"Ein DPA-Interview war mein bester Presse-Booster"
Als die Deutsche Presseagentur sie um ein Gespräch bat, war die Psychologin Nanni Glück erstmal leidenschaftslos: Wer liest das schon? Doch dann verstand sie, dass sie mit dem Interview den Jackpot geknackt hatte.
Ehe du dich 2019 selbständig gemacht hast, und Menschen hilfst, glücklicher und zufriedener zu sein, hattest du jahrelang eine Werbeagentur. Das Thema Pressearbeit war dir also vermutlich schon vertraut?
Ja, mir war schon klar: Wenn man seinen Expertenstatus durch Presseberichte herausstellt, stärkt das das Vertrauen der Kunden. Die beste Marketingstrategie ist, wenn andere über dich reden. Außerdem streichelt es natürlich das Ego, wenn dein Name irgendwo gedruckt wird (lacht). Ich hatte aber nie das Problem, dass ich zu wenig Kunden hatte, auch nicht mit der neuen Selbständigkeit. Deshalb gab es keinen Druck, das Thema Pressearbeit strategisch anzugehen. Dann kam aber eine Anfrage, die mir den Mund wässrig gemacht hat.
Was ist passiert?
Ein Mitarbeiter vom SWR-Nachmittagsmagazin “Kaffee oder Tee” hat mich in die Sendung eingeladen, und als ich im Studio saß, merkte ich: Das ist voll mein Ding, vor der Kamera über meine Themen sprechen. Danach war mir klar, ich will das ausweiten – und so kam ich schließlich in deinen Kurs.
Was hat sich dadurch bei dir verändert?
Ich habe mir einen Presseverteiler mit Kontakten aufgebaut, zu großen tagesaktuellen Medien wie Welt, Bild, FAZ. Aber vor allem habe ich nochmal mehr auf Anlässe geachtet, die zu meinen Themen passen. Also: Warum hat mein Fachwissen gerade jetzt Relevanz, welche Gesprächsthemen biete ich dazu konkret an, und wie schreibe ich schon die Betreffzeile so spannend und knackig, dass Medien darauf anspringen.
"Warum hat mein Fachwissen gerade jetzt Relevanz, welche Gesprächsthemen biete ich dazu konkret an, und wie schreibe ich schon die Betreffzeile so spannend und knackig, dass Medien darauf anspringen?"
Nanni Glück
Psychologin
Ich erinnere mich: Das hat bei dir auf Anhieb super funktioniert!
In der Tat. Im März ist der sogenannte “Weltglückstag”. Das war schon bei meinem TV-Auftritt der Anlass gewesen, mich einzuladen. Es kann auch sein, dass mein Nachname dazu beigetragen hat, er passt ja gut zum Anlass und zu meinem Thema. Dieses Jahr habe ich mir dazu aber folgendes Thema zum Weltglückstag am 20. März ausgedacht: “Darf ich gerade überhaupt glücklich sein?” Diese Frage stellen sich angesichts der Weltlage ja viele Menschen.
Das stimmt.
Ich habe eine Pitch E-Mail an verschiedene Medien geschrieben, Vorschläge für Drehs gemacht und erklärt, warum ich dafür die richtige Gesprächspartnerin bin. Also welche Fachkompetenz ich habe, als Psychologin, Speakerin, Buchautorin. Stell dir vor, schon zehn Minuten nachdem ich die Mail abgeschickt hatte…
…kam die erste Reaktion?
Exakt – aber ich hatte keine Ahnung, dass ich gleich den Jackpot geknackt hatte! Ich hatte gehofft, dass vielleicht die Süddeutsche Zeitung sich zurückmeldet. Aber es war die dpa, die Deutsche Presseagentur. Ich war fast ein bisschen enttäuscht! Ich dachte, hm, eine Agentur, wer liest das schon? Aber am 20. März traf mich fast der Schlag…
Jetzt machst du es aber spannend!
Ich saß im Frühstücksraum eines Hotels, trank meinen ersten Kaffee und scrollte durch Nachrichten-Apps. Auf einmal sehe ich: Das Interview, das die dpa-Redakteurin mit mir geführt hatte, stand einfach überall! Ich brauchte nur die Überschrift ins Suchfeld einzugeben, und dann kamen, Bäm, Bäm, Bäm, die Ergebnisse: Das Interview lief auf etwa 50 verschiedenen News-Seiten! Weil viele Tageszeitungen und Webseiten Texte von der dpa übernehmen, war das ein mega Verteiler.
Auf einmal sehe ich: Das Interview, das die dpa-Redakteurin mit mir geführt hatte, stand einfach überall! Ich brauchte nur die Überschrift ins Suchfeld einzugeben, und dann kamen, Bäm, Bäm, Bäm, die Ergebnisse: Das Interview lief auf etwa 50 verschiedenen News-Seiten!
Nanni Glück
Psychologin
Das ist ja großartig! Hoffentlich blieb es nicht bei dem einen Erfolg?
Nein, nein, das hat sofort Kreise gezogen. Durch den dpa-Artikel sind viele große Medien auf mich aufmerksam geworden: Der Spiegel war dabei und regionale Magazine aus Baden-Württemberg. Die sind für mich wichtig, weil hier meine Kunden sitzen. Sogar aus der Schweiz hat sich ein Journalist gemeldet.
Super, das hat deinen Verteiler natürlich auch wieder erweitert.
Ja, klar. Und das mit dem aktuellen Dreh hat auch ein zweites Mal bestens geklappt, zum “Weltlachtag” im Mai – da habe ich dann bei meiner Expertise besonders in den Vordergrund gestellt, dass ich auch Lachyoga-Lehrerin bin. Nach meiner Erfahrung zündet diese Kombi am besten: ein Anlass, die eigene Expertise – und last but not least auch Tempo.
Wer schnell ist mit Themenangeboten, macht das Rennen?
Ja, das kann ein Faktor sein. Zum Weltlachtag hat sich meine Ansprechpartnerin bei der dpa nochmal gemeldet und gefragt, ob ich ihr ganz kurzfristig fünf Tipps liefern kann, wie man schneller ins Lachen kommt. Ich saß gerade mit Freundinnen am Gardasee in einem Tenniscamp, aber kein Problem, eine dreiviertel Stunde später waren die Tipps fertig. Sofort kam die Mail: Super, nehmen wir so. Verfügbarkeit und Schnelligkeit sind manchmal wichtiger als absolute Perfektion.
Das ist ja auch entlastend! Jetzt haben wir viel über das Inhaltliche gesprochen – spielt nach deiner Erfahrung auch die Optik eine Rolle, wie Themen ankommen?
Das ist wahrscheinlich das Tüpfelchen auf dem I. Ich habe einen Lebensgefährten, der als ambitionierter Hobbyfotograf sehr schöne Porträts von mir macht, die oft genommen werden – vielleicht, weil er mich durch eine besonders liebevolle Linse sieht. Aber ich achte auch darauf, dass bei Veranstaltungen Fotos von mir gemacht werden, wenn ich als Speakerin in Aktion bin. Das ist gut für die Vielfalt bei der Bildauswahl – und für mein nächstes berufliches Ziel…
Erzähl!
Ich habe festgestellt, dass ich eine Bühnen-Sau bin. Andere zu inspirieren und ihnen Freude zu bereiten, das macht mir so viel Spaß, dass ich es mein Leben lang tun könnte. Ich möchte deshalb neben meinen privaten Klienten und Workshops gerne einmal im Monat eine Keynote halten, und dafür ein Honorar von mindestens zweitausend Euro bekommen. Da bin ich aber noch nicht.
"Verfügbarkeit und Schnelligkeit sind manchmal wichtiger als absolute Perfektion. "
Nanni Glück
Psychologin
Hast du eine Idee, wie Pressearbeit dir dabei helfen kann?
Ja, eigentlich sogar zwei Ideen. Zum einen habe ich festgestellt, dass lokale Medien dafür wichtig sind – ich hatte zum Beispiel einen größeren Auftritt in Chemnitz, kurz nachdem die Lokalzeitung eine ganze Seite mit Foto von mir gebracht hatte. Ich bin ziemlich sicher, dass der Veranstalter so auf mich aufmerksam geworden ist. Das andere ist: ich möchte gern mehr TV-Formate für meine Pressearbeit nutzen.Das ARD-ZDF-Morgenmagazin wäre eine Idee, weil dort leichtere Themen immer wieder eine Rolle spielen. Aber auch Mittagsmagazine und Landesschauen.
Hast du die schon gezielt kontaktiert?
Ja, und zwar mit einem Video. Das steht auch auf meiner Webseite und ich höre häufig von Klienten: Wenn man Ihnen zuhört, bekommt man sofort selbst gute Laune! Das passt doch eigentlich gut ins Morgenmagazin, nach dem Aufstehen, oder? Bisher habe ich mit den Anfragen zwar noch keinen Erfolg gehabt. Aber demnächst werde ich mir ein Bühnentraining gönnen, bei dem ich am Ende auch ein Vortragsvideo von mir bekomme. Möglicherweise lässt sich das auch für die Pressearbeit nutzen.
Du hast ja jetzt einiges in Coaching für Pressearbeit investiert. Würdest du sagen, das Investment hat sich gelohnt?
Ich komme ja aus der Werbung. Ich weiß, welche Seitenpreise Magazine für Anzeigen aufrufen. Gerade bin ich mit meinem Thema auf dem Cover der “Maxi”, in der Zeile steht sogar mein Name. Und im Heft sind es dann nochmal vier Seiten. Allein dafür hätte ich mehr ausgegeben als für den gesamten Kurs bei dir. Und die redaktionelle Berichterstattung kostet mich keinen Cent.
AUSSCHNITTE VON NANNIS VERÖFFENTLICHUNGEN
NANNI GLÜCK
Nanni Glück hat ihren Nachnamen zum Geschäftsprinzip gemacht: Die studierte Psychologin ist Therapeutin, Trainerin, Autorin und Speakerin, lebt und arbeitet in Stuttgart.
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