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Pressearbeit: Deine Grundausstattung für 2018

 

Du willst 2018 mit deiner Pressearbeit loslegen, hast aber noch viele Fragezeichen? Du möchtest wissen, was zu einer ordentlichen „Grundausstattung“ gehört, um PR machen zu können? Hier sage ich dir, welche fünf Basics du unbedingt brauchst (und worauf du getrost verzichten kannst). 

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1. Du brauchst eine kleine, feine Adress-Liste

Eine klare Ansage mal gleich zu Beginn: Nein, du musst nicht in einen teuren Verteiler investieren. Denn ich finde nicht, dass du hunderte Journalisten mit ein- und derselben Pressemitteilung bombardieren solltest.

Wenn du Pressearbeit machen willst, die sich abhebt, würde ich dir raten, einzelne Journalisten zu kontaktieren und ihnen ziemlich leger (und nach echtem Menschen klingend, als würdest du einen Bekannten anschreiben) ein Thema anzubieten.

Was kann ein Thema sein?

Zum Beispiel das hier:

  • Ich hab’ da was erlebt!
  • Ich hätte da was Interessantes zu erzählen!
  • Ich weiß was über ein ganz bestimmtes Nischenthema!
  • Ich habe eine fundierte (kontroverse) Meinung zu einem Thema!

Warum?

Weil du dich so ins Gespräch bringst, überhaupt erst mal interessant wirst – und dann AUCH über dein Business sprechen kannst. (Hier erkläre ich dir etwas mehr im Detail, wie du passende Themen findest, wenn du PR für ein Produkt machst, und hier steht, wie das geht, wenn du PR als Coach oder Berater machst.)

Denn Journalisten müssen ihre Seiten oder ihre Sendezeit andauernd mit spannendenden Menschen füllen – die eine Story erzählen können oder sich mit etwas richtig gut auskennen. Mit einem Themenvorschlag stehen deine Chancen deshalb viel besser, als wenn du einfach nur von deinem „revolutionären“ und „noch nie dagewesenen“ Produkt schwärmst.

Da gähnt der Redakteur nämlich nur.

Du solltest dir deshalb nach und nach eine Liste mit Journalisten-Kontakten zulegen. Wie das geht, habe ich hier aufgeschrieben.

Ziel ist es, lieber weniger als mehr Adressen zu sammeln – dafür aber von genau den Journalisten, die genau die Ressorts betreuen, für die dein THEMA (nicht dein Produkt) interessant ist.


2. Du brauchst einen PR-Kalender

Dein Thema wird interessanter, wenn du es zum genau richtigen Zeitpunkt präsentierst. Simpel gesagt: Erkältungs-Themen kommen natürlich im November besser an als im Juli. Und irgendwas mit Abnehmen funktioniert bestens nach Weihnachten und wenn es auf den Sommer zugeht („Bikini-Saison“) 

Deshalb solltest du dir Gedanken machen, in welche „Saison“ dein Thema passt. Und im zweiten Schritt, ob es irgendeinen ganz konkreten Aufhänger geben könnte (für Themen rund um die Liebe etwa der Valentinstag).

Das ist insbesondere dann wichtig, wenn du ein Thema hast, über das man das ganze Jahr über berichten könnte – sagen wir mal: Rückenschmerzen.

Leider ist es so, dass ein Thema, „das immer geht“ unattraktiv für Journalisten ist. Die fragen sich dann: Warum sollten wir das gerade jetzt bringen?

Wenn du es ihnen aber pünktlich zum Tag der Rückengesundheit lieferst – DANN ist das eine andere Nummer!

Plötzlich wird so aus dem „Könnte man mal machen“-Thema ein „Das muss jetzt gemacht werden“-Thema.

Deshalb brauchst du einen Kalender, in den du Aufhänger einträgst, um auf Ideen zu kommen – und den besten Zeitpunkt zu definieren. Solche Aufhänger können sein:

  • Aktionstage wie der Tag der Rückengesundheit
  • Feiertage wie Ostern oder Tag der Arbeit
  • Events wie die Fußballweltmeisterschaft oder der Wiener Opernball
  • Ereignisse wie der Schulanfang
  • Gesetzesbeschlüsse oder Gerichtsverhandlungen
  • Studien-Veröffentlichungen

etc.

Und weißt du was? Damit du ein bisschen weniger Arbeit hast, habe ich genau so einen Kalender schon mal für dich angelegt – gefüllt mit 148 Anlässen, Aufhängern und Themenideen.

Hier kannst du ihn dir kostenlos herunterladen:

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DEIN PR-KALENDER 2018

56 Anlässe, 92 Themen – und viel Platz für eigene Ideen. Kostenlos herunterladen!

 

3. Du brauchst einen regelmäßigen PR-Tag

Pressearbeit lebt von Regelmäßigkeit. Oft erreicht man im ersten Durchgang nicht viel und muss dann wieder nach einem noch passenderen Aufhänger suchen. Manchmal wird es erst beim dritten oder vierten Versuch etwas – und manchmal beißt man bei einer Redaktion komplett auf Granit.

Dann muss man trotzdem weitermachen: neue Themen überlegen, gute Aufhänger finden, bessere Betreffzeilen schreiben (die sind nämlich das Nadelöhr und entscheiden darüber, ob der Journalist die E-Mail überhaupt liest. Mehr dazu in diesem Blogpost.)

Deshalb empfehle ich dir, dich regelmäßig hinzusetzen. Du könntest dir pro Woche zwei PR-Stunden im Kalender blocken. Oder einen halben Tag im Monat.

Sinnvoll ist es auch, dir am Jahresanfang einen ganzen Tag vorzunehmen, um das Jahr im Voraus zu planen (hier ein Workshop mit mir, in dem du genau das tun kannst).


4. Du brauchst Google Alerts

Es lohnt sich sehr, Google Alerts zu bestimmten Schlagwörtern einzurichten. Dann wirst du nämlich immer dann informiert, wenn online ein News-Artikel zu diesem Thema veröffentlicht wird.

Das gibt dir die Chance,

  • zu reagieren – dich etwa als Experte anzubieten, der das Geschehene einordnen und kommentieren kann.
  • Immer auf dem Laufenden zu sein, etwa, was neue Studien angeht (die du dann als Aufhänger nutzen kannst, um deine Geschichte zu erzählen oder dich als Experte anzubieten)
  • Die Namen von Redakteuren zu sammeln. So kannst du eine Liste mit Journalisten zusammenstellen, die über deine Themengebiete berichten.

Ein Beispiel: Sollten Rückenschmerzen das große Thema sein, das mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung zusammenhängt, dann könnten Alerts mit den Schlagwörtern „Studie“ und „Rückenschmerzen“ gut passen.

In dem Fall bekommst du es sofort mit, wenn es neue Studienergebnisse zum Thema gibt. Wendest du dich nun an einen Redakteur, der Gesundheitsthemen betreut und verweist auf die Studie (mit dem Hinweis, dass du dazu was zu sagen hättest), dann stehen deine Chancen viel besser als im Rest des Jahres.

In diesem Blogpost findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du Google Alerts einrichtest und was du dabei beachten solltest.


5. Du brauchst (eventuell) einen Pressebereich auf deiner Webseite

Wenn ich als Journalistin auf die Webseite einer größeren Firma komme, suche ich sofort nach dem kleinen Wörtchen „Presse“. Ich möchte mich nicht erst drei Minuten lang von Seite zu Seite klicken müssen, um den passenden Ansprechpartner zu finden – ich will diese Person mit nur einem Klick finden.

Am liebsten ist es mir, wenn „Presse“ schon in der Menüleiste zu finden ist, alternativ suche ich noch im Footer. Finde ich auch da nichts, bin ich ziemlich schnell wieder weg.

Es kann also für größere Unternehmen sehr sinnvoll sein, einen solchen öffentlich zugänglichen Pressebereich einzurichten (für Kleinunternehmer finde ich das nicht zwingend, dazu weiter unten mehr). In diesem Bereich erwarte ich als Journalistin:

  • Kurze Infos, was das Unternehmen macht, was es besonders macht und von anderen abhebt (Und nein, damit meine ich nicht sowas Beliebiges, Austauschbares wie „Bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt“ oder „Wir stehen für Innovation und schönes Design“!)
  • Einen konkreten Ansprechpartner mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse (und gern auch mit Foto, einfach, weil ich ein Mensch bin und gern anderen Menschen ins Gesicht schaue)
  • Ausführlichere Hintergrund-Informationen und (qualitativ gutes) Bildmaterial zum Herunterladen.

Die Seite sollte übersichtlich sein und auf Blabla verzichten. Schnell erfassbare Informationen – das reicht mir für den ersten Überblick. Wenn ich mehr wissen will, kontaktiere ich das Unternehmen (oder lade mir die Hintergrundinformationen herunter).

ABER, wichtige Anmerkung: Komme ich auf die Webseite eines Einzelunternehmers, erwarte ich keinen separaten Pressebereich! 

Trotzdem gilt auch hier: Ich möchte alle relevanten Informationen schnell auf einen Blick erfassen können. Ich würde also am ehesten auf „Über mich“ oder „Über uns“ klicken.

Auf dieser Seite will ich dann IMMER in das Gesicht eines Menschen blicken. Webseiten von Einzelkämpfern und kleinen Unternehmen, die ohne Menschen auskommen, wirken blutleer und sind für mich uninteressant.

Ich möchte hier wissen, wer hinter dem Produkt oder der Dienstleistung steht, und ja: Ich will auch die Story erkennen können, die derjenige mitbringt.

Außerdem brauche ich auch hier die schnelle Kontaktmöglichkeit. E-Mail-Adresse und Telefonnummer will ich nicht erst aufwendig suchen müssen.

Und bitte, bitte, bitte KEIN Kontakt-Formular! Da weiß ich ja nie, wann das mal jemand abruft – und an wen es überhaupt geht.

Am Ende gilt immer: Echte Menschen, die sympathisch auf mich wirken, die eine Story erzählen können, die NICHT austauschbar und perfekt erscheinen – die sind mir immer die allerliebsten.

Das schlägt jeden durchgestylten Pressebereich.

 

Die Autorin:

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Pinot Noir.