WAS DU UNBEDINGT TUN MUSST, DAMIT DU AUF XING UND LINKEDIN GEFUNDEN WIRST

Wie finden Journalisten eigentlich die Experten, die sie in ihren Artikeln zitieren? Völlig überraschende Antwort (Achtung, Ironie!): übers Internet. Für dich bedeutet das: Du musst dich so auffindbar wie möglich machen. Damit das klappt, musst du allerdings an deine professionellen Social-Media-Profile ran. Hier sechs Tipps, die du unbedingt umsetzen solltest, wenn du von Journalisten gefunden werden willst.

Tanja ist Psychologin.

Und zwar für Kinder.

Vor allem: für Kinder aus Scheidungsfamilien, die unter der Trennung der Eltern leiden.

Tanja würde gern mal in der Zeitung oder einem Magazin erscheinen. Zum einen, weil das Zulauf für ihre noch recht unbekannte Praxis bringen würde. Zum anderen, weil sie findet: Über das Thema muss mehr gesprochen werden. Und es braucht in der Diskussion mehr Expertenwissen.

Ohne Zweifel ist Tanja Expertin auf ihrem Gebiet.

Nur: Es weiß leider niemand davon.

Und deshalb steht sie auch in keiner Zeitung, erscheint in keinem Magazin.

Tanja ahnt nicht, dass tatsächlich einmal eine Journalistin auf ihrem XING-Profil gewesen ist. Aber weil dort nur „Diplom-Psychologin“ steht und eine lange Liste von Ausbildungsstätten und Arbeitgebern folgt, ist die Journalistin schnell wieder von ihrem Profil verschwunden.

Wie hätte sie das verhindern können?

Zugegeben, die Psychologin Tanja habe ich mir nur ausgedacht. Aber an ihrem Beispiel lässt sich wunderbar erklären, wie deine professionellen Social-Media-Profile aussehen sollten, damit Journalisten dich interessant finden.


1.  Sag, wofür du Experte bist

Die allermeisten präsentieren sich mit einem Oberbegriff auf ihrem Profil. „Psychologin“ etwa, manchmal noch ergänzt durch so etwas wie „systemische Familientherapie“. Da es aber Psychologen wie Sand am Meer gibt, fallen sie nicht auf. Journalisten suchen häufig sehr gezielt einen Experten für Interviews. Schreibt ein Redakteur etwa über das Thema „Wenn Kinder unter der Trennung leiden“, so wird er vermutlich Folgendes in die Suchmaske eingeben: „Psychologe Kinder Scheidung“.

Und nun stell dir vor, in deinem XING-Profil stünde direkt unter deinem Namen „Psychologin für Kinder in Scheidungsfamilien“. Du würdest nicht nur zuoberst in den Suchergebnissen angezeigt – der Journalist würde vermutlich auch vor Freude aufjauchzen. Schließlich hat er EXAKT das gefunden, wonach er gesucht hat!

Deshalb solltest du dich unbedingt in suchende Journalisten hineinversetzen, wenn du deine Job-Beschreibung/deinen Slogan in deinem Xing- oder LinkedIn-Profil verfasst. Wofür möchtest du stehen? Zu welchem Thema willst du dich als Experte etablieren? Und nach welchen Begriffen würde ein Redakteur suchen, wenn er sich mit eben diesem Thema beschäftigt?

Kann sein, dass diese Job-Beschreibung nicht all deinen Qualifikationen entspricht und nur einen Teil deiner Expertise wiedergibt. Etwa, wenn du nicht nur Kinder in Trennungssituationen begleitest, sondern auch solche, die unter Mobbing leiden oder den Verlust eines Elternteils verkraften müssen.

Aber du kannst leider keine erlegende Wollmilchsau sein. Willst du die Chancen erhöhen, gefunden zu werden, dann musst du dich entscheiden: Welcher Experte möchtest du in den Medien sein?

Alles, was du sonst noch so machst, kannst du getrost in den weiteren Beschreibungen unterbringen. Aber da den Journalisten in den Suchergebnissen erst einmal nur deine Job-Beschreibung angezeigt wird, sollte die zunächst dein wichtigster Fokus sein.

Sehr konkrete (und durchaus kreative) Slogans, die ich auf XING gefunden habe:

-       Coach für Frauen mit Mehrfachbelastung
-       Vernetzungsspezialistin
-       Experte für die Generation 50+
-       Ich bringe Frauen in Führung
-       Auch im Alter digital fit sein!
-       Ich helfe Vegetarierinnen vegan zu leben


2. Nutze Schlagwörter

Für alle weiteren Texte auf deinem professionellen Social-Media-Profil solltest du dir Schlagwörter überlegen, die mit deiner Expertise zusammenhängen. Denn so wirst du auch von Google besser gefunden – und mit einer Google-Suche beginnen die meisten Journalisten ihre Nachforschungen nach einem Experten.

Versuche also wieder, dich in den Journalisten hinein zu versetzen: Wonach würde er googeln, wenn er sich mit dem Thema beschäftigen würde, zu dem du als Experte wahrgenommen werden möchtest?

Willst du dich als Experte für Kinder aus Trennungsfamilien etablieren, sollten in den Beschreibungen deiner Profile Schlagwörter wie diese auftauchen: Psychologe, Experte, Therapeut, Kinder, Scheidung, Trennung, Familie, Scheidungsfamilie, Probleme.


3. Sag wofür du stehst – auf XING

Hast du es geschafft, dass der Journalist auf dein Profil klickt, so sollte schnellstmöglich klarwerden, wofür du stehst. Erinnere dich: Redakteure haben wenig Zeit. Sie werfen womöglich nur einen kurzen Blick auf dein Profil, ohne groß weiter zu klicken. Sie möchten nach wenigen Sekunden wissen: Welche Expertise hat diese Person? Welche Meinung vertritt sie? Zu welchem Spezialgebiet könnte sie sich äußern?

Du musst deshalb sofort klarmachen, was du zu bieten hast.

Auf XING solltest du dir zuallererst einen aussagekräftigen Profilspruch überlegen. Dieser wird direkt unter dem Profilfoto und deiner Job-Bezeichnung angezeigt (erkennbar durch große Anführungszeichen). Ideal sind eine These, ein Motto, ein Angebot, oder auch ein, zwei Sätze, die dein Können zusammenfassen. Zum Beispiel: „Eltern können ihren Kindern eine Scheidung leichter machen. Ich zeige Trennungsfamilien, wie das geht“.

Hier die knappen Sätze, die ich unter meinem Profilbild auf XING veröffentlicht habe: „Wie ticken Journalisten? Meine Expertise zu diesem Thema teile ich gern. Hol dir mein kostenloses Training: 10 Tage, 20 Tipps, ein Ziel: dein Unternehmen in die Medien bringen. www.wasjournalistenwollen.de/kostenlos

Der nächste, ganz wichtige Schritt auf XING: Du solltest die automatische Voreinstellung ändern und statt der „Profildetails“ dein „Portfolio“ auf der Startseite anzeigen lassen. Denn in diesem Portfolio kannst du in einem eigenen Text ausführlicher beschreiben, was du machst. Die Profildetails dagegen erlauben dir nur, deine Kenntnisse in Form von Tags anzeigen zu lassen („Ich biete“/“Ich suche“), außerdem wird dein Lebenslauf aufgelistet. Für den ersten Eindruck ist das überhaupt nicht ideal, denn der Journalist erfährt nicht, was du inhaltlich machst.

Und so änderst du die Voreinstellung: Gehe auf deiner Profil-Seite zu „Einstellungen“ und klicke dann bei „Profileinstellungen“ (ganz oben) auf „Bearbeiten“. Dann gelangst du zu einem Feld, wo du ein Häkchen bei „Das Portfolio als Erstes anzeigen“ setzen kannst.

Dann erscheint für Besucher deines Profils direkt unter deinem Foto ein kleiner Text, in dem du deine Arbeit konkret beschreiben und sagen kannst, wofür du stehst. Das gibt dem Journalisten die Möglichkeit zu sehen: Passt diese Person zu dem Thema, mit dem ich mich gerade beschäftige? Deshalb: Fokussiere dich auch hier wieder auf die Expertise, mit der du gern wahrgenommen werden möchtest. Wenn es dir wichtig ist, kannst du ja auf weitere Fachgebiete in einem dritten oder vierten Absatz eingehen. In den ersten zweien aber solltest du dich an deinen Fokus halten.

Wichtig: In der Kürze liegt die Würze! Zeigst du an dieser Stelle, dass du deine Meinung auf den Punkt bringen kannst, so wird der Journalist eher von dir angetan sein, als wenn du lang und breit und von A bis Z auf alle möglichen Details eingehst. Ein Journalist hat keine Lust auf eine Plaudertasche. Er sucht nach dem einen Menschen, der ihm ein Problem zusammenfassen und auf den Punkt bringen kann – und Lösungsansätze bietet.

Idealerweise bringst du das in aller Kürze in deinem Portfolio-Text unter.

Außerdem kannst du an dieser Stelle auch Downloads zur Verfügung stellen – etwa ein pdf mit einem von dir verfassten Artikel oder einem Interview, das du in der Vergangenheit gegeben hast. Auch weitere Fotos kannst du hier unterbringen.
 

4. Sag wofür du stehst – auf LinkedIn

Auf LinkedIn gibt es eine tolle Möglichkeit: Du kannst eigene Artikel verfassen. Diese werden dann direkt unter deinem Foto angezeigt. Solche Texte kannst du erstellen, indem du auf dein Profil gehst und dort „Neuen Beitrag verfassen“ auswählst. Die Beiträge werden bei Veröffentlichung deinen Kontakten angezeigt – erscheinen aber auch dauerhaft in deinem Profil

Mein Tipp: Wähle dir ein fokussiertes Thema aus, mit dem du gern wahrgenommen werden willst und verfasse einen Artikel darüber. (Es können natürlich auch mehrere Themen sein – dann gilt aber: Pro Thema ein Text) Das kann zum Beispiel eine starke Meinung sein. Etwa so: „Warum Eltern bei einer Scheidung meist alles falsch machen“. Oder auch so etwas: „7 Dinge, die Eltern bei einer Trennung beachten sollten, um ihr Kind zu schützen“.

Netter Nebeneffekt: Du wirst durch die Veröffentlichung von Artikeln auf LinkedIn auch auf Google sichtbarer. Googelt man etwa meinen Namen, so wird an siebter Stelle ein Text angezeigt, den ich mal auf LinkedIn veröffentlicht habe.

So finden dich Journalisten also auch schon bei der allerersten Google-Suche mit genau dem Themengebiet, für das du Experte bist – und für das sie Interviewpartner suchen.  

Außerdem gibt es auf LinkedIn den Menüpunkt „Über mich“, unter dem du eine Zusammenfassung über deine Arbeit, deine Ziele, dein Können verfassen kannst. Sei auch hier wieder prägnant und fokussiere dich auf das, wofür du wahrgenommen werden willst.

Journalisten bekommen so sofort einen Eindruck davon, wofür du stehst und was du zu bieten hast.

Glaub mir: Durch diese starke Fokussierung verpasst du nicht etwa Chancen („Aber ich könnte doch zu so vielen anderen Themen auch etwas sagen, die gehen dann ja komplett unter!“), sondern erhöhst sie ungemein! Denn der Journalist wird bei seiner Suche nach einem Experten für Scheidungskinder genau den einen Psychologen auswählen, der sich zu EXAKT diesem Thema am besten profiliert und präsentiert. Wähle also lieber ein Nischenthema aus und sorge dafür, dass du die Nummer Eins auf diesem Gebiet bist (weil alle anderen sich viel breiter aufstellen und somit uninteressanter für den Redakteur sind).

Denn was glaubst du, wen Journalisten anrufen, wenn wieder mal ein Amoklauf an einer Schule passiert ist?

Die „Forscherin zum Thema Amoklauf an Schulen“?

Oder den „Wissenschaftler mit Fokus Gewalt unter Kindern und Jugendlichen“?

Auflösung: Er wird sich für Erstere entscheiden. Weil sie sich zu 100% mit dem beschäftigt, was er braucht.
 

5. Wähle ein professionelles Foto

Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein: Willst du als Experte wahrgenommen werden, so solltest du keinen Schnappschuss als Profilfoto auswählen. Es sollte schon ein Profi-Bild sein, damit du als kompetent und seriös wahrgenommen wirst – und auch: als sympathisch. Denn Journalisten sind auch nur Menschen. Und sie unterhalten sich lieber mit jemandem, den sie auf den ersten Blick nett finden.

Vergiss nicht, dass die in Artikeln zitierten Experten oft mit einem kleinen Foto abgebildet sind. Deshalb zählt für Journalisten auch, ob du „vorzeigbar“ bist. Ein solches Bild solltest du natürlich auch für den dich anfragenden Redakteur parat haben. Du könntest z.B. direkt nach dem Interview fragen: „Brauchen Sie noch ein Foto? Das sende ich Ihnen gern zu.“ Schließlich wirst du von den Lesern so mehr wahrgenommen – und es ergibt sich eine weitere Möglichkeit zur Nennung deines Namens und deiner Expertise: direkt unter dem Foto. So stichst du noch mehr heraus.
 

6. Nenne (mindestens) eine schnelle Kontaktmöglichkeit

Kein Journalist möchte dir eine Nachricht über das XING-interne Mailsystem schicken. Wer weiß, wann du das liest? Ob du es überhaupt liest?

Wenn Journalisten suchen, dann sind sie oft in Eile – und sie wollen möglichst schnell wissen, ob du für ein Interview zur Verfügung stehst.

Gib deshalb mindestens eine schnelle Möglichkeit an, dich zu kontaktieren. Es sollte auf jeden Fall die Email-Adresse sein, die du regelmäßig checkst, eine Telefonnummer kann aber auch nicht schaden. Denn was, wenn der Redakteur einer tagesaktuellen News-Seite ganz schnell ein Statement braucht? Dann fliegst du von seiner Liste, einfach nur deshalb, weil ihm Email zu langsam ist.


7. Vernetze dich

Auf XING werden Suchenden vorrangig Kontakte angezeigt, die mit den eigenen Kontakten verbunden sind.

Das heißt also: Journalisten bekommen zuoberst Profile von Leuten aufgelistet, die sie über mehrere Ecken "kennen".

Daraus gibt es nur eine logische Schlussfolgerung: Du solltest dich richtig gut vernetzen. Denn je mehr Kontakte du hast, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass du in den Suchergebnissen eines Journalisten auftauchst.

 

BONUS:

Noch ein Tipp (er stammt von XING-Expertin Sabine Piarry): Wenn du an deinem Profil arbeitest, deaktiviere die Voreinstellung, dass sämtliche deiner Änderungen automatisch deinem Netzwerk angezeigt werden – sonst nervst du sie mit ständigen Meldungen á la „XY hat seinen Profilspruch geändert“. So geht’s: Rechts auf deinem Profil gibt es ein kleines Rädchen für „Einstellungen“. Dort den Menüpunkt „Privatsphäre“ und dann „Ihre Aktivitäten“ wählen. Dort kannst du die voreingestellten Häkchen entfernen.



P.S. Hat dir das gefallen? Dann gefällt dir bestimmt auch, was ich sonst noch so an Tipps und Empfehlungen parat habe: in meinem kostenlosen 10-Tages-Training. Darin erhältst du jeden Tag zwei Tipps per Email, die dir helfen werden, Journalisten auf dich aufmerksam zu machen.
 

Interesse? Dann hole dir jetzt das kostenlose Training:

"10 Tage, 20 Tipps, ein Ziel: dein Unternehmen in die Medien bringen":