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Brauche ich einen Pressebereich auf der Webseite?

  • 6 min read

Es ist nur ein Wort, aber es kann zaubern: Warum dir der Menüpunkt „Presse“ auf deiner Webseite Türen für dein Business öffnen kann, und was du dabei beachten solltest.

Manchmal werde ich gefragt: „Muss ich auf meiner Webseite wirklich einen Menüpunkt ‘Presse’ haben – finden Journalisten nicht auch so, was sie suchen? Recherche gehört doch zu ihrer Jobbeschreibung!“ 

Nun: Überlebensnotwendig ist es sicherlich nicht. Aber manchmal genau das Puzzleteil, das Redakteurinnen und freie Journalisten brauchen, um ein rundes Bild von dir und deinem Business zu bekommen. Und das dich als Gesprächspartner von anderen abhebt. 

Deshalb habe ich für dich die wichtigsten Vorteile zum Thema “Pressebereich auf der Webseite” zusammengestellt. 

Außerdem bekommst du drei clevere Hacks, mit denen du deine Presse-Seite noch optimieren kannst.

Zuerst zu den Vorteilen:

Vorteil Nr. 1: Deine Infos werden auch wirklich gefunden

Sicher kennst du das Schlagwort „User Experience“: Menschen finden sich gern auf den ersten Blick zurecht, egal, ob sie im Baumarkt nach dem richtigen Schlagbohrer suchen oder auf einer Webseite nach den passenden Informationen. 

So ist es auch hier: Das Wort „Pressebereich“ ist wie ein Hinweisschild: „Hier geht‘s lang.“

Idealerweise bringst du das Wort „Presse“ direkt in der Menüleiste unter. Alternativ im Footer, aber bedenke: Wir lesen von oben nach unten, auch online. 

Deshalb ist der Punkt in der Navigation wie ein Signal: Halt, hiergeblieben! Wichtig!

Journalisten sind es gewohnt, für sie aufbereitete Inhalte auf Webseiten schnell zu finden – und wenn nicht, machen sie sich oft nicht die Mühe, lang zu suchen. 

Mir erzählte einmal eine freie Autorin: „Wenn ich nicht innerhalb von ein, zwei Minuten gefunden habe, was ich suche, einen Ansprechpartner, überzeugende Kernthemen, bin ich gleich wieder weg. Meine Zeit ist kostbar.“

Also: Machen wir das meiste aus ihr!

Du willst den Artikel abkürzen? Die wichtigsten Tipps zum Thema „Presseseite“ findest du auch in diesem Video:

Vorteil Nr. 2: Ganz nebenbei überzeugst du auch Kunden

Dein Pressebereich ist dein Schaufenster für Menschen, die mehr über dich wissen wollen. Das funktioniert wie beim Billardspielen, über die Bande: Was andere über dich gesagt haben, fällt positiv auf dich zurück und macht neugierig. 

Deutlich sichtbare Presse-Erfolge auf deiner Webseite signalisieren allen Webseiten-Besuchern: Das hier ist nicht irgendeine Klitsche oder ein Garagen-Startup! 

Deshalb gehören zu den wichtigsten Inhalten in deinem Pressebereich Veröffentlichungen über dich, dein Buch oder dein Produkt – oder Interviews mit dir als Experte oder Expertin. 

  • Vielleicht hast du als Start-Upper in einem Wirtschaftsmagazin deine Gründungs-Story erzählt, etwa, warum du das Thema Carsharing-Apps anders denkst als deine Mitbewerber. 
  • Oder du bist Schmuckdesignerin und hast deine Produkte in einem hochwertigen Frauenmagazin zeigen dürfen.
  • Oder du bist als Karriere Coach zum Trend-Thema “Great Resignation” interviewt worden. Das hebt sofort deinen Experten-Status!

Am einfachsten funktionieren online-Texte, die du mit wenigen Klicks verlinken kannst. Du kannst auch ein PDF von Printartikeln auf deine Webseite stellen – aber nicht, ohne die Redaktion vorher zu fragen, ob das okay ist. 

Warum das wichtig ist? Copyright-Gründe. In der Regel erteilen Journalisten für solche Zwecke aber gern eine Freigabe.

Noch etwas: Wie überall im Leben gilt auch beim Thema Pressebereich „Klasse statt Masse“. 

Was heißt das?

Du musst nicht jede Lokalzeitungsmeldung verlinken, in der du erwähnt wirst. 30 Referenzen auf einmal wirken unter Umständen bemüht und erreichen das Gegenteil von dem, was du willst: Übersichtlichkeit, Klarheit, Stringenz.

Und: je aktueller, desto besser. Ist ja toll, dass du 2010 dem „Spiegel“ oder dem „Focus“ ein großes Interview gegeben hast – aber das ist halt verdammt lang her. Ganz oben stehen idealerweise Beiträge, die nicht älter als ein, maximal zwei Jahre sind.

Vorteil Nr. 3: Du wirkst professionell

Allein das Wort „Presse“ in der Menüleiste signalisiert: Hier ist jemand professionell, organisiert und ein ernstzunehmender Gesprächspartner. Nicht nur gegenüber Journalisten! 

Nehmen wir einen Konferenzveranstalter, der eine Speakerin zum Thema Nachhaltigkeit sucht: Warum nicht dich, als Produzentin veganer Kosmetikprodukte?

Oder denken wir an eine Verlagslektorin, die einen Autor für einen Erziehungsratgeber casten möchte: Wenn du als Erziehungs-Coach ein gern gesehener Interviewpartner für Familienmagazine und -blogs bist, hast du bei ihr schon mal einen Stein im Brett.

Damit wir uns nicht missverstehen: Der Pressebereich allein bringt dir noch keinen Buchdeal, keinen Platz unter Deutschlands Top-Speakern, und Hollywood ruft auch nicht an. Jedenfalls nicht gleich.

Aber er kann das entscheidende Quäntchen mehr sein, um dir Gewicht zu verleihen: „Wow, der ist aber umtriebig! Mensch, die weiß offenbar wirklich, wovon sie spricht!“

Klingt alles logisch?

Dann ran an deinen eigenen Pressebereich!

Hier noch 3 schnelle Top-Tipps:

Muss ich meinen gesamten Lebenslauf in den Presseberiech stellen?

Bloß nicht. Gerne kurz, knackig, mit Bullet Points zu den wichtigsten Stationen. 

Zum Beispiel: 

  • Du hast viele Jahre für einen großen Konzern gearbeitet ( = Erfahrung), 
  • du hast zwei Jahre im Ausland gelebt (= Weitblick), 
  • Du hast bestimmte Abschlüsse, die in deinem Bereich wichtig sind (= Seriosität).

Ein Pressebereich ist wie ein „Elevator Pitch“. Stell dir die Frage: Wenn ich mit einer Journalistin fünf Stockwerke im Aufzug fahre, was sind die Punkte über mich und mein Business, die nach dem Aussteigen bei ihr hängen bleiben sollen?

So kannst du ganz leicht herausfinden, was deine wichtigste Message ist. Und mit welchen Informationen über dich du sie am besten untermauerst.

„Soll im Pressebereich alles drinstehen, das Journalisten über mein Business wissen müssen?“

Und nochmal, weil’s so schön war: bloß nicht. Journalisten haben einen Mund (und ein Mailprogramm), sie können fragen, wenn sie Details wissen wollen. 

Viel entscheidender für deinen Pressebereich ist: Was ist deine Expertise? Wozu hast du wirklich etwas zu sagen? Was kannst du aktiv anbieten? 

Wenn wir schon von Mailprogrammen sprechen: Wenn eine Journalistin den Online-Pressebereich betritt, erwartet sie natürlich, dass sie schnell den richtigen Ansprechpartner findet, mit Namen, Kontaktinfo und gerne einem richtig guten Foto. 

 „Gutes Stichwort! Ich hab kein Geld für einen Profifotografen, tut’s auch ein Selfie?“

Die lange Antwort: Wenn du Selfiestick-Hersteller bist, vielleicht schon. Aber selbst dann solltest du lieber eine Fotografin beauftragen, die das Bild für dich inszeniert.

Die kurze Antwort: lieber nicht.

Denn so sehr wir uns an Selfies gewöhnt haben: Journalisten sind Profis, sie erwarten professionelle Optik. Manchmal ist sie sogar ein Grund, jemanden als Interviewpartner auszuwählen: „Super, der hat gutes Bildmaterial, dann müssen wir den nicht extra shooten.“

Und ich kann aus meiner Zeit als Journalistin sagen: Mehr als einmal habe ich, wenn ich mehrere Interviewpartner zur Auswahl hatte, denjenigen genommen, der mir am sympathischsten war. 

Keine Sorge, hier geht’s nicht um einen Beauty-Contest oder ein Modelcasting. Nur darum: Kommt dieser Interviewpartner auf Bildern sympathisch, freundlich, nahbar rüber? 

Wenn dann noch Licht und Tiefenschärfe stimmen, hast du zehn von zehn möglichen Punkten. 

Du willst den Pressebereich auf deiner Webseite mit Inhalt füllen?

Dann nimm deine Pressearbeit selbst in die Hand und starte direkt mit meinem 10-Tages-Training. Jeden Tag verrate ich dir dort zwei wichtige Tipps, die du unbedingt anwenden solltest.

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Marike Frick

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Rotwein.