Mit diesen fünf Ideen rockst du 2017 deine PR

Du hast keine Einfälle, wie du es in die Medien schaffen sollst? Keine Ahnung, wie du hervorstechen könntest? Das Thema PR immer wieder aufgeschoben? Dann ist das 2017 aber mal sowas von dran! Hier sind fünf Ideen, damit dieses Jahr ein richtiges gutes PR-Jahr für dich wird.

1.     NUTZE EINE DEBATTE

Erinnerst du dich noch an Robert Enke? Der Fußballer nahm sich vor ein paar Jahren das Leben – er hatte an Depressionen gelitten. Und was passierte in den Tagen, nachdem das publik geworden war?

Richtig: Plötzlich waren Depressionen Medienthema Nummer eins.

Ein andermal redeten alle von ungleichen Paaren, weil sich Heidi Klum in einen deutlich jüngeren Freund verliebte.

Oder es ging mal wieder um Tierhaltungs-Bedingungen, nachdem irgendein Gammelfleisch entdeckt worden war.

Wer das doof findet, sagt: Da wird ein paar Tage lang eine Sau durchs Dorf getrieben, und dann gerät es wieder in Vergessenheit.

Wer PR machen will, sollte aber sagen: Klasse, da öffnet sich ein Zeitfenster, in der Journalisten sich plötzlich für Themen interessieren, für die sie bislang nur ein müdes Lächeln übrighatten!

Denn natürlich kann man ein Interview über Depressionen, sagen wir, im März anbieten oder im September. Oder nächstes Jahr, oder übernächstes. Aber genau das ist das Problem: Warum sollte der Journalist im März darüber berichten? Warum im September? Das Thema ist aufschiebbar und hat dadurch weniger Relevanz.

Deshalb solltest du wissen, welche möglichen Debatten den perfekten Nährboden für deine Themenvorschläge bieten.

Wenn du also merkst, dass da eine Debatte aufflammt, die mit deinem Themengebiet zu tun hat, oder zu der du mit deinem Expertenwissen irgendetwas beitragen kannst – dann solltest du das schleunigst tun. Denk daran: Die Aufmerksamkeitsspanne der Journalisten wird nicht viel länger als ein paar Tage anhalten. Manchmal sogar nicht viel mehr als 12 Stunden.

Man nennt das übrigens „Newsjacking“ – abgeleitet vom englischen Hijacking, das man auch mit „Kapern“ übersetzen kann. Man kapert quasi ein Boot, das nur für kurze Zeit durch den Kanal gondelt.

Sobald das andere Ufer erreicht ist, ist die Gelegenheit auch schon wieder vorbei.

Du brauchst ein Beispiel? Bittesehr: Hier findest du die Erfahrungen einer Unternehmerin, die gezielt eine Debatte genutzt hat, um ihr Unternehmen in die Medien zu bringen.

Mein Tipp für dein PR-Jahr 2017: Halte dich immer auf dem Laufenden und reagiere sofort, wenn ein News-Ereignis eintritt, das in dein Themengebiet fällt – etwa, indem du dir Google Alerts zu bestimmten Begriffen einrichtest. (Was genau du dann tun solltest, lernst du übrigens auch an meinem Aktionstag "Plane dein PR-Jahr".
 

2.     MACH MAL ´NE STATISTIK

Kurz vor Weihnachten habe ich mich mit einem Gründer unterhalten, der eine App für Gutscheine entwickelt hat. Man sieht über diese App immer, wie viel Restguthaben noch auf welcher Karte ist und verschenkt so weniger Geld. Er erzählte mir nebenbei, dass in den USA jährlich eine Milliarde Dollar an Guthaben ungenutzt bleiben.

So, und jetzt würde ich gern mal wissen, was dir beim Lesen dieser Zeilen durch den Kopf geht.

Vielleicht das hier: „Wow, krasse Zahl!“

Genau so ging es jedenfalls mir.

(Was mal wieder zeigt, was der beste Gradmesser dafür ist, ob eine Story etwas taugt. Macht ein Gesprächspartner große Augen, so kannst du ziemlich sicher sein: gutes Thema. Die meisten Pressemitteilungen würden bei diesem Test allerdings durchfallen – denn so sehr sich die Verfasser auch bemühen: Es will und will einfach kein Wow-Effekt eintreten!

Aber zurück zum Thema.)

Mir war sofort klar, dass Zahlen wie diese die beste PR-Chance für das Startup sein würden.

Ich habe ihnen deshalb geraten, das Thema noch schnell vor Weihnachten zu pitchen, oder in den Tagen danach (siehe Aufmerksamkeitsspanne der Journalisten: Geschenkkarten liegen besonders häufig unterm Weihnachtsbaum!). Und zwar hübsch aufbereitet als statistisches Potpourri: In welchem Land werden besonders viele Gutscheine verschenkt? An welchem Tag verkaufen sie sich am besten? (Ich tippe auf den 23.  oder 24. Dezember) Wer kauft sie häufiger, Männer oder Frauen? Wie viel Guthaben bleibt in Deutschland jährlich ungenutzt? Und so weiter und so fort.

Vieles davon lässt sich über frei zugängliche statistische Daten finden. Man muss nur etwas herumsuchen. (Und natürlich darauf achten, dass die Zahlen aus guten Quellen stammen.) Die weiteren Schritte sehen so aus:

  • die interessantesten Zahlen und Fakten auflisten
  • für das Anschreiben einen Aufhänger/Fokus wählen (Kurz vor Weihnachten etwa: „Am 23.12. werden so viele Gutscheine gekauft wie an keinem anderen Tag im Jahr“)
  • die eigene Webseite nennen und kurz sagen: „Hier ist das Tool, mit dem Rest-Guthaben nie wieder verfallen“ (aber keine ausschweifenden Lobeshymnen, sonst fällt’s viel mehr auf, dass hier PR gemacht wird!)
  • an die richtigen Redakteure senden (Unterhaltung/Panorama, vor allem online)
  • freundlich um Nennung der Quelle nennen

Und schon hat man eine schöne PR-Aussendung kreiert, die einen Mehrwert für Journalisten bietet. Denn erstens passt das Thema genau jetzt wie die Faust aufs Auge, und zweitens spart sich der Redakteur die Arbeit, diese Zahlen selbst zusammensuchen zu müssen.

Du kannst natürlich auch versuchen, eigenes statistisches Material zu erheben. Das muss gar nicht teuer sein! Über Google Survey lassen sich Mini-Studien in Auftrag geben, die dich etwa 100 US-Dollar kosten, wenn du nur eine einzige Frage stellen lässt. Das Gutschein-Startup könnte zum Beispiel Männer in Deutschland befragen, ob sie zum letzten Weihnachtsfest mindestens einen Gutschein verschenkt haben.

Ich würde mal darauf tippen, dass eine beeindruckend hohe Zahl herauskäme. Und die dürfte Journalisten in der Nach-Weihnachtszeit (und dann wieder in der nächsten Weihnachts-Saison) durchaus interessieren.

Zugegeben: Ich habe Google Survey noch nicht selbst ausprobiert – der Tipp kam von einer britischen Kollegin. Wer Erfahrungen damit hat: gern in den Kommentaren teilen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Studien sollten mindestens 1000 Teilnehmer haben, um als aussagekräftig zu gelten!

Mein Tipp für dein PR-Jahr 2017: Überlege dir, aus welchem Bereich du statistisches Material aufbereiten oder selbst erfassen und mit dir, deinem Unternehmen oder Produkt in Verbindung bringen kannst. So kannst du es schaffen, dass die Menschen über dein Thema reden – und du in diesem Zusammenhang erwähnt wirst.
 

3.     PLANE DEINE PR IM VORAUS (JA, DAS GEHT!)

Na, schon ein Oster-Thema für deine PR überlegt? Einen Themenvorschlag für die Bikini-Saison ausgedacht? Über den Muttertag nachgegrübelt?

Lass mich raten: Eher nicht, oder?

Du bist damit nicht allein: Viele setzen sich im Januar hin und überlegen, wie sie den Valentinstag in ihrer PR aufgreifen können. Das ist leider viel zu spät.

Denn Magazine planen Monate im Voraus, Zeitungen haben oft wochenlangen Vorlauf. Willst du etwa die Themenseite „Familie“ in deiner Regionalzeitung mit einem Themenvorschlag kontaktieren, so solltest du nicht mit einer Idee für nächste Woche kommen. Meine Vermutung ist: Die Planung steht dort bereits – zumindest grob – für die nächsten drei, vier Ausgaben.

Deshalb musst du alles im Blick haben, was in den nächsten Monaten so ansteht und musst sehr weit im Voraus planen.

Deshalb brauchst du einen PR-Kalender.

Und deshalb habe ich dir genau so einen für das gesamte Jahr 2017 zusammengebastelt (ok, basteln lassen). Hier kannst du ihn dir kostenlos herunterladen (einfach auf die Grafik klicken):
 


In diesen Kalender trägst du ein:

  • alle größeren Jahres-Ereignisse wie Weihnachten, Neujahr, Sommer, Schulanfang oder Tag der Deutschen Einheit
  • Politische Ereignisse: Wahlen, Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft etc.
  • Besondere Tage: z.B. Internationaler Tag gegen Lärm, Welt-Autismus-Tag, Tag der Seltenen Krankheit
  • Spezielle Ereignisse aus deiner Branche: Veröffentlichung von Studien, große Konferenzen, relevante Gerichtsverhandlungen, wichtige Jahresberichte usw.

Was fängst du damit nun an?

Du machst dir Gedanken: Welche Geschichte könntest du zum Tag X anbieten?

Hast du beispielsweise selbst eine seltene Krankheit? Es klingt jetzt vielleicht zynisch – aber daraus ließe sich sicher ein Themenvorschlag basteln, der dir die Gelegenheit gibt, wie nebenbei dein Business zu erwähnen. Und der genau zu diesem Anlass das Interesse eines Journalisten wecken wird (was den Rest des Jahres über – du ahnst es schon – leider kein bisschen der Fall ist).

Oder hast du deinen letzten Job aufgegeben, weil du dort im Großraumbüro arbeiten musstest, dich dadurch lärmbelästigt fühltest und nachts nicht mehr schlafen konntest?

Klasse, dann ist das ein Thema für den Internationalen Tag gegen Lärm! Dass du nun als Konsequenz von deinem Bauernhaus auf dem (sehr, sehr ruhigen) Lande aus Menschen berätst, die ihren Traum verwirklich möchten – lässt sich doch prima unterbringen.

Du siehst: Gute Planung ist die halbe Miete. Ich sag nur: Zeitfenster der Aufmerksamkeit!

Mein Tipp für dein PR-Jahr 2017: Schicke Themenvorschläge nicht irgendwann los, sondern so, dass sie im Umfeld eines Ereignisses veröffentlicht werden können. Denn in den Wochen und Monaten zuvor sind Journalisten auf der Suche – in diesem Moment ist dein Angebot willkommen (und kein nerviger Spam). Dafür solltest du schon jetzt die nächsten Monate planen. Mit meinem kostenlosen PR-Kalender für 2017 geht das besonders gut: Du erhältst eine Anleitung – und jeden Monat eine Weisheit über PR als Bonus dazu. Hier kannst du dir den Kalender als kostenlosen Download holen (zum Ausdrucken oder am-Computer-Bearbeiten).


4.   STELL ETWAS AUF DIE BEINE

Es ist wirklich schwer, Journalisten aus ihrer Redaktionsstube zu locken. Nicht, weil es da so besonders gemütlich zuginge oder die Journalisten einfach zu faul wären.

Sondern weil die meisten unglaublich viel zu tun haben.

Redaktionen schrumpfen, während immer mehr Informationen auf die verbleibenden Redakteure einprasseln – und News immer schneller produziert werden müssen.

Nimm es deshalb bitte nicht persönlich, wenn ich sage: Deine Buchpräsentation interessiert einfach nicht. Deine Einladung ist eine von vielen, die dem Redakteur jeden Tag in den digitalen Posteingang flattern. Und nein, er wird dafür nicht alles stehen und liegen lassen.

Es sei denn...

Es sei denn, du bietest ihm etwas Ungewöhnliches. Etwa

  • Eine Lesung an einem ungewöhnlichen Ort (in einer seit langem verschlossenen Kirche, weil dein Roman von einem Pfarrer handelt)
  • Eine Veranstaltung, auf der jemand eine Rede hält, der für genau diesen Journalisten interessant sein könnte: ein wichtiger Politiker etwa, ein Betroffener oder eine bekannte Persönlichkeit
  • Ein Konzert für Flüchtlingskinder, bei dem sich der Bürgermeister, die Trainerin des Erfolgs-Volleyballteams, der Besitzer der örtlichen Bäckereikette und eine Schuldirektorin zum ersten und letzten Mal zu einer Band zusammengeschlossen haben (und du die Gelegenheit hast, auch über deine Sprachenschule zu sprechen, in der viele der Flüchtlingskinder gerade kostenlos Deutsch-Nachhilfe erhalten).

Ja, diese Beispiele habe ich mir gerade ausgedacht. Aber ich denke, sie verschaffen dir einen Eindruck davon, dass du wirklich kreativ werden musst, wenn du Journalisten für dich interessieren möchtest. Und auch hier gilt wie immer: Rede weniger über dein Produkt oder Unternehmen – denn es interessiert Redakteure herzlich wenig. Was sie aber interessiert, ist das Außergewöhnliche, das Besondere.

Mein Tipp für dein PR-Jahr 2017: Solltest du eine Veranstaltung planen, so überlege, wie du dich abheben kannst. Solltest du noch keine Veranstaltung in Planung haben, so überlege, ob das ein Mittel für dich sein könnte, Aufmerksamkeit zu erlangen. 
 

5.     VERBESSERE DEINE ONLINE-PRÄSENZ

Zwei Dinge solltest du über Journalisten wissen.

Erstens: Sie haben wenig Zeit.

Zweitens: Sie sind auch nur Menschen.

Das bedeutet für dich: Deine Webseite muss schnell zu überblicken sein – und du brauchst darauf unbedingt ein nettes Foto von dir.

Denn wenn ich einen Experten für einen meiner Texte suche, oder jemanden, der mir eine persönliche Geschichte erzählen kann, dann google ich ihn oder sie. Ich gehe auf die Webseite. Ich verschaffe mir einen Überblick. Und wenn da zehn Webseiten von zehn Menschen sind, die alle irgendwie passen, dann nehme ich denjenigen, bei dem ich schnell verstanden habe, was er oder sie macht und der sympathisch aussieht. Wie jemand, der gern Auskunft gibt, offen ist, mit dem ich mich gern unterhalte.

Deshalb solltest du 2017 unbedingt deine Online-Präsenz überprüfen. Stell dir folgende Fragen:

  • Ist schnell erkennbar, was ich mache und wofür ich Experte bin?
  • Ist meine Thematik kurz und bündig erklärt?
  • Gibt es einen Menüpunkt „Über mich“/“Über uns“ oder „Presse“?
  • Steht dort meine Geschichte, das, was mich als Person interessant macht?
  • Bin ich mit einem netten Bild zu sehen?

Auch deine Social-Media-Profile solltest du hinterfragen.

  • Ist schnell erkennbar, wofür ich Experte bin und was meine Nische ist?
  • Gibt es ein gutes Foto, das mich sympathisch wirken lässt?
  • Erfährt man eine schnelle Kontaktmöglichkeit (am besten Handy, mindestens aber Webseite und Email-Adresse)?
  • Habe ich Schlagwörter genannt, die meine Expertise umreißen (und dem Journalisten somit eine Idee davon geben, zu welchen ganz konkreten Themen ich etwas zu sagen hätte)?

Stell es dir vor wie beim Speed-Dating: Du musst dein Gegenüber in Sekunden davon überzeugen, der oder die Richtige zu sein. Und das ist einfacher, wenn du auf den Punkt bringen kannst, was dich toll macht – und wenn du auch optisch das Beste aus dir herausgeholt hast.

Denn du weißt ja: Auch Journalisten sind nur Menschen...


Hat dich eine dieser Ideen besonders angelacht? Dann erzähl uns davon in den Kommentaren – und auch davon, wie du die Idee konkret umsetzen willst.

P.S. Und nicht vergessen:

Noch schnell den kostenlosen PR-Kalender für 2017 holen!
Du kannst ihn am Bildschirm nutzen oder ausdrücken und per Hand ausfüllen.