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Angst, mit PR anzufangen? 6 typische Sorgen und was dagegen hilft

Großer Gott, die Presse ansprechen! Was, wenn die doof finden, was ich mache? Oder was, wenn sie es gut finden und ich muss plötzlich ein Interview geben? Keine Panik, die größten Sorgen sind oft umsonst – und mit den anderen helfe ich dir umzugehen.

Du würdest ja schon gerne mal in der Presse auftauchen – aber dir fallen sofort zig Gründe ein, warum du es dann doch lieber nicht angehst? Dann lass mich dir ein bisschen Starthilfe geben! Hier kommen 6 typische Sorgen von Einsteigern – und was dagegen hilft.

1. „Ich habe Angst, Journalisten anzurufen“

Fremde Menschen anrufen? Steht auf meiner persönlichen Liste unangenehmer Dinge ganz oben. Deshalb kann ich gut nachvollziehen, wenn du Respekt vor dem Anruf in Redaktionen hast. 

Vielleicht denkst du dabei an Hollywood-Filme, in denen jemand einem Journalisten am Telefon die Hammer-Story steckt. Und fragst dich: Wie soll mein kleines Anliegen da mithalten?

Dann habe ich eine gute Nachricht für dich: Du musst den Erstkontakt gar nicht via Telefon herstellen!

Die Realität ist nämlich: Viele Journalisten haben zwischen all den Redaktionskonferenzen und Schreibphasen weder Zeit noch Lust, ans Telefon zu gehen. Du tust ihnen deshalb einen Riesen-Gefallen, wenn du NICHT anrufst, sondern eine E-Mail schreibst. 

Warum das eine gute Idee ist, erkläre ich auch in diesem Video: 

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Was du beachten solltest, wenn du dich an Journalisten wendest, kannst du hier nachlesen

2. „Ich will niemanden nerven“

Was Journalisten hassen: plumpe Werbesprache und langweilige Pressemitteilungen. Was sie hingegen lieben: gute Themenangebote. Damit nervst du nie! 

Hau also nicht einfach eine Massenmail an einen Presseverteiler raus – etwa mit einem Hinweis auf dein tolles neues Produkt. Überlege dir lieber: Welche Themen sind mit deinem Business verknüpft – und ist eines von ihnen gerade sogar aktuell? 

Zu einem solchen Thema könnten Journalisten dich interviewen – weil du etwas zu sagen hast (anstatt ihnen was verkaufen zu wollen).

Gerade Lokalzeitungs-Journalisten sind immer froh über gute Gesprächspartner. Sie sind angewiesen auf Ideen für Themen, weil sie jeden Tag unter Zeitdruck etliche Seiten füllen müssen! 

Deshalb mach dir lieber weniger Gedanken darüber, dass du nerven könntest – und mehr Gedanken über gute Gesprächs-Angebote. 

3. „Was, wenn die Journalisten blöd finden, was ich mache?“

Journalisten bekommen jeden Tag so viele Mails – glaub mir, wenn sie alles bewerten würden, was bei ihnen eintrudelt, kämen sie gar nicht mehr zum Arbeiten. 

Oft läuft es so:

  • Sie überfliegen ihren Posteingang
  • Klingt eine Betreffzeile oder die Mailvorschau spannend, lesen sie weiter
  • Hast du nicht sofort ihr Interesse geweckt, ignorieren sie deine Mail einfach  

Das Worst-Case-Szenario ist also: Die Journalistin liest deine Mail nicht oder hat dich danach sofort wieder vergessen. Gibt Schlimmeres, oder?

Und selbst eine Absage bedeutet nicht, dass dein Thema totaler Mist ist. Mögliche Ursachen können sein: 

  • Zu diesem Zeitpunkt passt das Thema nicht – etwa, weil es aktuell keinen Grund gibt, darüber zu schreiben
  • Der Journalist hat bereits vor Kurzem über ein ähnliches Thema geschrieben
  • Der Redakteur mag das Thema – die Chefredakteurin aber nicht
  • Der Tenor passt nicht ganz zum Stil der Publikation 
  • Das Thema passt nicht ganz zur Zielgruppe

Es gibt also zahllose Gründe für eine Absage. Und generell gilt: “Nein” bedeutet nicht “Nie”. 

Und wenn so eine Absage eintrudelt: Bitte nicht runter ziehen lassen! In diesem Video gebe ich dir Tipps, wie das gelingt: 

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4. „Was, wenn der Journalist mein Thema gut findet und mich sofort interviewen will?“ 

Genau wie du müssen sich auch Journalisten auf ein Gespräch vorbereiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass dich ein Journalist gleich beim ersten Telefongespräch ausfragen will, ist deshalb äußerst gering. Was deutlich wahrscheinlicher ist: Ihr verabredet erst mal einen Termin und besprecht, um welchen speziellen Aspekt es im Interview gehen soll. Der Journalist oder die Redakteurin werden dir in der Regel auch Anhaltspunkte geben, was sie dich später fragen wollen.

Oft fragen Journalisten für ein Thema parallel verschiedene Interviewpartner an und beginnen erst mit der Recherche zur Person und deren Business, sobald diese zusagt. Das kauft dir zwar Zeit, bedeutet aber auch: Wenn du zum Zug kommen willst, solltest du dich sofort beim Journalisten zurückmelden und zusagen.

Du brauchst noch ein bisschen Übersetzungshilfe für die E-Mail oder das Telefonat mit dem Journalisten? In diesem Blogartikel habe ich aufgeschrieben, was Journalisten sagen und was wir wirklich damit meinen 🙂 

5. „Ich bin nicht gut genug für die Presse“

“Andere haben doch viel mehr Ahnung als ich! Was habe ich schon zu erzählen? Ich bin doch keine Expertin!” 

Diese Sätze könnten von dir kommen? 

Dann lass dir gesagt sein: Es wird immer Menschen geben, die ein bisschen mehr wissen als du – garantiert! Vielleicht haben sie sogar einen Doktortitel oder extrem schlaue Bücher geschrieben.

Aber hey: Wenden DIE sich denn an die Presse?

Im Zweifel gewinnt derjenige, der aktiv wird und verfügbar ist. Und das bist (hoffentlich) du! 

Außerdem kann es sein, dass du den Super-Experten einiges voraus hast: 

  • Du fasst komplizierte Themen verständlich zusammen – ohne Fach-Chinesisch
  • Du hast eine klare Haltung zum Thema und kannst sie gut auf den Punkt bringen
  • Du hast selbst etwas erlebt, das zum Thema passt 

Die besten Experten sind nämlich nicht zwangsläufig diejenigen mit dem beeindruckendsten Lebenslauf – sondern diejenigen, die gut erzählen können.

Wann Journalisten dich als Experte sehen? Erkläre ich dir hier:

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6. „Ich trau mich nicht, anzufangen“

Wahrscheinlich weißt du gar nicht, wie und wo du anfangen sollst, wenn du dich zum ersten Mal an das Thema Pressearbeit heran wagst.

Der erste Schritt, mit dem du starten könntest: Finde das passende Magazin oder die passende Zeitung für dich. Das ist erst einmal Recherchearbeit, aber sie gibt dir ein Gefühl dafür, wonach “die Presse” eigentlich sucht. 

Und wenn du genau das bieten kannst – Jackpot!

Für deinen ersten Presseauftritt empfehle ich dir außerdem, klein anzufangen: Versuche es doch erst mal bei Lokal- oder Regionalzeitungen. 

Denn Lokal-Redakteure müssen ja jeden Tag die Zeitung mit Berichten aus dem Ort und der Region füllen. 

Überlege dir also, warum gerade du für die Lokalzeitung interessant sein könntest:

  • Hast du eine ungewöhnliche Aktion hingelegt oder planst du eine? 
  • Was ist das Ungewöhnliche, das Besondere an dir? An deinem Unternehmen? An deinem Produkt?
  • Bist du vielleicht die erste Unternehmerin in der Gegend, die das macht, was du tust – oder auf diese Art und Weise?
  • Oder hast du eine ungewöhnliche Entwicklung hingelegt? (Denk an “vom Tellerwäscher vom Millionär” oder “vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan”)

Du kannst auch ein besonderes Event planen und Journalisten dazu einladen oder deine Gründungsgeschichte spannend erzählen. Das alles könnten Aufhänger für Lokal-Journalisten sein, über dich zu schreiben. 

Du willst dich bei der Pressearbeit von uns begleiten lassen?

Dann bewirb dich für die “Presse Rockstars”!

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Marike Frick

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Rotwein.

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