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3 Überlebens-Tipps für Deutschunterricht-Versager

 

Aufsätze waren früher eine Qual für dich? Und heute denkst du: „Igitt, SCHREIBEN?! Das konnte ich doch noch nie….“? Ruhig Blut. Auch vermeintliche Deutschunterricht-Versager können guten Content produzieren, der ihnen Kunden bringt! Hier meine besten Überlebens-Tipps, egal, welche Schulnote früher in deinem Zeugnis stand.

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Überlebens-Tipp Nummer 1: Vergiss deinen Deutschlehrer

 Alles, was du getan hast, um deinen Deutschlehrer zu beeindrucken: Lass es von jetzt an lieber bleiben.

 Denn dein Lehrer hat es sicher gut gemeint. Er wollte, dass du lernst, dich gewählt auszudrücken. Dich mit komplizierten Gedanken eines Thomas Manns auseinander zu setzen. Eindruck zu schinden.

Aber all das interessiert online leider nicht die Bohne.

Wenn du also Texte für deine Webseite schreibst, für Blogposts oder Online-Magazine, dann mach bitte genau das Gegenteil von dem, was in der Schule gepredigt wurde.

Vergiss Einleitungen 

Dein Deutschlehrer hat dir geraten, auf ein Thema hinzuführen. Also hast du Satzanfänge formuliert wie „Schon Aristoteles sagte…“ oder „Die Zeit des 30-jährigen Kriegs war eine Zeit des Wandels“.

Gäääääähn…!

Journalisten wird das Einleitung-Schreiben in ihrer Ausbildung schnell wieder ausgetrieben.

 Und du solltest es ihnen nachmachen – wenn du denn willst, dass Webseitenbesucher bleiben. (Hier findest du übrigens noch mehr Dinge, die du dir beim Schreiben von Journalisten abschauen kannst)

Fang bitte sofort mit deinem „Hauptteil“ an (um mal im typischen Deutschlehrer-Vokabular zu bleiben)! Egal, ob in Blogposts, auf Über-mich-Seiten oder in Pressemitteilungen – niemand hat Zeit für hinführende Gedanken. 

Vergiss lange, komplizierte Sätze 

Du wolltest (und solltest) deinem Deutschlehrer unter Beweis stellen, dass du kausale Präpositionen verstanden hast, alle Fälle korrekt anwenden kannst und dich gewählt auszudrücken weißt. Als Intelligenzbeweis, sozusagen. Also hast du Nebensätze mit scheußlichen Wörtern wie „anlässlich“, „mangels“ und „gemäß“ eingeleitet und regelrechte Bandwurm-Konstruktionen gebastelt. 

Je komplizierter du klangst, desto mehr war dir der Respekt deines Lehrers sicher.

Schließlich muss man Goethes Sätze auch erst mal intellektuell durchdringen!  

Vergiss das bitte. Setz dir als Maxime: Ich will verstanden werden. Und schreib dann so, wie du es in diesem Text siehst: mit Alltagssprache, kurzen Sätzen, wenigen Nebensätzen.

Fälle darfst du gern korrekt anwenden. Was eine kausale Präposition ist, wird aber niemand mehr von dir wissen wollen.

Der „Mind shift“ ist folgender: Statt intelligent zu klingen, darfst du von nun an klingen WIE DU.

Wenn du dabei noch etwas Hilfe brauchst, hilft dir vielleicht diese Liste mit 199 Wörtern, die viel zu viele Menschen beim Schreiben verwenden – die sie aber besser ganz fix aus ihren Texten schmeißen sollten.

Vergiss Fremdwörter 

Als ich an die Uni kam, fand eine Kommilitonin es „mutig“, dass ich mich im Seminar meldete und fragte: „Was heißt denn ludisch?“

Sie hatte es auch nicht gewusst – aber hätte sich nie im Leben geoutet.

Warum?

Weil in der akademischen Welt als schlau gilt, wer Fremdwörter nutzt. Das hat in der Wissenschaft seinen Sinn: Viele dieser Wörter drücken sehr exakt etwas aus, das von allen „Wissenden“ sofort verstanden wird.

Unwissende dagegen werden ausgeschlossen – und genau das ist in der „echten Welt“ das Problem.

Mir war die übertrieben gehobene und komplizierte Sprache an der Uni ein Graus. In der Beurteilung meiner Magisterarbeit stand denn auch der Satz: „Die Autorin kann ihre journalistischen Neigungen nicht immer verbergen.“

Übersetzt hieß das: Die Frau schreibt derart einfach, das ist echt unwissenschaftlich!

Wenn du verstanden werden willst, müssen dir solche Urteile egal sein. Die einzig wichtige Bewertung ist in der Online-Welt dein Webseitenbesucher: bleibt er? Oder ist er sofort wieder weg?

Nichts anderes sollte zählen.

Wenn du also Professoren als Zielgruppe hast, dann schreibt ruhig wissenschaftlich. Gehörst du zu den 99,9% der anderen Webseiten-Betreiber, dann solltest du das mit der Fremdwörter-Dichte lieber lassen.

(P.S. „ludisch“ heißt übrigens so viel wie „spielerisch“ oder „ein spielerisches Element enthaltend“)

Überlebens-Tipp Nummer 2: Schaff dir erst eine Struktur und schreib dann 

Ich habe diesen Text mit einem leeren Word-Dokument und einem blinkenden Cursor begonnen. Und trotzdem hatte ich keine Angst vor dem ersten Wort.

Denn das erste Wort – die ersten WÖRTER gar – hatte ich ja schon längst im Kopf: Es war der Arbeits-Titel dieses Textes, meine Themen-Idee.

Danach habe ich 3 Unter-Überschriften verfasst, die 3 Tipps.

Und dann? Musste ich nur noch abarbeiten.

Ich habe also NICHT mit dem Vorspann begonnen (denn den locker aus dem Ärmel auf ein leeres „Blatt Papier“ zu schütteln, das ist schon echte Fortgeschrittenen-Kunst).

Ich habe mir ERST eine Struktur geschaffen – damit war das Blatt nicht mehr weiß, und ich konnte sofort mit Punkt 1 loslegen.

Wenn du also beim Aufsatz-Verfassen immer wie paralysiert vor dem linierten Papier gesessen hast, versuch es doch mal mit diesem Vorgehen: 

  1. Schreib dein Thema auf (deinen Arbeits-Titel, den du immer noch verbessern kannst)

  2. Verfasse mehrere Unter-Überschriften, die z.B. aus 5 Tipps, 7 Fragen oder 9 wichtigen Zutaten für wasauchimmer bestehen können

  3. Arbeite dann die Unter-Überschriften ab (soweit wie du kommst, am nächsten Tag machst du weiter)

Die Struktur, der rote Faden entstehen so von allein – und du musst dich nicht künstlich darum bemühen.  

Überlebens-Tipp Nummer 3: Leiste dir einen Korrektur-Service 

Weißt du, was ich mit Dingen mache, in denen ich echt nicht gut bin? Ich gebe sie ab. Statt mir also zu sagen: „Mist, darin bin ich schlecht, das muss sich ändern!“ — sage ich mir lieber: „Nö. Das erledigt jemand, der’s kann.“

Also mach dir bitte nichts weiter aus deinen Rechtschreib-und-Grammatik-Lücken – und beauftrage für die Korrektur Leute, die sich damit auskennen. Ich wette, du hast dann mehr Zeit für Dinge, in denen du glänzen kannst!

Diese zwei Optionen hast du, um deine Texte überprüfen zu lassen:

Option 1: Künstliche Intelligenz prüft deinen Text

Mittlerweile gibt es Online-Tools, die Fehler in deinen Texten finden. Du schreibst deinen Text, lässt die Künstliche Intelligenz ihr Werk tun – und korrigierst ratzfatz Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler oder falsch gesetzte Kommata.

 Nach ein paar Tests muss ich dich allerdings warnen: Die Tools finden zwar zuverlässig falsch geschriebene und fehlende Wörter – aber manchmal übersehen sie Stellen, an denen ein Komma gesetzt werden sollte.

 Die schlimmsten Fehler bekommst du damit auf jeden Fall weg, und da es viele Versionen kostenlos gibt, solltest du jeden Text einmal „durchjagen“ (Wie oft übersieht das menschliche Auge etwas?!).

 Hier ein paar Beispiele für Online-Tools, die automatisiert deine Texte überprüfen:

Option 2: Du beauftragst einen echten Menschen für die Text-Überprüfung

Die Online-Tools erkennen nicht alle Fehler, vor allem bei der Komma-Setzung bleiben Lücken. Wenn du auf Nummer Sicher gehen willst, solltest du in ein Korrektorat investieren.

Das muss gar nicht teuer sein! Und wenn du mal darüber nachdenkst, dass gute, Suchmaschinen-optimierte Blogposts dir regelmäßig Traffic (und damit Kunden) bescheren, dann sollte es das durchaus wert sein.

Hier zwei Preis-Beispiele:

Als Richtwert: Dieser Text umfasst etwa 1200 Wörter. 

(Hinweis: Ich habe diese Agenturen nicht getestet und kann keine Aussage über die Qualität treffen!)

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Du willst endlich besser schreiben lernen und verständlicher klingen?

Dann hol dir hier meine kostenlose Liste mit 199 Wörtern, die du besser nicht verwenden solltest!

 
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Die Autorin:

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Pinot Noir.