Wie Journalisten nach Interviewpartnern suchen (und was du deshalb tun solltest)

 

Wäre das nicht klasse, wenn du gar keine aktive Pressearbeit mehr machen müsstest – sondern einfach so von Journalisten gefunden würdest? Leider gibt es dafür kein Über-die-Nacht-erfolgreich-Rezept. Nur dieses: Sei präsent. Sei auffindbar. Und zeige dich mit einer klaren Ansage. Hier ein paar Tipps, wie du das schaffst – indem du dir zu Herzen nimmst, wie Journalisten suchen. 

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1. Journalisten suchen in Google

Da wärste jetzt nicht allein drauf gekommen, was? ;-)

Ja, Journalisten googeln. Zum Beispiel, wenn sie sich neu in eine Thematik einarbeiten müssen – oder einen Experten zu einer bestimmten Fragestellung suchen. Tauchst du dann mit einer klaren Positionierung und Ansage in den ersten Suchergebnissen auf, so hast du schon fast gewonnen.
 

Hier ein paar konkrete Dinge, die du dafür tun kannst:

  1.  Nimm deinen beliebtesten Blogpost und baue ihn aus. Aber so richtig – ich spreche hier von zwei- bis dreitausend Wörtern! Pack allen Nutzwert rein, den man reinpacken kann. Gib eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Verrate deine besten Tricks. Sorge also dafür, dass die Leute lange auf deiner Seite bleiben und den Text teilen – beides gefällt Google. (Das heißt also auch: Du darfst einen Text nicht einfach aufblähen, denn dann verschwinden die Besucher schnell wieder von der Seite. Du musst ihnen richtig gutes Futter geben, damit sie dranbleiben!)
     
  2. Überlege dir, zu welchem Thema du am allerliebsten gefunden werden möchtest. Wofür brennst du? In welchem Thema kennst du dich so richtig, richtig gut aus?

    Und dann brainstorme, wie jemand suchen würde, wenn er auf dich stoßen soll. Nutze dafür auch die automatischen Vorschläge in Google (dir werden weitere Begriffe angezeigt, die relevant sein könnten, wenn du ein Wort in die Suchmaske eingibst)! Schreib dir diese Schlagwörter und -sätze auf.
     
  3. Schau dir deine Business-Netzwerke an, etwa XING: Bist du da schon unter den von dir notierten Schlagwörtern zu finden? Falls nein, überarbeite dein Profil. Sei konkret! „Ich helfe dir beim Abnehmen“ ist noch viel zu weitläufig – man konkurriert hier mit hunderten anderen, darunter vielen „Gurus“ und Buch-Autoren. Hilfreicher wäre eine Formulierung wie „Expertin fürs Abnehmen nach der Geburt“. („Expertin“, „Abnehmen“ und „nach der Geburt“ wären genau die Begriffe, nach denen ich suchen würde, wenn ich einen Artikel zum Thema schreiben müsste.)
     
  4. Geh als Nächstes zu deiner Webseite: Stehen dort schon die wichtigsten Schlagwörter, sowohl auf der Start- als auch auf der Über-mich-Seite? (Im Idealfall als H1-Überschrift) Je spezifischer du bist, desto eher wird es eine Übereinstimmung mit den meist sehr konkreten Suchbegriffen eines Journalisten geben.

    Ein Beispiel: „Gemeinsam überwinden wir die tiefen Gräben, die sich nach einem traumatischen Erlebnis bei dir gebildet haben und sorgen dafür, dass du dein Leben wieder mit Lust leben und genießen kannst“ – das klingt zwar schön poetisch. Aber sowas gibt niemand in eine Suchmaske ein. Wenn du also als Trauma-Expertin für Frauen gefunden werden willst, musst du deutlich sachlicher werden.

    Etwa mit so einem Satz auf der Webseite: „Ich bin Expertin für Frauen, die nach einem Trauma wieder arbeiten wollen“.
    So hättest du die Chance, bei einer Suche mit den Begriffen „Experte“, „Trauma“ und „wieder arbeiten“ aufzutauchen.
     

Übrigens: Wenn du Hilfe dabei brauchst, dich nach so klaren Schlagwörtern zu positionieren und mit meiner Unterstützung endlich besser ranken willst – dann lass dich schon jetzt auf die Warteliste für mein neues Gruppenprogramm „Populär!“ setzen! Die Türen öffnen am 16. April.

2. Journalisten suchen Experten mit klarer Ansage

Wenn Journalisten nach Experten für ihre Texte sind, funktioniert das manchmal nach einem ziemlich einfachen Prinzip: Sie suchen jemanden, der dafür – und jemanden, der dagegen ist. Jemanden, der XY gut – und jemanden, der XY schlecht findet.

Das heißt: Sie suchen Menschen mit einer HALTUNG.

Wenn du eine solche hast – und zwar eine klare, eine, die du mit Leidenschaft und Herz und Seele vertrittst – dann halte damit nicht hinterm Berg!

Zum Beispiel:

  • In eigenen Blogposts
  • Auf deiner Webseite
  • In Interviews mit den Betreibern anderer Blogs
  • In Interviews mit Online-Magazinen

Verstecke deine Haltung dabei bitte nicht irgendwo in Absatz 5 eines Blogposts – schreib sie schon in die Überschrift! Nur so können Journalisten via Google-Suche darüber stolpern und denken: „Oh, interessant! Das schau ich mir mal an.“

Das werden sie übrigens am ehesten denken, wenn deine Meinung eine ungewöhnliche ist.

Eine gegen den Trend.

Wenn du etwas sagst, das nicht schon jeder andere in die Welt hinausposaunt.

Denn stell dir mal vor, ein Journalist beschäftigt sich mit der Frage „Welches ist das optimale Equipment für einen Hobby-Fotografen?“

Er beginnt zu googeln und stößt auf 10 Experten, die die sich mit dem Thema auskennen.

Aber nur einer hat einen Blogpost verfasst, der verspricht: „Vergessen Sie teures Profi-Equipment – als Hobby-Fotograf brauchen Sie nur diese eine Sache!“

Ich würde wetten, dass der Journalist klickt. Und ist die Meinung des Verfassers gut argumentiert und untermauert, so wird dieser sicher einen Platz im Artikel des Journalisten finden.

Weil er sich durch eine klare Meinung gegen den Trend abgehoben hat.
 

3. Journalisten suchen Menschen mit starken Geschichten

Ich bete es ja wirklich rauf und runter: Journalisten interessieren sich für Geschichten.

Deshalb solltest du deine beste Story prominent erzählen.

Denn nehmen wir nochmals an, der Journalist ist beim Googeln auf dich gestoßen – etwa, weil er sich mit der Frage beschäftigt: Warum machen Frauen noch immer seltener Karriere als Männer?

Jetzt schaut er sich kurz auf deiner Webseite um (viel mehr als ein, zwei Minuten hat er nicht, denn in der Google-Suche sind viele andere Experten zum selben Thema angezeigt worden).

Vermutlich wird der Redakteur einen Menüpunkt wie „Presse“ oder „Über mich/über uns“ anklicken.

Was findet er da?

Dass du Coach bist, der Frauen in Führung bringt und eine exzellente Coaching-Ausbildung, ausführliche Führungserfahrung und viele Weiterbildungen mitbringst?

Oder dass du selbst mal in einem großen Unternehmen vorankommen wolltest und alle Männer an dir vorbeizogen – weil du, wie du heute weißt, gravierende Fehler gemacht hast? Dass du dann die Firma gewechselt, alles anders gemacht und es bis ins Top-Management dieser Firma geschafft hast?

Das erste ist eine Beschreibung deiner Qualifikationen, die am Leser vorbei rauscht.

Das zweite ist eine Geschichte, die nicht nur hängen bleibt – sondern auch besser als jedes Zertifikat beschreibt, warum du tatsächlich qualifiziert bist, über dieses Thema zu sprechen: Du berätst nicht nur zu dem Thema – du hast auch was erlebt!

Das ist sozusagen der doppelte Ritterschlag: Ein Experte, der auch aus eigener Erfahrung erzählen kann.

Journalisten lieben sowas!

Deshalb ist es wichtig, dass du deine beste Story auf deiner Webseite erzählst. Und das werden natürlich nicht nur Journalisten toll finden, sondern auch potentielle Kunden.
 

4. Journalisten suchen in Amazon

Wenn ich nach Experten für einen Text suche, suche ich oft auch in Amazon: Wer hat denn schon ein Buch zum Thema geschrieben?

Statt Webseiten abzuklappern, sehe ich so auf einen Blick verschiedene Autoren mit unterschiedlichen Ansätzen – und kann mir raussuchen, wen davon ich kontaktieren möchte.

Dabei bevorzuge ich meist Autoren mit relativ neuen Büchern. Finde ich also zwei ähnliche Publikationen, so werde ich vermutlich die auswählen, die nicht schon sieben Jahre, sondern erst ein Jahr alt ist – einfach, weil ich vermute, dass der Autor die neuesten Zahlen und Entwicklungen besser kennt.

Für dich heißt das: über ein Buch nachzudenken, kann ein guter Schachzug sein.

ABER: Überfordere dich bitte nicht! Die meisten Menschen schreiben ein Buch, wenn alles andere sitzt, wackelt und Luft hat.

Sprich: Wenn die Basics des Business stehen.

Ich würde beispielsweise niemandem das Buch-Schreiben empfehlen, der gerade erst mit Facebook Lives begonnen hat, demnächst einen Podcast anstrebt und der noch immer sämtliche Landingpages selber baut.

Denn das würde nur zu einem führen: Überforderung.

Ein Buch zu schreiben ist einiges an Arbeit. Es gibt zwar Methoden, die ein Buch in 30 Tagen versprechen – aber dann muss man auch erst mal in der Lage sein, sich 30 Tage nur dem Schreiben zu widmen. Dafür braucht es ein etabliertes Business und ein Team im Rücken.

Wenn du das schon hast, ist das Bücherschreiben eine super Idee: Es verschafft dir mehr Popularität und Glaubwürdigkeit. Und weil Journalisten Amazon wie eine Suchmaschine nutzen, fällst du ihnen eher auf.

Ein Buch geschrieben zu haben, hebt dich massiv von anderen ab.

Und natürlich zieht ein eigenes Buch nicht nur bei Redakteuren. Was mache ich als Mutter zweier Kinder denn, wenn ich ein Schlaf- oder Erziehungs-Problem habe? Ich google sowas mittlerweile nicht mehr – ich suche direkt nach einem Buch. Weil ich mir da sicher sein kann, dass ich was bekomme, das Hand und Fuß hat (zumindest hoffe ich das…)

In meinem Gruppenprogramm „Populär!“ gibt es übrigens eine Summer School, in dem es unter anderem darum gehen wird, wie du eine Buch-Idee und einen Verlag findest. Hier kannst du dich auf die Warteliste setzen lassen.


5. Journalisten suchen in Netzwerken

Viele Journalisten klappern Netzwerke ab, wenn sie Experten suchen. Brauche ich eine Juristin zum Thema Scheidungsrecht, so würde ich es zum Beispiel beim Deutschen Juristinnenbund versuchen. Das geht so wunderbar unkompliziert: Man wendet sich an die Pressestelle und fragt: „Hätten Sie jemanden für mich?“

Und dann machen die die Arbeit.

Deshalb solltest du dich fragen, in welchen Netzwerken du schon bist – und ob die in der Pressestelle dich eigentlich kennen. Warum nicht dort anrufen und dich vorstellen? Du könntest gezielt sagen: „Wenn Sie mal jemanden zum Thema XY [etwas sehr Spezifisches, in dem dir nicht viele Konkurrenz machen] suchen: Ich stehe für Interviews zur Verfügung!“

Ich kenne auch Wirtschafts-Redakteure, die in den Redaktionen von Branchenblättern nachfragen: Wer ist denn DER Experte für Digitalisierung in der Automobilbranche? Wen könnt ihr empfehlen, wenn es um nachhaltiges Design in der Möbel-Industrie geht?

Deshalb kann es eine gute Strategie sein, erst einmal genau solche Fach-Magazine mit Interview-Vorschlägen anzupeilen, wenn man irgendwann auch in die größeren will.

 

Das alles klingt nach Arbeit?

Jepp.

Popularität muss man sich verdienen. Aber die Zeit ist gut investiert: Wenn du all meine Tipps beherzigst, wirst du nicht nur leichter von Journalisten gefunden – sondern natürlich auch von potenziellen Kunden. 

Solltest du Unterstützung beim Bekannter-werden brauchen, so hilft dir vermutlich mein Gruppenprogramm „Populär!“. Hier kannst du dich auf die Warteliste setzen lassen:

 

 
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Die Autorin:

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Pinot Noir.