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Was Journalisten sagen – und was sie wirklich meinen

  • 6 min read

Journalisten können einen echt verwirren. Hieß es nicht, “das klingt interessant”? Und warum hörst du jetzt trotzdem nichts mehr von der Redakteurin? In diesem Blogpost bekommst du Übersetzungshilfe: Was bedeuten die Rückmeldungen von Journalisten wirklich?

Manchmal sind Journalisten wie Geheimagenten. Dann sagen sie Sätze, die eigentlich ganz einleuchtend klingen – aber etwas ganz anderes bedeuten. Wenn du den Code der Journalisten aber knackst, steigen deine Chancen, zu ihnen durchzudringen.

Hier erfährst Du, was Journalisten wirklich meinen, wenn sie diese Sätze sagen.

1.   Der „Wir melden uns“-Satz

Die Journalistin sagt: „Vielen Dank, wir melden uns bei Bedarf!“

Die Journalistin meint: „Ich lege die Info mal auf meinen Ablagestapel.“

Journalisten sind sehr unzuverlässige Menschen – und das hat einen guten Grund: Sie bekommen jeden Tag haufenweise Infos und Angebote auf den Schreibtisch oder in den Posteingang. 

Freu dich also nicht zu früh, wenn du den „Wir melden uns“-Satz hörst!

Denn das kann vieles heißen: 

  • Die E-Mail ist in einem Ordner “Ideen für später” gelandet
  • Die E-Mail rutscht einfach im Posteingang immer weiter nach unten
  • Die E-Mail wurde an jemand anderen in der Redaktion weitergeleitet

Das findest du nur heraus, indem du nachhakst – zum Beispiel nach ein, zwei Monaten. . 

Denn die Journalistin meint es durchaus ernst, wenn sie sagt, dass sie sich “bei Bedarf” melden würde. 

Nur: Wird sie sich noch an dich und deine E-Mail erinnern, wenn “der Bedarf” eintritt?

Es tut niemandem weh, wenn du sie nach einiger Zeit freundlich daran erinnerst, indem du nachhakst. 

2. Der „Das habe ich weitergeleitet“-Satz

Der Journalist sagt: „Vielen Dank, das habe ich an die zuständige Kollegin weitergeleitet.“

Der Journalist meint: „Die Mail interessiert mich nicht besonders, aber zum Wegwerfen ist sie vielleicht doch zu wichtig. Ich schiebe sie mal an die Kollegin weiter, dann kann die sich darum kümmern.“

Du freust dich, weil eine Weiterleitung irgendwie vielversprechend klingt? 

Nun ja. Der Journalist hat erstmal nur seine Pflicht getan. Und die Tatsache, dass er deine E-Mail ins Postfach der Kollegin verschoben hat, bedeutet nicht, dass sie sich wirklich darum kümmert. Sie hat ja selbst genug um die Ohren – und deine Mail ist in ihrer Prio-Liste sicher nicht unter den Top 3.

Es ist also längst noch nicht alles in trockenen Tüchern. 

Du machst jetzt nichts falsch, wenn du kurz und freundlich den Namen der “zuständigen Kollegin” erfragst – und dann nach ein paar Tagen bei ihr nachhakst. 

3. Der „Falscher Zeitpunkt“-Satz

Die Redakteurin sagt: „Das Angebot könnte etwas für den Sommer sein. Wir melden uns, wenn wir die entsprechende Ausgabe planen.“

Die Redakteurin meint: „Ich hab jetzt echt nicht den Kopf für dieses Thema. Ich lege es mal beiseite.“ 

Auch diese Rückmeldung ist noch kein Grund zum Jubeln. Der „Falscher Zeitpunkt“-Satz ist kein „Ja“, sondern höchstens ein vages „Vielleicht.“

Also ruf besser nicht all deine Freunde an und erzähle ihnen, dass du demnächst in einem Magazin erscheinen wirst! 

Ehrlich gesagt darfst du noch nicht mal darauf vertrauen, dass die Redakteurin sich wirklich zurück meldet, wenn es Zeit ist, die Sommerausgabe zu planen – wer weiß, ob sie dein Thema dann noch in Erinnerung hat (oder ihr “Ablagesystem” gut funktionier)?

Deshalb ist es sinnvoll, die Redakteurin einen Monat später noch mal zu kontaktieren und sie an ihr „Versprechen“ zu erinnern: „Sie hatten doch gesagt, dass Thema sei für die Sommerausgabe interessant. Wie schaut es denn aus?“ 

Solange du dich kurz hältst, störst du mit solchen Nachfragen nicht – du erinnerst nur.

Übrigens: Wenn du in Zukunft besser darin werden willst, den richtigen Zeitpunkt für ein Presse-Thema zu finden, dann hilft dir mein  Content- und PR-Kalender. Dort findest du 579 Anlässe, Stichtage und Ideen für deinen Content und deine Pressearbeit in einer praktischen Jahres-Übersicht.

4. Der „Das passt leider nicht zu uns“-Satz

Der Journalist sagt: „Das passt leider nicht zu uns“.

Der Journalist meint: „Was ist denn das für ein komischer Vogel? Hat der sich denn überhaupt mal unser Magazin angeguckt?“

Wenn Du diesen Satz hörst, solltest du ganz tief in dich gehen. Der „Das passt leider nicht zu uns“-Satz ist ein Wink mit der Zaunpfahl: Du liegst mit deinem Thema leider absolut daneben.

Aber natürlich ist auch dieser Satz kein Weltuntergang. 

Weder hast du es dir jetzt auf immer und ewig mit dem Journalisten verscherzt, noch musst du befürchten, dass er all seine Kollegen vor dir warnt. Tatsächlich hat er vermutlich schon am übernächsten Tag deinen Namen vergessen.

Du kannst ihm also zu einem späteren Zeitpunkt problemlos wieder ein Gesprächs-Angebot machen! Was du dabei beachten solltest, erkläre ich dir in diesem Video:

Dieses Video ansehen auf YouTube.

5. Der „Es kam kurzfristig etwas dazwischen“-Satz

Die Journalistin sagt: „Leider mussten wir den Artikel kurzfristig wieder aus der Planung nehmen. Ich melde mich, wenn wir ihn wieder einplanen.“

Die Journalistin meint: „Ui, das andere Thema ist grad einfach spannender! Ich lege das ursprünglich eingeplante Thema mal auf Halde, also in der Schublade ab.“

Du ahnst es sicher schon: Der Satz garantiert nicht, dass die Journalistin sich wirklich wieder bei dir meldet (du weißt schon: der Zeitdruck, die vielen e-Mails…)

Es kommt tatsächlich immer wieder vor, dass Journalisten Interviews führen und sogar druckfertige Texte schreiben, die dann nie veröffentlicht werden.

Dafür gibt es viele mögliche Gründe:

  • ein aktuelles Geschehen muss schnell noch auf der Seite Platz finden
  • die Chefredakteurin findet das Thema doch nicht mehr so toll
  • Weil nicht genug Anzeigen verkauft wurden, erscheint die Ausgabe mit weniger Seiten, als geplant – und somit ist plötzlich weniger Platz

Du solltest dir diese Rückmeldung daher nicht allzu sehr zu Herzen nehmen: Es liegt vermutlich nicht an dir, dass dein Thema geschoben wurde. 

Am besten fragst du nach zwei, drei Wochen einfach nochmal freundlich nach, was aus deinem Artikel geworden ist.

Dann bewirb dich hier für unser Programm “Presse Rockstars”!


 

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Marike Frick

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Ihre Texte sind u. a. in DIE ZEIT, Brigitte Woman, Financial Times Deutschland, Spiegel Online und Business Punk erschienen. Sie lebt mit ihrer Familie derzeit in Genf, glaubt an die tägliche Ration Kaffee (Barista-Style) und liebt gut gemachte TV-Serien in Kombination mit dunkler Schokolade und Rotwein.