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2021: Mein Business-Jahresrückblick

Was passiert hinter den Kulissen in einem Online-Business mit 50% Umsatz-Wachstum? Das zeige ich in diesem Blogpost, in dem ich auf 2021 zurückblicke.

Im ersten Teil dieses Business-Rückblicks gehe ich chronologisch vor, weil ich zeigen möchte, wie lang manches braucht von der Idee bis zur Umsetzung – oder auch, wie schnell es manchmal gehen kann. Und weil ich so auch über Details schreiben kann, die andere inspirieren mögen – die in einem groben Überblick aber keinen Platz hätten.

 Im zweiten Teil fasse ich zusammen, was für mich 2021 besonders gut funktioniert hat.

– TEIL 1: MEIN BUSINESS-JAHR MONAT FÜR MONAT –

 JANUAR

So war meine Situation Anfang 2021: Ich hatte

  • gerade ein Jahr mit 500.000 Euro Umsatz erlebt
  • ein Team von 7 Freelancern, die fest und täglich mit mir arbeiteten
  • mich gerade dafür entschieden, mein Presse-Programm komplett neu aufzusetzen und zu verkaufen
  • Aus dem 3-Monats-Programm „Mein Business in der Presse“ sollte das Jahresprogramm „Presse Rockstars“ werden.
  • Ich wollte langfristige Rundum-Betreuung anbieten, mit wöchentlichen Video-Feedbacks als Herzstück. Darauf war ich gekommen, weil ich seit drei Monaten selbst in einem Programm war, in dem ich die Möglichkeit auf wöchentliche Einreichungen hatte. Ich fand das so klasse, dass ich das für meine Teilnehmer auch wollte!
  • Statt wie gewohnt zu launchen und jeden als Käufer zuzulassen, wollte ich ein Bewerbungs-System einführen. Denn nicht für jeden ist groß angelegte Pressearbeit das Richtige – einige sind einfach noch nicht so weit, andere haben mit ihrem Thema wenig Chancen bei Journalisten. Bewerbungen sollten uns ermöglichen, eine Vorauswahl zu treffen.
  • Ich wollte das Programm über eine dreitägigen Workshop verkaufen. Obwohl, falsch: Ich wollte den Workshop nutzen, um mehr Bewerbungen zu erhalten. Das macht in meinem Kopf einen großen Unterschied: Es ist angenehmer, zu sagen „Bewirb dich unverbindlich!“ als „Kauf bei mir!“

All diese Veränderungen beruhten auf dem, was ich in einem amerikanischen Programm gelernt hatte (es heißt „High Ticket Hybrid“ und wird von Mariah Coz angeboten, der ich schon lange folge).

Ich war extrem gespannt, wie es laufen – und ob es in Deutschland genauso gut funktionieren würde, wie in den USA!

Mein Team und ich arbeiteten im Januar an den Vorbereitungen für diesen Launch – und kümmerten uns parallel um die Teilnehmer in meinem großen Programm „Populär!“. Sie wurden bestens betreut durch ein Team aus 3 Journalistinnen, einer Community-Managerin, einer Assistentin und einer Programm-Managerin. Im laufenden „Presse Rockstars“-Programm – einer eher kleineren Gruppe – lief der Betrieb mit Hilfe einer der Journalistinnen und meiner Programm-Managerin ebenfalls weiter.

Seit unseren internen Team-Workshops im Dezember war mir aber auch klar geworden: dass einige in gleich zwei Programme eingespannt waren – das konnte so nicht weitergehen.

Wenn das neu aufgestellte Presse-Jahresprogramm funktionieren und Populär! weiterhin mit so vielen Teilnehmern laufen sollte, brauchte ich also in den nächsten Monaten neue Leute im Team.

Nur sollten sie diesmal festangestellt sein.

Was für ein neuer, fremder Gedanke!

Meine Überraschungs-Entdeckung des Monats waren: Zoom Parties. Ich stellte eine Playlist zusammen, übertrug das via Zoom – und dann tanzten wir einfach zusammen, meine Programmteilnehmer, mein Team und ich.

Wer hätte gedacht, wie viel Spaß das machen würde?

Bild: Zoom Parties – Wer hätte gedacht, dass tanzen vor dem Bildschirm so viel Spaß macht?

FEBRUAR

Im Februar kam unsere neue Virtuelle Assistentin Leonie an Bord. Sie wurde schnell angelernt und in unsere Systeme eingeführt – geräuschlos organisiert von meiner „Dienstältesten“ im Team, Lisa.  

Mein Team arbeitete nun auf Hochtouren, um den dreitägigen Workshop „Mein Presse-Erfolg 2021“ möglich zu machen. Wer den kostenpflichtigen Workshop besuchte, sollte die Möglichkeit erhalten, sich bei uns für die „Presse Rockstars“ zu bewerben. So sprachen wir eine Zielgruppe an, die bereits Geld investiert hatte (keine „Freebie-Jäger“).

Das doch recht komplexe automatisierte Bewerbungs-System musste allerdings erst mal eingerichtet und viele Male getestet werden. Dazu kam der Verkauf der Tickets für den Workshop (über Anzeigen und per E-Mail-Marketing). Mehr als 700 Teilnehmer meldeten sich schließlich an.

Die Workshop-Woche war dann wirklich verrückt: Im Minutentakt gingen Bewerbungen für die „Presse Rockstars“ ein, mein Team kam im Hintergrund kaum mit dem Prüfen hinterher. Ich hielt eine Session nach der anderen ab – und war nach drei Tagen Dauer-Präsenz ziemlich durch.

Gleichzeitig fragte ich mich: Würden die Leute kaufen – obwohl wir den Preis so hoch angesetzt hatten wie nie zuvor? Das Programm kostete vier Mal so viel wie sein Vorgänger. Ein schlechtes Gewissen hatte ich dabei übrigens nicht: Schließlich sollten die neuen Teilnehmer eine deutlich engere Betreuung erhalten – und viel länger begleitet werden!

Dann kamen die ersten Buchungen rein – und nach einer Woche waren es insgesamt 54.

Ich war völlig baff. Und begeistert.

Die ganze Arbeit hatte sich gelohnt!

MÄRZ

Im März ging es gleich weiter mit dem Verkaufen: Wir wollten unseren Populär!-Teilnehmern ein Folgeangebot machen.

Ich hatte mir in der Zwischenzeit (wann eigentlich? Ich erinnere mich nicht mehr genau :-D) ein völlig neues Konzept überlegt.

Auch hier wollte ich wöchentliches Feedback ermöglichen – wenn auch nur über sechs Monate.

Der Zufall brachte mich ins Gespräch mit Liske, einer Journalistin, die gerade nach einem neuen Job suchte. Ich wusste schnell, dass sie perfekt sein würde als Schreib-Coach im neuen Programm.

Liske sollte in Rekordzeit meine allererste Festangestellte werden – worüber ich noch heute super happy bin.

Allerdings hatte ich damals keine Ahnung, was eine Festanstellung mit sich bringen würde. Was musste ich beachten? Wie ging das mit der Krankenversicherung? Zumal ich in der Schweiz lebe, Liske aber in Deutschland.

Den März verbrachte ich deshalb auch mit der Suche nach jemandem, an den ich alles rund um die Festanstellung auslagern konnte. Zum Glück fand ich schnell einen Treuhänder, der sich mit der Thematik auskannte und alles übernahm. Wieder etwas ausgelagert!

So passierte vieles parallel, Baustellen gab es genug:

  • Wir mussten den Programmstart für unsere 54 neuen „Presse Rockstars“ im April planen
  • Das „Populär!“-Nachfolgeprogramm begann auf dem digitalen Papier zu entstehen
  • Ich entwickelte erste Arbeitsblätter, Vorlagen und Folien für die Kursvideos
  • Ich plante die Verkaufs-Aktionen, um Teilnehmer für das Programm zu gewinnen – und wir verkauften 24 Plätze
  • Liskes Festanstellung wurde in die Wege geleitet
  • Nebenher kümmerte ich mich natürlich auch noch um Social Media und meinen wöchentlichen Newsletter. Verrückt eigentlich.

APRIL

Der April begann mit den Osterferien, die wir mal wieder in den Schweizer Bergen verbrachten. Während meine Familie noch mal den Schnee zum Skifahren nutzte, nahm ich in unserem Chalet mit großartigem Blick auf die Schweizer Berge ein Kursvideo für das Populär!-Nachfolgeprogramm (die „Populär! Rockstars“) nach dem anderen auf.

Wir hatten dafür intern ein Google Doc, auf dem die gesamte Kursplanung zu sehen war. Alles, was noch nicht fertig war, war rot markiert, fertiges in grün.

Tamara aus meinem Team sollte die Kursleitung der „Populär! Rockstars“ übernehmen. Sie gestand mir irgendwann, es habe sie schon einigermaßen nervös gemacht, als 10 Tage vor Start des Programms noch über die Hälfte des Dokuments rot aussah.

Dann setzte ich aber im Stundentakt die Kurseinheiten auf grün – und wurde mit drei, vier Stunden täglicher Arbeitszeit bis Ende des Urlaubs fertig.

Nach den Osterferien starteten wir schwungvoll in die „Populär! Rockstars“.

Aber auch die bald startenden „Presse Rockstars“ sollten nun aktualisiertes Material erhalten.

  • Ein Onboarding-System, damit sich jeder gut zurechtfand
  • Überarbeitete Kursvideos
  • Neue Arbeitsblätter, die die Teilnehmer für Feedback bei uns einreichen konnten

Als Ziel hatte ich mir gesetzt: Alles, was bei uns eingereicht wurde, sollte schon eine möglichst hohe Qualität haben. Deshalb richteten wir ein Schritt-für-Schritt-System ein:

  • Die Teilnehmer schreiben anhand von Leitfragen runter, was an ihnen für Journalisten interessant sein könnte – wir sagen, welche Punkte uns in Auge springen
  • Diese Punkte verfolgen die Teilnehmer weiter und entwickeln konkrete Themen-Ideen – darauf gibt es wieder Feedback mit konkreten Hinweisen
  • Mit Hilfe dieser Hinweise erstellen die Teilnehmer E-Mails an Journalisten – und erhalten wieder Feedback

Das bedeutete viel Strategie-Arbeit und Nachdenken – gute Arbeitsblätter aufzusetzen kann echt anstrengend sein!

Mit meinen Kunden tanzte ich am letzten Tag des Monats virtuell in den Mai – es war die letzte Zoom-Party der Winter-Saison.

MAI

Im Mai war ABLIEFERN angesagt.

Die „Presse Rockstars“ starteten, die „Populär! Rockstars“ gingen weiter. Wir veranstalteten Sprints, es gab in beiden Programmen wöchentliche Video-Feedbacks, Fragerunden, Betreuung in den Facebook-Gruppen.

Dass das wie am Schnürchen anlief, liegt an meinem großartigen Team.

  • Feedbacks und Facebook-Gruppen-Betreuung übernahmen die Journalistinnen im Team – nun aufgeteilt auf die zwei Programme, so dass es keine Überschneidungen mehr gab
  • Jedes Programm hatte jeweils eine Programm-Managerin und eine Operations Managerin für alle technischen Abläufe
  • Ich selbst musste nur noch dirigieren – und natürlich Inhalte liefern, zum Beispiel in Fragerunden und Workshops

Ich hatte mir als Ziel gesetzt, so viel Autonomie zuzulassen, wie möglich. Das hieß auch: Ich musste nicht mehr bei allen Calls dabei sein.

Das fand ich ziemlich befreiend!

Ein spontaner Launch meines Schreibkurses „Besserschreiber“ brachte darüber hinaus mit nur ein paar E-Mails und ohne weiteres Brimborium etwa 40.000 Euro Umsatz. Normalerweise verkaufen wir diesen Kurs in einem Evergreen-Funnel – aber ich bot ihn einfach noch mal allen an, die diesen Funnel noch nicht durchlaufen hatten. Dank meiner gut gefüllten E-Mail-Liste funktionierte das wunderbar.

JUNI

Der Juni begann dekadent – in einem 5-Sterne-Hotel in Palma de Mallorca.

Ich hatte mein „second brain“ Natalie und mich dort vier Tage eingebucht, zum ausführlichen „Strategisieren“. Die Entscheidung dafür war – wie so oft bei mir – innerhalb weniger Minuten gefallen, irgendwann abends auf dem Sofa.

Erst war da nur so ein Blitzlicht-Gedanke – der wurde schnell zur fixen Idee – und dann war die Sache eigentlich schon geritzt.

Es tat nach diesem Corona-Winter einfach nur gut, in der Sonne zu sein, gutes Essen zu genießen – und mit Meerblick auf der Rooftop-Terrasse zu arbeiten und mal ganz in Ruhe Grundlegendes durchzusprechen.

Workation auf Mallorca: Arbeiten und brainstormen mit Aussicht

Auf Mallorca entschied ich mich gegen ein Programm, das eigentlich geplant gewesen war – ich wollte im Sommer wieder eine kleine Mastermind mit dem Namen „Backstage“ (Blick hinter meine Kulissen) stattfinden lassen.

Mir wurde aber klar: Mit all dem, was gerade parallel ablief, war ein erneuter Launch keine gute Idee.

  • Ich plante ein Team-Retreat für Anfang Juli
  • Wir mussten vier neue Team-Mitglieder finden, damit genug Zeit zum Onboarden vor dem Programmstart von „Populär!“ im Herbst bleiben würde
  • Das „Dirigieren“ der zwei laufenden Programme war zeitweise dann doch wieder mehr als nur ein Dirigieren: Wir sprachen zeitaufwendig einzelne Feedbacks durch – und ich musste selbst auch immer mal wieder Feedback-Videos übernehmen, weil es sonst nicht zu stemmen war

Einmal gefasste Pläne wieder loszulassen fällt mir schwer. Aber im Nachhinein war es genau die richtige Entscheidung gewesen, „Backstage“ auszusetzen.

Schließlich will ich mein Business auch genießen können, und nicht in Arbeit ertrinken!

Den Rest des Monats konnte ich mich so auf das Vorbereiten des fünftägigen Team-Retreats konzentrieren.

Die Entscheidung für das Retreat-Hotel war übrigens mitten im düstersten Corona-Winter gefallen. Als ich damals die tollen Hotelzimmer, das Restaurant und die wunderschöne Terrasse sah, wusste ich sofort: GENAU DA wollte ich im Sommer mit meinem Team Cocktails trinken.

JULI

Das Hotel Seezeitlodge hielt, was es auf den Fotos im Internet versprach. Und obwohl bis kurz vorher nicht sicher war, ob jede von uns geimpft sein würde – am Ende konnten fast alle anreisen. Nur Lisa war aus privaten Gründen nicht dabei.

Ich kann es kaum beschreiben, was dieses Retreat für mich bedeutete: Da standen plötzlich all die Frauen vor mir, mit denen ich täglich zu tun und die ich schon so oft in Zoom gesehen hatte – viele von ihnen aber noch nie „in echt“.

Dass wir es uns es hier, in so wunderschöner Umgebung einfach nur gut gehen lassen konnten, das war natürlich auch ihr Verdienst (das Geld verdiene ich schließlich schon lang nicht mehr allein, sondern nur mit ihrer Hilfe) – und trotzdem war ich stolz wie Bolle auf das, was ich in nur wenigen Jahren geschaffen hatte.

Mein Business konnte sich das leisten.

Mein Business hatte diese großartigen Individuen angezogen.

Mein Business ermöglichte uns eine kleine Luxus-Auszeit, die wir so richtig nötig hatten.

Wir hatten Coaches für Team-Workshops eingeladen, machten ein Profi-Fotoshooting, gingen spazieren, bekamen tolles Essen serviert, hingen im wunderschönen Spa-Bereich ab, saßen cool mit Laptops in der Lobby rum – und trafen (psssst, nicht weitersagen!) Christoph Maria Herbst am Aufzug und im Restaurant.

Zurück am Schreibtisch blieben mir noch vier Tage für Vorstellungsgespräche mit Journalistinnen, die sich für eine unserer drei offenen Stellen beworben hatten. Die Entscheidungen fielen recht schnell. Ich setzte Verträge auf – und verabschiedete mich in eine weitere Auszeit, diesmal mit einer Freundin in der Toskana. Denn mittlerweile lief ja alles auch ganz wunderbar ohne mich!

Einen Call machte ich noch aus dem Hotelzimmer heraus, danach konnte ich mich 8 Tage lang auf Pasta, Wein und Landschaft konzentrieren.

Und als ich zurückkam, begann schon bald unsere hoch offizielle vierwöchige Sommerpause.

In dieser Sommerpause betreuen wir keine Kunden, haben unsere E-Mails auf „out of office“ gestellt, es finden auch keine internen Calls statt.

Wir sind einfach nicht da.

Weil ich mir mein Business halt mache, wie es mir gefällt.

AUGUST

Von Mitte Juli bis Mitte August waren wir bei meinen Eltern in Mecklenburg und in Spanien, wo die Familie meines Mannes wohnt. Und es war das erste Mal, dass ich vier Wochen am Stück tatsächlich nur urlaubte und nicht arbeitete!

Nach der Rückkehr an den Schreibtisch lag mein Fokus darauf, einen Onboarding-Prozess für unsere vier neuen Mitarbeiterinnen aufzubauen.

Dabei schaute ich mir einiges bei Mariah Coz ab, in deren Jahresprogramm ich immer noch war (und bis heute bin) – anderes entsprang dem gesunden Menschenverstand. Es entstand folgendes System:

  • Jede Neue im Team bucht sich eigenständig einen Onboarding-Call mit mir, mit ihrer Programm-Managerin und mit unserer Head of Operations Lisa
  • Wir schalten die neue Mitarbeiterin für ein internes Klassenzimmer frei, in der sie alle Informationen findet, die sie braucht: wie wir mit Kunden umgehen, wie man bei uns Urlaub einreicht, welche Tools wir nutzen
  • Für die ersten vier Wochen erhält sie einen detaillierten Plan mit Aufgaben – etwa Videos zu unseren Tools anzuschauen, sich in „ihren“ Kurs einzuarbeiten und sich mit jeder Einzelnen aus dem Team auf einen kurzen Kennenlern-Call zu verabreden
  • Der neuen Mitarbeiterin wird außerdem ein „Onboarding-Buddy“ zugeteilt, dem sie jederzeit Fragen stellen kann
  • Da „Eigenverantwortung“ ein wichtiger Wert für uns ist, arbeitet sich jede neue Mitarbeiterin selbständig durch diesen Plan – weiß aber immer genau, wen sie fragen kann, wenn sie irgendwo feststeckt

Als das alles erst einmal aufgesetzt war, war das Ergebnis magisch: Bis auf den Onboarding-Call gab es für mich rein gar nichts zu tun. Manchmal fragte ich mich, warum die Neuen eigentlich so still waren – nur um die Antwort zu erhalten „Läuft alles bestens, ich arbeite mich Schritt für Schritt ein!“

Nach diesem Prinzip durchliefen bis Mitte Oktober vier neue Festangestellte ihren Onboarding-Prozess – drei Journalistinnen und eine neue Programm-Managerin für „Populär!“.

Ende August boten wir in einer kleinen E-Mail-Aktion unser 6-Monats-Programm „Populär!“ für Frühbucher an. 35 buchten – trotz Preiserhöhung! Bestens gelaunt sah ich dem großen Launch Anfang Oktober entgegen. Ein typischer Spruch aus meinem Team klang in diesen Tagen so: „Du willst 150 im Programm haben? Ok, dann werden es also 200.“ Das feuerte mich nur weiter an.

SEPTEMBER

Anfang September hatte ich mal wieder eine meiner berüchtigten spontanen Ideen.

Es stellte sich heraus, dass ich am 9. Oktober zu einer wichtigen Familienangelegenheit in Rostock sein musste. Am 8. Oktober wollten wir laut Plan aber den Warenkorb für „Populär!“ schließen – jede Veränderung hätte Folgen für den Kursablauf gehabt. Ich konnte deshalb am 8. Oktober unmöglich im Zug nach Rostock sitzen! Ich grübelte hin und her. Sollte ich schon am 7. nach Rostock fahren? Da hatten wir einen „Tag der offenen Tür“ geplant. Also den gesamten Launch schon oben in einem Hotel in Norddeutschland verbringen? Irgendwie komisch.

Obwohl – was, wenn mein Team dann auch „da oben“ wäre…?

Ich mag fixe Ideen. Oft sind es die besten.

Und so kündigte ich spontan ein Team-Retreat für Anfang Oktober in Rostock an – wer wollte, konnte dabei sein.

Zum ersten Mal gemeinsam, live mit anderen launchen, statt allein vor dem Bildschirm! Ich war richtig aufgeregt.

Den Rest des Monats arbeitete ich Aufgaben ab, die meine Launch-Vorbereitungs-Queen Lisa mir akribisch in unserem Planungs-Tool asana zugeteilt hatte. Und unterstützte unsere „Populär! Rockstars“, die ihre letzten Wochen bei uns verbrachten, sowie wie „Presse Rockstars“.

OKTOBER

„Aufregend“ ist das richtige Wort, um die Launch-Tage in Rostock zu beschreiben. „Schlaflos“ wäre das nächste.

So hatte mein Plan ausgesehen: Wir heben den Preis an, weil das Programm definitiv 1000 Euro mehr wert ist – deshalb brauchen wir auch mehr Menschen, die an unserem kostenlosen Bootcamp teilnehmen, denn die Conversion wird beim höheren Preis sinken. Pi mal Daumen, dachte ich, müssten etwa 750 mehr Anmeldungen die geringere Conversion ausgleichen – und ich würde bei den gleichen Anmeldezahlen wie aus dem Vorjahr landen. Damals hatten wir knapp 150 Populär!-Teilnehmer gehabt.

Schon nach den ersten 24 Launch-Stunden war mir klar: Das würden wir nicht schaffen.

Also lief mein Gehirn auf Hochtouren: Was könnte ich noch drehen, um das Ergebnis zu verbessern?

Dann fiel auch noch Facebook aus und war stundenlang nicht aufrufbar – dabei fand doch ein großer Teil unseres Launches in einer geschlossenen Facebook-Gruppe statt! Ich muss zugeben, dass ich in dieser Nacht besonders schlecht geschlafen habe. Von unserem Bootcamp hing einfach zu viel ab.

Am nächsten Morgen war Facebook zwar wieder da. Die innere Unruhe aber blieb, und mein Kopf rotierte nonstop. Morgens wachte ich irre früh auf, abends konnte ich kaum einschlafen. Ich hatte immerhin ein Team von vier Journalistinnen nur für diesen Kurs aufgebaut, dazu eine neue Programm-Managerin in Vollzeit an Bord geholt, die alle bezahlt werden wollten! Der Druck war spürbar gewachsen. Es war kein Spaß mehr und „Mal gucken, was wir reißen können“ – sondern jetzt MUSSTE ich eine kritische Masse erreichen, um mir mein Team wirklich leisten zu können!

Durch viele kleine Aktionen hatten wir am Ende des Launches dann doch noch etwa 100 Anmeldungen und stießen gemeinsam darauf an. Das zusammen zu erleben war wirklich sehr besonders!

100 Anmeldungen waren kein schlechtes Ergebnis – denn der Programm-Preis war ja um 50% gestiegen. Trotzdem hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Und Misserfolge – wenn auch nur gefühlte – stacheln mich an…

Deshalb arbeitete ich schon im Zug auf dem Weg nach Hause an einem Plan B. Zusammen mit Natalie entwickelte ich eine Mini-Kampagne, um nochmals ein paar VIP-Plätze zu verkaufen – was auch bis zum Start des Kurses gelang.

Am Ende waren wir bei 110 Buchungen. Ich hatte etwas mehr Umsatz gemacht als im Jahr zuvor, aber deutlich weniger Teilnehmer zu betreuen. Dieser Gedanke stimmte mich dann doch noch milde.

Da meine neue Programm-Managerin zusammen mit meinem Team den Programmstart bestens vorbereitet hatte, blieb meine einzige Rolle von jetzt an: Inhalte liefern. Zum Glück, denn ich musste erst mal wieder runterkommen! Dabei half mir eine Workation-Woche mit meiner Familie in Norditalien. Weil mein Mann mittlerweile auch selbstständig ist, arbeiteten wir beide jeweils ein paar Stunden am Tag – und ließen es uns den Rest des Tages in wunderschöner Umgebung mit unseren Kindern gut gehen.

NOVEMBER

Erfreulich wenig Termine – so ist mir der November in Erinnerung geblieben. Endlich konnte ich ein Projekt angehen, das wir seit dem Frühsommer vor uns hergeschoben hatten: den Evergreen-Verkauf der „Presse Rockstars“. Das System sollte so aufgebaut werden, dass man sich jederzeit bei uns bewerben konnte, nicht nur einmal im Jahr. Ich hatte also gut zu tun, das aber in meinem eigenen Tempo und ohne viele Zoom-Calls.

„Populär!“ lief bestens mit minimalem Aufwand von meiner Seite. Ich konnte mich im Programm auf das konzentrieren, worin ich gut bin: Brainstormen mit Teilnehmern in wöchentlich zwei Fragerunden, Fragen beantworten in der Facebook-Gruppe – that’s it. Für unsere “Presse Rockstars” führten wir einen klasse 2-Tages-Workshop mit Gast-Experten durch.

DEZEMBER

Das Jahr lief gemächlich aus. Der Evergreen-Funnel für die „Presse Rockstars“ stand, und über ein paar Sonder-Aktionen per E-Mail kamen viele neue Bewerbungen rein. Mein Team erledigte den Hauptteil der Arbeit, der dadurch anfiel: Bewerbungen prüfen, Fragen beantworten, Gespräche mit Interessenten führen. Mein Anteil am Verkaufen lag bei E-Mails und Social Media Posts.

Wir hatten uns ganz wunderbar eingegroovt – und ich hatte das gute Gefühl, dass die viele Vorarbeit aus den vergangenen Monaten sich so richtig auszahlte: Alle hatten ihren Platz gefunden, die Strukturen zur Zusammenarbeit standen. Ich hatte jetzt zwei Programm-Teams, in denen die wöchentlichen Abläufe klar waren und vieles ohne mein Zutun passierte.

Gleichzeitig war die personelle Besetzung nun so gut, dass es kein Problem war, als meine Mitarbeiterin Leonie sich für den Dezember eine vierwöchige Auszeit wünschte. Und es brachte uns auch nicht in Probleme, wenn mal das Kind einer Mitarbeiterin in Quarantäne zu Hause saß und sie deshalb kürzertreten musste.

Genau das war seit unserem Retreat im Juli mein Ziel gewesen.

HABE ICH ERREICHT, WAS ICH MIR ANFANG DES JAHRES VORGENOMMEN HATTE?

>> Ich wollte einen besseren Überblick über meine Finanzen gewinnen und weniger Zeit mit Excel-Tabellen verbringen – CHECK, gelungen! Ein externer Treuhänder kümmert sich jetzt um einen Großteil meiner Finanzen und erstellt mir ein monatliches Reporting

>> Ich wollte die „Presse Rockstars“ als Jahresprogramm aufsetzen – CHECK, gelungen!

>> Ich wollte mehr Aufgaben abgeben und wissen, dass es trotzdem läuft – CHECK, gelungen! Ich arbeite zunehmend AM Unternehmen statt IM Unternehmen.

>> Ich wollte meine Führungsrolle professionalisieren – WORK IN PROGRESS. Ich habe für mich gut definiert, wie ich führen will – aber ich lerne auch immer noch dazu.

>> Ich wollte herausfinden, wie wir stundenweise ehrenamtliche Organisationen unterstützen können – WORK IN PROGRESS. Gemeinsam mit dem Team habe ich eine Idee formuliert. Diese Idee umzusetzen wird 2022 Aufgabe meiner neuen Teamleiterin Helen sein.

MEIN BUSINESS-JAHR 2021 IN ZAHLEN

  • Umsatz: ca. 790.000 Euro
  • Ausgaben: ca. 630.000 Euro
  • Gewinn vor Steuern: 160.000 Euro
  • Investitionen in Weiterbildung für mich: ca. 19.200 Euro
  • Investitionen in Coachings und in Workshops für mein Team: 19.300 Euro
  • Urlaubs-Wochen: sieben im kompletten Urlaubs-Modus, zwei als „halb Arbeiten, halb Urlauben“
  • Wachstum der E-Mail-Liste: ca. 3800 (auf 21.320 Abonnenten)
  • Mitarbeiter: 4 Festangestellte in Teilzeit, 1 Festangestellte in Vollzeit, 7 Freelance-Mitarbeiterinnen für die tägliche Zusammenarbeit, 3 Freelancer für gelegentliche Aufgaben

– TEIL 2: DAS HAT 2021 FÜR MICH FUNKTIONIERT –

Aufs Bauchgefühl hören

Wenn ich eine spontane Idee habe, dann zuckt diese wie ein Blitz durch meinen Kopf. Diese Ideen sind oft die besten.

Manchmal rückt mir mein Team dann zwar behutsam den Kopf zurecht und macht mir klar: „Marike, wenn du das wirklich machen willst, dann bedeutet das A, B und C. Willst du das wirklich?“ Oft aber sind diese Ideen der Anfang großartiger Entwicklungen.

  • Irgendwann am Abend auf dem Sofa kam mir die Idee für ein „Planning Retreat“ in Mallorca
  • Sofort angefixt war ich, als Natalie in Mallorca sagte: „Weißt du, wer ideal für den Job als Programm-Managerin wäre? Eine Lehrerin. Da fällt mir auch glatt jemand ein…“ Wenige Wochen später holten wir Helen an Bord, eine ausgebildete DaF-Lehrerin, die damals bei einem Weiterbildungs-Anbieter ein Team leitete.
  • Ein Team-Retreat mit Launchen verbinden? Mein Bauchgefühl jubelte sehr schnell, als mir diese Idee kam. Schon ein paar Tage später informierte ich das gesamte Team.

Mittlerweile traue ich meinem Bauchgefühl vieles zu. Was macht mir Freude – was nicht? Was fühlt sich mühsam an – was elektrisiert mich? Bei welchen Menschen funkt es – und bei welchen ist da ein Störgefühl?  

Vorausplanen – und Pläne immer wieder anpassen

Mir war klar, dass ich in diesem Jahr viel besser würde planen müssen. Mein Team hatte mir Ende 2020 einen klaren Auftrag gegeben: Es wünschte sich eine bessere Aufteilung, kein Hin- und Herhüpfen zwischen zwei Projekten mehr. Und bitte keine ad-hoc-Aktionen, die viel plötzlichen Arbeitsaufwand bedeuten!

Wann immer ich in diesem Jahr etwas Größeres plante, musste ich also mehrere Wochen und Monate vorausdenken. Für den Launch der „Presse Rockstars“ im März brauchten wir mehr Assistenz – und die musste Zeit haben, sich einzuarbeiten. Für den Start der „Populär! Rockstars“ brauchten wir eine neue Journalistin an Bord, damit niemand „springen“ musste. Und damit „Populär!“ im Oktober in die nächste Runde gehen konnte, brauchten wir weitere Mitarbeiter. Diese Jobs schrieben wir schon im Juni aus (ja, für mich „schon“ – denn vier Monate im Voraus zu denken ist eine neue Erfahrung!).

Ich habe dieses Jahr viel Zeit mit den-Weg-ebnen verbracht, und zwar weniger in den Programmen, dafür aber sehr viel hinter den Kulissen gearbeitet. Und das hat sich sowas von ausgezahlt! Am Ende des Jahres war ich endlich an dem Punkt, auf den ich hingearbeitet hatte: Ich konnte weniger und entspannter arbeiten – und trotzdem lief alles wie geschmiert. Das brauchte einiges an Vorarbeit, die durchaus auch mal stressig war.

Damit ich mich beim Weg-ebnen nicht überfordere, musste ich aber auch das eine oder andere Projekt schieben – etwa die „Evergreenisierung“ der „Presse Rockstars“. Das war eigentlich für das späte Frühjahr geplant gewesen, passierte dann aber erst im November.

Und das war rückblickend: total egal.  

Mitarbeiter einbeziehen

Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, was für eine Chefin ich sein will, und lasse mich dabei auch coachen.

Was mir besonders wichtig ist: Jede im Team soll die beste Version ihrer selbst sein können. Deshalb haben wir uns während unseres Team-Retreats einen ganzen Tag lang mit wichtigen Fragen beschäftigt: Wie will ich eigentlich arbeiten? Was tut mir gut? Was sind meine Ziele? Wie würde meine ideale Mischung aus Arbeiten und Leben aussehen?

Daraus habe ich vor allem mitgenommen: Wir brauchen eine bessere personelle Besetzung – in beiden der großen Programme, sowohl „Populär!“ als auch „Presse Rockstars“. Zwar war dort bislang alles ok gelaufen, aber es durfte niemand ausfallen – und das führte dazu, dass man im Zweifel lieber arbeitete, statt sich vernünftig auszukurieren.

Generell sollte niemand am Anschlag arbeiten müssen, und es müssen Auszeiten möglich sein. Auch dafür brauchen wir eine gute personelle Besetzung.

Deshalb habe ich in diesem Jahr sehr viel Geld in meine Mitarbeiterinnen gesteckt – in neue Stellen und auch in Team-Events, damit wir gut zusammen arbeiten können, obwohl wir alle an unterschiedlichen Orten sitzen. Ich habe sogar so viel investiert, dass mein Gewinn niedriger ist, als im letzten Jahr – obwohl mein Umsatz deutlich gestiegen ist.

Aber ich gewinne damit etwas ganz anderes: zufriedene Mitarbeiter, die aus Überzeugung für mich arbeiten. Und ich weiß, dass ich einen Unterschied mache im Leben dieser Menschen.

Außerdem stehen auf meiner eigenen Agenda nur noch Dinge, in denen ich wirklich gut bin und die mir Spaß machen.

Und für genau sowas hat man doch ein Business mit Mitarbeitern, oder?

„Was und wen willst du erreichen?“

Diese sehr schlaue Frage stellte mir Natalie aus meinem Team im Populär!-Launch. Als dieser eigentlich schon abgeschlossen war, wollte ich noch mal eine Mini-Aktion starten, um ein paar letzte Käufer zu gewinnen. Meine spontane erste Idee war nicht schlecht – richtete sich in der Ansprache aber eher an diejenigen, die noch zögerten und unsicher waren. Durch Natalies Frage dachte ich nach: Wäre es nicht viel Erfolg versprechender, es gezielt bei Menschen zu versuchen, die einfach wenig Zeit gehabt hatten, um meinem Launch zu folgen? Die das alles nur so am Rande mitbekommen hatten, weil sie zu busy mit ihren eigenen Kunden waren? Für diese Menschen war unser GOLD-Programm perfekt.

Ich beantwortete Natalies Frage nun also damit: „Ich möchte eher beschäftigte, schon recht erfolgreiche Menschen für das GOLD-Programm begeistern, bei denen sie 1:1-Leistungen erhalten, die perfekt für ihren vollen Terminkalender sind.“

Die E-Mails, die ich dann rausschickte, trugen eine völlig andere Betreffzeile als geplant, und auch die Aktionen, die damit verbunden waren, richteten sich an dieser besonderen Klientel aus.

„Was und wen willst du eigentlich erreichen mit dieser E-Mail oder dieser Aktion?“ ist seitdem eine Frage, die ich mir immer wieder stelle.

„Und was jetzt“?

Wann immer es brennt, habe ich mir angewöhnt, erst zuzuhören und dann zu fragen: „Gibt es eine schnelle Lösung – und was können wir nachhaltig verändern, damit das nicht wieder passiert?“ Denn Jammern tut zwar gut für einen kurzen Moment – dann muss man aber nach vorn schauen. Daran habe ich mich immer wieder selbst erinnert. „Was jetzt?“ ist eine meiner Leitfragen geworden.

Das half mir auch in schwierigen Momenten mit Kunden. Und es half mir, im schleppend anlaufenden Populär!-Launch ruhig zu bleiben.

In Lösungen zu denken, statt in Problemen: Es kann sogar sein, dass das eines meiner Erfolgsgeheimnisse ist. Denn auf Ideen für Lösungen zu kommen, das fällt mir nun mal leicht.

DAS WILL ICH 2022 ERREICHEN

>> Ich möchte vertikal wachsen, nicht horizontal (sagt man das so?). Das, was im letzten Jahr entstanden ist, soll weiter verbessert werden – sowohl die Programme, als auch unsere Zusammenarbeit im Team. Gefühlt habe ich 2021 einen Mega-Ritt hingelegt, was Wachstum angeht, vieles neu eingeführt und zum ersten Mal ausprobiert. Jetzt ist es Zeit, innezuhalten und alles zu vertiefen. (Es sei denn, ich überlege es mir im Laufe des Jahres noch mal anders :-D)

>> Ich möchte den Umsatz weiter steigern, damit die hohen Ausgaben ausgeglichen werden. Irgendwo in meinem Hinterkopf ist da nämlich auch die Idee einer Gewinn-Beteiligung für mein Team.

>> Das pro-bono-Projekt, bei dem alle im Team ehrenamtlich Organisationen unterstützen, soll anlaufen.

>> Ich möchte noch mehr Profil gewinnen. 2021 habe ich mich stark auf das Schlagwort „Qualität“ gestürzt – und auch in Social Media klare Kante bei diesem Thema gezeigt. Vieles in der Online-Business-Welt stört mich, und ich möchte mich noch deutlicher von anderen Anbietern abheben. Mit Mariah Coz habe ich ein großartiges Vorbild gefunden, weil sie klare Werte hat und lebt, die auch zu mir passen:

o   Erschaffe den bestmöglichen Arbeitsplatz für dich und deine Mitarbeiter

o   Profit ist nur ein Mittel, um dieses Ziel zu erreichen – und nicht Selbstzweck

o   Niemandem ist geholfen, wenn du dich totarbeitest. Oder andere dazu bringst, sich für dich totzuarbeiten.

o   Am Ende musst du dich bei jeder Strategie fragen: „Passt das wirklich zu mir? Will ich das? Und wenn ich es gestern wollte: Will ich es heute auch noch?“

o   Heb dich nicht durch Marktschreierei ab – sondern durch inhaltliche Tiefe und kluge Gedanken.

All das soll mich auch 2022 weiter leiten.

Und zum Abschluss: Antworten auf Fragen, die mir in Social Media zu meinem Business-Jahr gestellt wurden:


Welche Coachings hast du gebucht? Was hast du gelernt? Und würdest du es wieder tun?

  • Bei Mariah Coz habe ich das Jahresprogramm verlängert – denn ich bin umgeben von Business-Frauen auf einem gehobenen Level, die gerade an den gleichen Themen arbeiten wie ich: Team-Aufbau, Skalierung, Professionialisierung, Umgang mit steigenden Umsätzen und Ausgaben. Außerdem hat Mariah den „sharpest mind ever“.
  • Von Ulrike Krasemann lasse ich mich in Führungsfragen 1:1 coachen. Sie werde ich auch 2022 weiter buchen.
  • Das gleiche gilt für Anna Momber-Heers, die uns in Fragen des Team-Aufbaus unterstützt.
  • Nathalie Schröder hat für uns auch 2021 DISG-Persönlichkeits-Profile erstellt und uns weiter geschult. Das hat uns um Umgang mit Kunden sehr geholfen.

Welche Investition hat dich am meisten weitergebracht?

Die Investition bei Mariah Coz. Sie lebt vor, was ich noch erreichen will – das ist unglaublich inspirierend und wie ein Wegweiser für mich. Außerdem die Investition in meine Festangestellten.

Ist alles nach Plan verlaufen – und gibt es etwas, das du nie wieder machen würdest?

Wir haben im Laufe des Jahres einiges nach hinten verschoben, und ein Programm habe ich komplett gecancelt, weil es sonst alles zu viel geworden wäre. An den „Populär! Rockstars“ wollen wir einiges verändern, weil die Art der Umsetzung sich als nicht optimal für die Zielgruppe herausstellte, die wir angesprochen hatten (obwohl sie in unserem anderen Programm genauso bestens funktioniert). Ob wir die Zielgruppe ändern oder die Programm-Inhalte, evaluieren wir gerade.

Ob ich noch mal mit 700 Teilnehmern einen mehrtägigen Online-Workshop mit mehreren Sessions pro Tag veranstalte, weiß ich auch noch nicht – das hat mich nämlich echt geschlaucht.

Was hast du in Bezug auf dein Business gelernt?

Ich habe einiges darüber gelernt, wie man schwierige Gespräche führt, ohne, dass es unangenehm wird. Und dass ich auf mein Bauchgefühl hören darf. Außerdem habe ich gelernt, dass ich eine deutlich größere „audience“ brauche, wenn ich Preise stark erhöhe und gleichzeitig auf einen klassischen Launch setze. Setze ich auf einen exklusiveren Prozess mit Bewerbungen und social selling wie bei den „Presse Rockstars“ sind Preiserhöhungen dagegen kein Problem.

Wie viele Stunden hast du gearbeitet?

Ich arbeite von Montag bis Freitag etwa 8 Stunden täglich. In stressigen Zeiten auch mal mehr, in entspannten Zeiten weniger. In seltenen Fällen sitze ich abends noch mal an einer Aufgabe. Ich nehme mir jede Woche Zeit für eine ausgiebige Massage, und Mittwochs gehe ich vormittags mit meinem Sohn zum Cello-Unterricht.

Das Wichtigste für mich ist aber: Meine Arbeit erfüllt mich. Deshalb habe ich gar nicht den Wunsch, weniger zu arbeiten. Solange ich mir ohne Probleme Auszeiten nehmen und Reisen mit Arbeiten verbinden kann, bin ich die glücklichste Unternehmerin der Welt.

15 Gedanken zu „2021: Mein Business-Jahresrückblick“

  1. Gudrun Rehn-Göstenmeier

    Liebe Marike, danke für den letzten Absatz. Jetzt weiß ich, warum auch ich mich in meiner Arbeit so wohlfühle: weil ich mir ohne Probleme Auszeiten nehmen kann. Das ist DIE Qualität, die es rund macht. Alles Gute für dich, dein Team und deine Vorhaben.

  2. Liebe Marike, vielen vielen Dank für diesen Report, ich habe ihn verschlungen. Wie super (und auch typisch für dich), dass du so offen deine Zahlen kommunizierst. Das war für mich total spannend (obwohl ich was ganz anderes mache). Danke für die Inspiration! Mega, mega, mega und weiterhin alles Gute für dich und dein Team! Liebe Grüße Yvonne

  3. Danke für diese wunderbare Offenheit. Bin (noch) nicht Kundin, aber leite jeweils gerne Deine Mailings weiter. Finde sie immer wieder spannend & auf den Punkt gebracht💪
    Weiterhin viel Freude & Erfolg🍀
    Sandra

  4. Ingrid Berzsenyi-Paetzel

    Liebe Marike,
    vielen Dank für diesen spannenden Jahresüberblick. Du bist so mutig, ich bewundere Dich dafür und du spornst mich an. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.
    Ingrid/B-patterns.com

  5. Sabina@OceanblueStyle

    Liebe Marike,gerne gelesen. Danke dafür. Bin keine Kundin, aber lese immer gerne, was du so auf die Beine stellst.

    Alles Gute für dich und dein Team 2022!

    Liebe Grüße Sabina @OceanblueStyle

  6. Ich liebe diese Berichte ja. Tolle Einblicke, danke! Wie schaffst du das mit Kindern – passt dein Mann vorzugsweise auf sie auf während du arbeitest und nachdem sie von der Kita/Schule kommen?

    1. Hallo Chris, unsere Kinder gehen in die Ganztagsschule. Mein Mann und ich wechseln uns mit dem Abholen am Abend ab. Schön, dass dir der Einblick gefallen hat!

  7. Vielen lieben Dank Marike für Deinen besonders ausführlichen Post.
    Ich selbst stehe seit einiger Zeit an einem beruflichen Wendepunkt in meinem Leben.
    Zuerst dachte ich, mit 50 nochmal einen großen Schritt wagen? Sich aus dem sicheren Fahrwasser der Festanstellung – und das in diesen Zeiten! – herausbegeben? Bist Du irre? Deine Worte machen mir Mut, dass es gut ist seinen eigenen Visionen zu folgen und nicht denen anderer….
    Ich wünsche Dir weiterhin so großen Erfolg wie bisher. Toll, wie Du Dein Team führst.
    Ich arbeite derzeit in einem Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern und davon könnten sich unsere Führungskräfte eine ordentliche Scheibe abschneiden.
    Machs gut und bleib gesund.

    PS: ich habe die Besserschreiber bei Dir/Euch gebucht und bin sehr happy mit den Inhalten!

  8. Danke für Deine Offenheit! Wo hat man schon mal die Möglichkeit, so ehrliche Einblicke in ein Geschäft zu bekommen? Wieviel Arbeit dahinter steckt. Danke!

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Marike Frick

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Rotwein.