Zum Inhalt springen

Content für mein Marketing: Brauche ich das wirklich?

  • 10 min read

Webseite gebaut, Produkte entwickelt – und jetzt auch noch Content erstellen?! Oh Menno. Geht es nicht vielleicht doch ohne…? In diesem Blogpost zeige ich dir, warum meine Antwort glasklar “NEIN” lautet, und welche Art von Content dir dabei hilft, online Kunden zu finden.

Wenn du gerade dabei bist, online sichtbarer zu werden und Kunden zu finden, dann hast du sicher schon mal davon gehört, dass du “Content” brauchst.

Und dann wieder bist du über Facebook-Anzeigen gestolpert, in denen dir versprochen wurde: Brauchst du alles nicht, mach einfach ein kostenfreies Webinar, bewirb es und verkaufe irgendwas Hochpreisiges – funktioniert totsicher und ohne viel Aufwand!

Du merkst schon, da schwingt ein bisschen Ironie mit.

Denn ich bin davon überzeugt, dass online guter Content Pflicht ist.

Grund #1 für Content:
Deine Kunden wollen Sicherheit.

Ich habe vor etwa zwei Monaten einen Online-Kurs zum Thema “Kindererziehung” gekauft.

Die Anbieterin hatte mich schon vor längerer Zeit via ständiger Facebook-Werbung erwischt. Ich hatte mich für ihr kostenfreies Webinar angemeldet, es nie geguckt, ein paar E-Mails von ihr wahrgenommen – und fand ihren Online-Kurs interessant.

Aber bevor ich zuschlug, stöberte ich erst mal längere Zeit auf ihrer Webseite. Ich war froh, dass dort jede Menge Blogposts und ein paar Videos zu finden waren, die ich scannen konnte.

Warum?

Weil ich sicher sein wollte, dass ihr Angebot für mich richtig war:

  • Konnte ich schon aus dem lernen, was sie kostenlos preisgab?
  • Konnte ich also Qualität erwarten?
  • Fand ich die Art angenehm, wie sie sprach und ihr Wissen weitergab?

Die Kaufentscheidung fiel dann ohne großes weiteres Nachdenken.

Ich war ja bereits einige Zeit um die Anbieterin herumgeschlichen, hatte sie abgecheckt – und war mir dann sicher: das passt.

Was aber, wenn da nichts gewesen wäre, um das ich hätte herumschleichen können?

Ich hätte in Kauf nehmen müssen, dass der Kurs möglicherweise Geldverschwendung sein würde. Und das hätte meine Kauf-Bereitschaft ganz sicher gesenkt.

Das kannst du daraus lernen:

Wer online Kunden finden will, hat in der Regel nichts, das man testweise mal in die Hand nehmen und begutachten kann. Deshalb ist das Sicherheitsempfinden geringer als bei einem Kauf im Laden vor Ort.

Woher soll dein Kunde wissen, dass das, was du bietest, WIRKLICH gut ist?

Das musst du ihm vorab beweisen. Und dafür brauchst du Content.

Meine Empfehlung:

  • Zeig in ausführlichen Blogposts, was du kannst, weißt und wie dein Wissen deinem potenziellen Kunden weiterhelfen kann (egal, ob du eine Dienstleistung anbietest oder ein physisches Produkt)
  • Nutze Videos, damit dein potenzieller Kunde dich kennenlernt und Vertrauen aufbaut
  • Baue über Social Media die Verbindung aus, indem du dich als Mensch zeigst (und nicht ständig nur Werbung machst, denn Werbung schafft vielleicht Aufmerksamkeit – aber nicht unbedingt Vertrauen

Grund #2 für Content:
Du musst in Erinnerung bleiben

Ich hatte die Amerikanerin schon fast wieder vergessen, nachdem ich mich für ihr Webinar angemeldet und dann doch nicht teilgenommen hatte – aber dann erschien ihr Name wieder und wieder in meinem Posteingang.

Jedes Mal gab es nützliche Tipps zur Kindererziehung – ein neuer Blogpost, ein Video, eine Anregung.

Irgendwann war in meinem Gehirn abgespeichert: “Amy – das ist die mit der Erziehung”.

Und als ich mal wieder eine anstrengende “Du machst jetzt aber, was ich sage!”–Situation mit meinem Jüngsten hinter mir hatte (Spoiler: Der Satz funktioniert NULL!) fiel eine von Amys Mails auf fruchtbaren Boden: Ich klickte zum ersten Mal auf den dort verlinkten Blogpost und las mich durch die Seite.

Den Rest der Geschichte kennst du.

Amy hatte mich durch ständige Erinnerungen an ihren Content zur Kundin gemacht. Denn bei unserem ersten Kontakt war ich noch lange nicht bereit, bei ihr zu kaufen.

Das Gleiche erlebe ich, wenn ich die Verkäufe meiner eigenen Onlinekurse auswerte: Etwa die Hälfte aller Käufer folgt mir schon mehr als sechs Monate lang. Andere konsumieren meinen Content seit etwa zwei Monaten. Die wenigsten haben mich erst kurz vor dem Kauf “entdeckt”.

Das kannst du daraus lernen:

Mit kontinuierlichen Veröffentlichungen – sei es nun auf deinem Blog, über einen Podcast oder auf einem YouTube-Kanal – bleibst du potenziellen Kunden im Gedächtnis.

Du solltest diesen Content über regelmäßige E-Mails verbreiten, so dass du direkt im Posteingang derer landest, die vielleicht erst in zwei, drei oder vier Monaten bereit sind, bei dir zu kaufen.

Wichtig ist, dass diese E-Mails echten Nutzen bieten!

So speichern sich potenzielle Kunden deinen Namen mit einer positiven Konnotation ab.

Grund #3 für Content:
Du steigerst deinen Expertenstatus

Ein weiterer Spontankauf war vor kurzem die Anmeldung für einen Online-Kurs bei einem Online-Marketing-Guru, dem ich schon lange folge. Durch seinen Content wusste ich, was er draufhat – die Kauf-Entscheidung fiel also auch hier wieder leicht.

Das ist aber an dieser Stelle nicht der Punkt. Denn lange bevor ich Geld bei ihm gelassen hatte, hatte ich ihn schon oft weiterempfohlen.

Seine ständige (hochwertige) Präsenz hatte mir klar gemacht: Der Mann war Experte auf seinem Gebiet.

Deshalb sprach ich immer mal wieder von ihm. Und wer weiß? Vielleicht habe ich ihm so über Umwege Umsatz gebracht – lange, bevor ich selbst bei ihm etwas kaufte.

Ohne genial guten Content wirst du es schwer haben, das zu erreichen. Wie sollen Menschen denn mitbekommen, was du kannst, wenn du es nicht zeigst?

Und nein, dieses Prinzip gilt nicht nur für Online-Marketing-Gurus oder Erziehungs-Experten. In meinem Gruppenprogramm “Populär!” habe ich unter anderem folgende Menschen dabei begleitet, ihren Expertenstatus mit Hilfe von Content zu untermauern – und somit weiterempfohlen zu werden:

  • Eine Galeristin
  • Eine Schokoladen-Sommelière
  • Die Besitzerin eines Ferien-Bauernhofs
  • mehrere Fotografen
  • Hundetrainer und Tier-Ernährungsberaterinnen
  • Eine Landschafts-Architektin
  • Eine Massage-Therapeutin
  • Die Betreiberinnen eines Postkarten-Onlineshops, Weinhandels und Schmuck-Shops
  • Viele Coaches zu Themen wie Abnehmen, Fitness, Kreativität oder Karriere

 Gerade wer in einer Branche mit viel Konkurrenz unterwegs ist, muss sich abheben können. Hervorstechen. Qualität beweisen.

Guter Content (und zwar RICHTIG guter!) kann das.

Er sorgt dafür, dass du irgendwann als “DER Experte für…” oder “DIE Expertin für…” giltst.

Das kannst du daraus lernen:

Content ist nicht einfach nur „nice to have“. Er sorgt dafür, dass du weiterempfohlen wirst und dich deutlich von deiner Konkurrenz abhebst.

Das ist mit Fleiß verbunden – der von mir erwähnte „Guru“ erstellte schon seit Jahren Content, bevor ich etwas bei ihm kaufte – aber online hast du kaum eine andere Wahl, als diesen Fleiß zu investieren.

Bedenke aber bitte, dass dein Content extrem gut aufbereitet sein sollte, wenn du dich als DER Experte oder DIE Expertin etablieren möchtest.

Grund #4 für Content:
Du wirst über Content überhaupt erst gefunden

Wenn du in Google gefunden werden willst, kommst du um ausführliche Blogposts nicht herum. Deine Webseite kann SEO-technisch noch so optimiert sein – im Zweifelsfall wird sie nicht in Google angezeigt, weil deine potenziellen Kunden gar nicht wissen, dass es dich gibt (oder sie noch nicht bereit sind für deine Dienstleistung).

Ein Beispiel: Ein verzweifelter Vater hat immer wieder Probleme beim Hausaufgaben-machen mit seiner Tochter. Er setzt sich also an seinen Computer und gibt verschiedene Suchbegriffe in Google ein – denn er sucht nach Tipps, was er jetzt tun kann.

So gelangt er auf verschiedene Webseiten mit Artikeln, die ihm weiterhelfen.

Darunter ist auch die Seite einer Familien-Beraterin, die sich unter anderem auf das Thema “Hausaufgaben” spezialisiert hat. Er klickt sich nach dem Lesen ihres Artikels zum nächsten Beitrag, liest sich ein, ist begeistert. Und dann sieht er, dass diese Beraterin auch Online-Coachings für Familien anbietet.

Erst einmal verlässt er die Seite wieder – aber nach der nächsten anstrengenden Hausaufgaben-Situation bucht er die Beraterin.

Hätte dieser Vater in Google nach “Online-Coaching für Familien” gesucht?

Nein, denn er wusste gar nicht, dass es das gibt.

Die Familien-Beraterin hatte nur deshalb eine Chance, auf seinen Radar zu geraten, weil sie Beiträge geschrieben hatte, die ihm weiterhalfen – und auf die Suchbegriffe ausgerichtet waren, nach denen Eltern WIRKLICH suchen.

Das kannst du daraus lernen:

Wenn du in Google gefunden werden willst, brauchst du schriftlichen Content. Dein Content sollte aber keine Werbe-Veranstaltung sein – sondern genau auf die Schmerzpunkte deiner potenziellen Kunden ausgerichtet sein.

So hast du die Chance, dass sie auf deine Dienstleistung oder dein Produkt aufmerksam werden, wenn sie gerade nach einer Lösung suchen.

Dein Content sollte so nutzwertig sein, dass die Menschen gern und lange auf deiner Webseite verweilen. So „erkennt“ Google, dass es sich um richtig gute Inhalte handelt – und deine Seite rückt immer weiter nach oben.

Es reicht deshalb nicht, ein paar Tipps zu geben. Dein Content sollte extrem gut strukturiert und tiefgehend sein.

(In “Populär!” lernst du in Modul 4, wie das geht).

Grund #5 für Content:
Du hast die Chance auf unaufdringliches Marketing

Magst du es nicht so gern, dich selbst anzupreisen?

Bestens.

Mit gutem Content brauchst du das nämlich nicht.

Denn guter Content macht Werbung für dich. Unaufdringlich und wie nebenbei.

  • Allen wird klar, was du draufhast oder was dein Produkt kann
  • Du kannst ehemalige Kunden interviewen und diese Interviews als Blogposts, Podcasts oder Videos veröffentlichen
  • Gezielter Content zu deinen Produkten macht jedem klar, was man bei dir bekommt (ich schreibe zum Beispiel solche Artikel über mein Programm „Populär!“) Suchende, die sich von der Fülle an Angeboten erschlagen fühlen, werden ehrlichen Content sehr zu schätzen wissen – weil er ihnen bei einer Entscheidung hilft

Denn hast du nicht auch schon mal recherchiert, welche Vorteile Waschmaschine A im Vergleich mit Waschmaschine B mit sich bringt?

Hast du dir nicht auch schon mal ein Video angeschaut, in dem dir ein Produkt erklärt wurde – weil du genau wissen wolltest, worauf du dich einlässt?

Dann wird es Zeit, dass du solchen Content auch für deine potenziellen Kunden zur Verfügung stellst.

Du kannst dir noch nicht so richtig vorstellen, wie das aussehen könnte?

Hier ein paar Ideen:

  • Eine Italienisch-Lehrerin könnte Interessenten bei der entscheidenden Frage helfen, ob eine Sprach-App oder ein Online-Gruppen-Kurs für sie richtig ist. Natürlich möchte sie Teilnehmer für ihren Kurs gewinnen – aber vielleicht sucht ihr potenzieller Kunde ja erst mal einfach nur nach einer App und ist gedanklich noch gar nicht bereit für einen Gruppen-Kurs? Eine ehrliche Gegenüberstellung lässt ihn möglicherweise von ganz allein zu der Schlussfolgerung kommen, dass eine App für ihn doch nicht die beste Lösung ist!
  • Als Karriere-Coach könntest du über Content klar machen, warum die Menschen da draußen deine Beratung brauchen – indem du ihnen beschreibst, was man damit erreichen kann.
  • Als Hersteller von Kaffeemaschinen könntest du in Videos oder übersichtlichen Texten die Frage beantworten, welche Ausführung deiner Maschinen wie viel kostet – und warum.

Content zu deinen Produkten erlaubt es dir, unaufdringliches Marketing zu betreiben. So hilfst du potenziellen Kunden bei der Entscheidungs-Findung. Das fühlt sich gut an – und zeigt deine Professionalität.

Das kannst du daraus lernen:

Guter, nützlicher Content sollte Teil deines Marketings werden. Veröffentliche Content nicht einfach nur so, “weil man das halt macht” – sondern weil du gefunden werden und potenziellen Kunden bei der Entscheidungs-Findung helfen willst.

Schließlich können sie dein online angebotenes Produkt nicht in die Hand nehmen, deine Dienstleistung nicht austesten. Über Content können sie besser verstehen, worauf sie sich einlassen – völlig unverbindlich, und ohne, dass es sich für sie wie eine Werbeveranstaltung anfühlt.

Du möchtest mit meiner Hilfe auf die besten Content-Ideen für dein Business kommen?

Dann lass dich auf die Warteliste meines Gruppenprogramms “Populär!” setzen! Wir informieren dich unverbindlich, wenn es losgeht.

Schlagwörter:

2 Gedanken zu „Content für mein Marketing: Brauche ich das wirklich?“

  1. Sehr wertvoller Artikel, liebe Marike. Er bestärkt mich, dass ich auf dem richtigen Weg mit meinen Blog-Artikeln bin, um älteren Menschen den Weg in die digitale Welt zu erleichtern. Deine Tipps haben mich auf noch mehr Ideen gebracht. Dankeschön.
    Liebe Grüße aus Berlin
    Roswitha Uhde
    DIE Mut-Macherin für 60+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

nv-author-image

Marike Frick

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Rotwein.