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Erzähl doch mal: Ute Klingelhöfer darüber, wie sie Journalisten auf sich aufmerksam macht

  • 4 min read

Sie sagt: „Klassische PR? Davon habe ich keine Ahnung.“ Und trotzdem haben bereits mehrere Medien über Ute Klingelhöfer berichtet. Die Social-Media-Beraterin erzählt, wie sie es schaffte, dass Journalisten SIE ansprachen – und nicht umgekehrt.

Ohne jemals strategisch PR gemacht zu haben, hast du es schon in einige Publikationen geschafft. Wie hast du das angestellt?

Irgendwie hat sich das alles so ergeben. Eine Journalistin hatte beispielsweise eine Blog-Kolumne von mir gelesen und mich dann kontaktiert. Einen Redakteur der Online-Zeitung ka-news.de hatte ich über Twitter kennengelernt, als ich neu nach Karlsruhe zog und einfach nur geschaut habe, wer eigentlich über Karlsruhe twittert. Dass der Journalist ist, wusste ich anfangs gar nicht. Als er später einen Artikel über mich schrieb, da las davon ein Radio-Redakteur. Journalisten lassen sich ja sehr gern von anderen inspirieren (lacht). Ein andermal bin ich empfohlen worden. Auf diese Weise sind irgendwie alle Geschichten zustande gekommen, und ich musste nie selbst aktiv werden.

Was sind deine drei wichtigsten Tipps an Unternehmer, die ebenfalls gefunden werden wollen?

Mach etwas anders, als andere – das ist mein erster Tipp. Ich war zum ersten Mal in den Medien, weil ich sehr jung gegründet habe, direkt nach dem Studium. Der andere Fokus war, dass ich häufig auf Reisen bin, eine Art „digitale Nomadin“ also. Solche Ausnahmegeschichten gefallen Journalisten. Zweitens würde ich sagen: Arbeite an deinem Netzwerk. Frag Bekannte, die Journalisten kennen, ob sie den Kontakt herstellen können. Oder frage Leute, die schon mal in einer für dich interessanten Rubrik aufgetaucht sind, ob sie dir den Verantwortlichen nennen können. Persönliche Kontakte sind total wichtig. Mein dritter Tipp: Zeige dich öffentlich – sowohl off- wie auch online. Ich wurde schon mal von einer Journalistin über XING angesprochen. Ihr war ich durch diese Online-Kolumne aufgefallen, von der ich schon einmal sprach. Regelmäßig zu publizieren hilft also. Und auch du und ich haben uns ja kennengelernt, weil ich in einer Facebook-Gruppe auf deinen Aufruf reagiert habe. Wenn man regelmäßig kommentiert, sich auch online vernetzt, dann ergeben sich oft weitere Kontakte.

Du sagst, Journalisten mögen Ausnahmegeschichten. Was interessiert sie deiner Erfahrung nach sonst noch so?

Der ganz persönliche Weg: Wie ist man dahin gekommen, wo man ist? Im Prinzip wollen sie ihren Lesern zeigen: Jeder kann es schaffen, was Besonderes zu machen. Das sind kleine Heldengeschichten. Außerdem laufen Trendthemen natürlich gut. Über digitales Nomadentum wurde im Frühjahr viel gesprochen – da waren die Journalisten auf der Suche nach jemandem wie mir.

Was hat dir diese Presse-Präsenz eigentlich konkret gebracht?

Sie hat meinen Bekanntheitsgrad erhöht. Dadurch, und weil ich mich generell viel zeige, kommen mittlerweile bei Veranstaltungen Leute auf mich zu und sagen: „Von dir habe ich schon viel gehört und gelesen!“ Außerdem sieht es natürlich viel besser aus, wenn ich sagen kann: „Das berichtet Zeitung xy über mich “ – anstatt über mich selbst zu sagen: „Ich bin so toll“. Das kann man dann auch prima auf Social Media teilen. Schön war auch, als ich einmal direkt am Tag der Veröffentlichung eines Artikels einen Anruf bekam – und prompt einen neuen Auftrag erhielt.

Gibt es noch etwas Wichtiges, das du gelernt hast?

Dass bei Journalisten alles sehr schnell gehen muss. Wenn die anrufen, dann brennt es meist auch. Das war dann alles schon nach zwei Tagen online. Man muss also schnell reagieren und darf seine Antwort nicht hinauszögern, sonst suchen sie sich einen anderen Gesprächspartner. 

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8 Gedanken zu „Erzähl doch mal: Ute Klingelhöfer darüber, wie sie Journalisten auf sich aufmerksam macht“

  1. Ich hatte, was das betrifft, auch schon Glück. Eine freie Journalistin startete bei uns ihr Walking-Training und dabei fiel ihr mein "Suchhunde Esslingen"-Werbeschild auf. Neugierig geworden, was "Mantrailing" ist, meldete sie sich bei mir und kam beim Training vorbei. Das Resultat war ein dreiviertel-seitiger Artikel in der lokalen Tageszeitung.

  2. Ja, so hatte ich auch schon das Glück gefunden zu werden. Präsent und authentisch sein, schnell abwägen und agieren, das hilft…und netzwerken. Wenn die Geschichte vielleicht jetzt gerade nicht paßt, dann später.

    1. Du glaubst nicht, wie oft selbst bei mir Themen erst mal abgelehnt werden, weil sie eben einfach grad nicht passen. Aber ein paar Monate später kann es dann mit der gleichen Geschichte ganz, ganz schnell gehen… 🙂 Deswegen sag ich auch immer: nicht aufgeben.

  3. Ich bin eine dieser Journalistinnen, die auf allen Kanälen suchen & finden – und kann ergänzen: Sachbuchautoren und Wissenschaftler, die viel publizieren, werden auch entdeckt, wenn sie online nicht aktiv sind. Aber sonst sind Internetpräsenz und Netzwerken schon sehr hilfreich. Und wenn man dann noch so fachkundig und cool ist wie Ute …

  4. Tolle Story von Ute, das kann ich alles nur so unterschreiben. Ich würde auch einmal so gefunden – einfach nur weil ich auf meinem Blog, wo es ums Laufen ging, übers Radfahren geschrieben habe ;). Ein Redakteur eines Printmagazins übers Radfahren folgte mir auf Twitter, sah den Artikel und schrieb mich an. Darauf folgte ein Zweiseiter in einem überregionalen Magazin inklusive Fotoshooting 🙂

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Marike Frick

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Rotwein.