr nah beieinander, die Themen sind sehr verwandt. Vermutlich wirst du dich also in den Texten wiederholen.

Das macht aber nichts, denn dein Fokus ist jedes Mal ein bisschen anders.

So hat jeder, der einen Text von dir veröffentlicht, das Gefühl: Das wurde nur für diesen Blog geschrieben, exklusiv!

Und wer dich googelt, bekommt schnell das Gefühl: Wow, die ist ja wirklich überall mit dem Hausaufgaben-Thema!

Das ist nicht nur prima, um potentielle Kunden auf dich aufmerksam zu machen, sondern auch, damit Journalisten (später, wenn du bereit bist) das Gefühl bekommen: Das ist ein echter Experte!

 

3)  Lass dich von Podcastern für Interviews einladen

Möglicherweise sind Podcast-Interviews für dich die leichtere Nummer, als Gastbeiträge – dann fang unbedingt damit an! Denn für manche ist es kein Problem, einfach über das zu erzählen, was sie wissen, anstatt schriftlich die richtigen Worte finden zu müssen.

Ein Podcast-Interview läuft meist so ab: Der Interviewer nimmt mit dir via Skype, Zoom oder einem anderen Dienst Verbindung auf. Er spricht in sein Mikrofon, du in deines (im Idealfall hast du ein separates USB-Mikro, das gibt deutlich bessere Tonqualität). Beide Mikrofone werden im selben Dokument aufgezeichnet – so klingt es nachher, als hättet ihr im selben Raum gesessen.

Da du nur 30-45 Minuten Zeit dafür einplanen musst, ist der Aufwand deutlich geringer, als bei einem Gastbeitrag – noch ein Grund also, es mit Podcasts zu versuchen! 

Auch hier ist für den Anfang mein Tipp: Fang am besten mit kleineren Podcasts an. Falls dir da ein Interview mal nicht so gut gelingt, haben es wenigstens nicht so viele gehört ;-)

Und dann überleg doch mal, ob du Facebook-Live-Shows kennst, die sich für deine Themen interessieren könnten. Klar, die Hürde ist hier höher – schließlich wirst du nicht nur gehört, sondern auch gesehen. Heb dir das also vielleicht für den Schluss auf, wenn du im Erzählen deiner Geschichte und deiner wichtigsten Inhalte schon routinierter geworden bist.

Eine ausführliche Liste mit interessanten Blogs, Podcasts und Facebook-Live-Shows findest du übrigens hier (sie ist kostenlos!):
 

marike.frick.-59.jpg

122 BLOGS, PODCASTS UND SHOWS...

...die deine Botschaft verbreiten und dir Reichweite verschaffen.


4)  Sag deine Meinung auf Facebook

Viele trauen sich nicht, mit klaren Worten auf Journalisten zuzugehen. Was, wenn das zu krawallig rüberkommt? Was, wenn der Redakteur das alles ganz anders sieht?

Da kann ich nur sagen: Nichts langweilt diesen Redakteur mehr, als Beliebigkeit und Unentschiedenheit!

Wenn dagegen mal jemand schon in der ersten Kontaktaufnahme eine glasklare Haltung hat: super!

Deshalb finde ich: Du solltest das mit der Meinung einfach ausprobieren. Zunächst in einem kleineren Rahmen – zum Beispiel auf Facebook.

Hau doch in einem Post mal so richtig auf den Tisch! Reg dich über etwas auf! Sag deine Meinung, mit Schmackes!

Meine Vermutung: Du wirst plötzlich Kommentare bekommen, selbst wenn vorher noch Funkstille herrschte.

Auf Facebook funktionieren Emotionen sehr gut. Und wenn jemand endlich mal das sagt, was wir schon so lange denken, sich endlich mal traut – dann reagieren wir viel eher, als wenn im Plauderton etwas dahin erzählt wird.

Dafür ist allerdings wichtig, dass du deine Emotionen auch zeigst!

„Ich finde das nicht so gut“ wird viel weniger ziehen als „Was für ein Mist ist das denn, bittesehr?!“

Emotionale, kräftige Sprache ist das, was hängen bleibt. So, als würdest du tatsächlich etwas laut ausrufen!

Üb es regelmäßig.

Und wende es dann bei Journalisten an.

 

Das alles kannst du tun, BEVOR du dich an deine Pressearbeit machst. Es wird dich vorbereiten, dich zu einem gelasseneren Interviewpartner machen. Und du hast viele nette Nebeneffekte:

  • Deine Newsletter-Liste wächst, du bekommst mehr Fans auf Facebook (denn mit jedem Gastbeitrag und jedem Podcast hast du natürlich die Chance, deine Freebies oder die Webseite zu nennen und darauf zu verlinken)
  • Dein Google-Ranking verbessert sich
  • Weil du überall auftauchst, werden Menschen anfangen, dich zu empfehlen – und dich von sich aus in ihre Blogs, Podcasts und Shows einladen
  • Potentielle Kunden haben das Gefühl „genau die Richtige/den Richtigen“ gefunden zu haben, wenn sie sehen, wie viel du schon zu diesem Thema veröffentlicht hast

Glaub mir: Auch das, was dir jetzt noch schwer fällt – deine ganz persönliche „Höhenangst“ – wird leichter, je öfter du dich daran heranwagst.

Das Schreiben wird dir leichter fallen, weil du immer strukturierter vorgehst (ich brauche für einen 1500-Wörter-Text wie diesen noch etwa drei Stunden, mehr nicht).

Interviews werden kein Herzrasen mehr bei dir auslösen.

Und sogar vor Fernsehkameras zu treten, ist kein sooo großer Deal mehr, wenn du schon X mal live auf Facebook warst oder unzählige Videos auf Youtube hochgeladen hast.

Such dir dazu eine Community, wenn du kannst. Leute, die mit dir Themen brainstormen und Feedback auf Überschriften geben. Die dich erinnern, dass du doch noch diesen Podcaster anschreiben wolltest…

Die dafür sorgen, dass du ins TUN kommst.

Ich wünsch dir viel Glück!

Hast du eigentlich schon meine Liste mit den 122 besten Blogs, Podcasts und Live-Shows, die auf Gastbeiträge oder Interviewgäste warten? Hier kannst du sie dir kostenlos holen:

 
Marike-Frick-Was-Journalisten-Wollen.png

Die Autorin:

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Pinot Noir.