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Presseverteiler aufbauen: 10 Hacks + 1 Vorlage, um auch wirklich “deine” Medien zu erreichen

Genau die richtigen Journalisten bei genau den richtigen Medien für genau deine Themen zu begeistern: Hier erfährst du, wie du einen Presseverteiler aufbaust und ihn optimal für dich nutzt

Wen solltest du ansprechen, wenn du es in die Presse schaffen willst? Um das herauszufinden, musste du ein wenig Vorarbeit leisten: Du musst erst mal recherchieren, welche Medien sich überhaupt für deine Botschaft interessieren. Und wo deine Zielgruppe dich und deine Message auch entdeckt. 

Hier erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du einen Presseverteiler aufbauen kannst, der möglichst wenig Streuverlust produziert. 

Das weißt du alles längst und willst direkt zu unserer Vorlage für den Presseverteiler? Auch gut, dann bitte hier entlang ▶️

Was ist ein Presseverteiler?

Ein Presseverteiler ist eine Sammlung von Kontaktdaten von Journalisten, die als Ansprechpartner für dein Thema in Frage kommen. 

Dabei sind mit “Presse” nicht nur Print-Produkte wie die Tageszeitung oder große Magazine gemeint, sondern auch 

  • TV-Redaktionen
  • Radiosender
  • journalistische Webseiten 
  • Fachzeitschriften 

Presseverteiler aufbauen: Das hast du davon

Der richtige Presseverteiler macht dich zielsicher. Du sendest deine Themenangebote dann nicht mehr auf Verdacht in die Welt hinaus – nach dem Motto: ”irgendjemanden wird das schon interessieren.” Du sendest deine Angebote passgenau an die richtigen. Das erhöht die Erfolgsquote drastisch.

Welche Medien gehören in meinen Presseverteiler?

Kommt ganz auf deine Zielgruppe an! Überleg dir: Wen will ich als Zielkunden erreichen, welche Medien konsumiert er oder sie?

Ein paar Beispiele:

  • Als Coach für Change Management möchtest du natürlich gern in ein großes Magazin wie die “Wirtschaftswoche” –  das zahlt auf deine Kompetenz und deine Wahrnehmung als Experte ein.
  • Wenn du ein Café eröffnet hast, ist in erster Linie die Lokalpresse dein Freund – Tageszeitungen in Print und online, Stadtmagazine, Lokalradio oder -blogs. Aber vielleicht ist deine Gründungsgeschichte auch spannend für ein Frauenmagazin?
  • Du hast eine innovative App für Reisen vor der Haustür entwickelt? Das ist nicht nur für Reisesendungen in Radio und TV spannend, sondern zum Beispiel auch für touristische Fachmagazine.

In dieser Tabelle kannst du nachlesen, auf was du systematisch für dein Business deinen Schwerpunkt setzen solltest.

MEDIENTYPZIELGRUPPEEINFLUSSBEREICHBESONDERHEITEN
TV-Sender (regional, überregional)Breite ÖffentlichkeitRegional, ÜberregionalGroße Reichweite, ideal für schnelle News
RadioBreite ÖffentlichkeitRegional, Überregional, OnlineHintergrundmedium, erreicht viele beim Autofahren oder Arbeiten
ZeitungenBreite LeserschaftRegional, ÜberregionalIdeal für lokale und überregionale Nachrichten
ZeitschriftenThemenbasierte LesergruppenNational, ZielgruppenspezifischSpezialisierte Themen wie Lifestyle, Mode oder Technik
FachmagazineSpezifische BranchenexpertenBranchenbezogen, NationalSehr zielgerichtet, meist nur für Insider in bestimmten Branchen
VerbandszeitschriftenMitglieder eines VerbandesBranchenbezogen, NationalSehr zielgerichtet, meist nur für Insider in bestimmten Branchen
InfluencerJunge, digital affine ZielgruppenSocial Media, Global, OnlineSehr direkt und authentisch, beliebt bei jüngeren Zielgruppen
BloggerNischenpublikum, themenspezifischGlobal, OnlineFokussiert auf spezielle Interessen, oft hohe Leserbindung
PodcastDigitale Zielgruppen, junge HörerNational, International, Onlineideal für tiefgehende Gespräche und Fachthemen
Online-TV-Formate (z.B. Funk)Junge Zielgruppen, Digital NativesNational, International, OnlineInnovativ, nah an digitalen Trends und dem Zeitgeist
Online-MagazineStartUps, Unternehmer, InnovatorenBranchenbezogen, GlobalSchnelle und interaktive Inhalte, ideal für spezialisierte Branchen
Übersicht: Welche Medien erreichen welche Zielgruppen?

Medien recherchieren

Einen Presseverteiler aufbauen bedeutet zunächst: Die richtigen Medien finden und relevante Kontakte zusammentragen. Hier kannst du recherchieren: 

Zeitungen

  • BDZV – sämtliche deutsche Tageszeitungen nach Branche und Kreis

Zeitschriften

  • readly.com – 7.500 deutsche und internationale Magazine, print & digital
  • unitedkiosk.de – 5.000 deutsche und internationale Magazine, print & digital
  • Fachzeitungen.de – Überblick über Fachmagazine

Radio

  • Radioplayer.de – Liste aller Radiosender in Deutschland nach Namen

Influencer

Mediennutzung nach Zielgruppe

Wenn du genauere Informationen über die Mediennutzung deiner Zielgruppe haben willst (also: welche Medien konsumieren sie, wann, wie lang, zu welchen Themen) helfen aktuelle Erhebungen wie die ARD-ZDF-Medienstudie oder der Reuters Digital News Report

Kauf dir ein, zwei oder auch drei Ausgaben der Publikationen, die für dich interessant sind. Online kannst du dir mittlerweile von so gut wie jedem Magazin und jeder Zeitung ein ePaper holen.

Schon im Inhaltsverzeichnis wirst du sehen, dass sich jede Publikation in „Ressorts“ unterteilt, also verschiedene Themengebiete. Bei Nachrichtenmedien sind das klassischerweise: Politik, Wirtschaft, Lokales, Kultur oder Sport.

In welches dieser Ressorts passt dein Thema am ehesten? Das ist die Frage, die du für jede Publikation beantworten solltest.

Auch wichtig: Medien haben wiederkehrende Formate. Also etwa: Das Drei-Fragen-drei-Antworten-Kurzinterview, das Unternehmerporträt, den aktuellen Streitpunkt. 

Journalisten lieben es, wenn du ein Thema genau auf ein solches Format zuschneidest!

Wo finde ich Kontakte zu Journalisten & Co?

Das kannst du tun: 

  • Schau ins Impressum – dort sind meist die Ressorts mit den zuständigen Redakteuren aufgelistet. Manchmal stehen dort die E-Mail-Adressen der Redakteure, bei Print-Redaktionen aber oft auch nicht.
  • Dann hilft das kostenlose Portal www.hunter.io. Wenn du weißt, wie sich die Mailadresse zusammensetzt (zum Beispiel: lieschen.mueller@lokalredaktion.de), kannst du dir leicht die Adresse deines Ansprechpartners erschließen.
  • Oder ruf kurz in der Redaktion an und frage bei der Redaktionsassistenz nach: Wer betreut das für dich interessante Ressort?
  • Vergiss auch die freien Journalisten nicht! Hier hilft die Seite des Berufsverbandes freier Journalisten: über eine Suchmaske werden dir Journalisten angezeigt, die sich mit bestimmten Themen beschäftigen. Höchstwahrscheinlich ist auch deines dabei.

⚡ Presseverteiler erstellen: Kostenlose Vorlage ⚡

Indem du dir gratis meine coole Google Sheets Vorlage herunterlädst! Das geht ganz einfach: Du meldest dich für meinen Newsletter an, und schon hast du Zugriff auf mein Presseverteiler-Planungtool. 

    Damit hast du nicht nur stets den Überblick über deine Pressekontakte, sondern du kannst auch verfolgen, was aus deinen Anfragen wird.

    Denn darin siehst du auf einen Blick…

    • Wann du einen Journalisten zuerst mit welchem Thema kontaktiert hast
    • Wann du nachfassen solltest – färbt sich automatisch rot, wenn fällig
    • Wann du Kontakte aktualisieren musst – färbt sich automatisch rot, wenn fällig
    • Welche Themen angekommen sind und welche nicht
    • Deine verschiedenen Kontakte für verschiedene Kanäle TV / Presse / Podcast etc. 

    So sieht das dann aus:

    Kostenlose Google Sheets Presseverteiler Vorlage

    Gut, oder? Spart dir jedenfalls eine Menge Zeit und Orga beim Presseverteiler erstellen. Bei Anmeldung zum Newsletter kriegst du die interaktive Google Sheets Tabelle (kannst du dann auch in Excel verwenden) gratis dazu.

      Presseverteiler kaufen vs. Presserverteiler aufbauen

      Damit eines mal klar ist: Ich bin ja sowas von gegen Massen-Presseverteiler!

      Damit meine ich große, kostenpflichtige Adresslisten, bei denen dir vorgegaukelt wird: „Hey, mit dieser Liste erreichst du 500/1000/1500 Journalisten. Du wirst ´ne Wahnsinns-Reichweite haben, ist das nicht großartig?“

      Nee, ist es nicht.

      Weil die 500/1000/1500 Journalisten auf diesen Adresslisten nämlich nicht nur von dir Post bekommen, sondern von hunderten anderen auch (die ebenfalls alle dafür bezahlt haben). 

      Journalisten erhalten dadurch oft Pressemitteilungen, die rein gar nichts mit dem zu tun haben, was sie suchen. Und sie sind schlicht und einfach: genervt.

      Deshalb endet eine Aussendung über derartige Verteiler oft so, als würde man in einen leeren Raum hineinrufen: Es kommt rein gar nichts zurück.

      Kann man einen Presseverteiler nicht noch einfacher aufbauen?

      Wenn’s so wäre, ich würde es dir sofort verraten. Aber ein bisschen Hirnschmalz braucht es eben nach wie vor. Das kann dir nicht mal eine KI abnehmen.

      Was dir allerdings super helfen kann: Schwarmintelligenz. Also das richtige Netzwerk.

      Zum Beispiel laden wir in unser Programm Presse Rockstars regelmäßig Journalisten ein, so dass du einen direkten Draht aufbauen kannst.

      Auch wenn sich unsere Teilnehmenden in den Kursen untereinander austauschen, geht es oft um wertvolle Kontakte, Adressen und Erfahrungen.

      Und: Wer bei einem Journalisten einmal einen Fuß in der Tür hat, wird auch nicht so leicht wieder nach draußen befördert. Hat eine Journalistin einmal gute Erfahrungen mit dir gemacht, stehen die Chancen gut, dass sie wieder auf dich zurückkommt. Oder dich an Kolleginnen weiterempfiehlt.

      Presseverteiler aktuell halten:

      Einen Presseverteiler aufzubauen ist Work in Progress: Das Fundament ist mit der Erstellung gelegt, jetzt darf dein Presseverteiler  wachsen und gedeihen.

      Denn, Achtung: Du solltest ihn regelmäßig überprüfen! 

      Redakteure wechseln, gehen in Elternzeit oder werden befördert – dann kann der Kontakt schnell „veraltet“ sein. Wenn du also alles richtig machen willst, solltest du deinen Verteiler mindestens einmal im Jahr updaten.

      Ach, und noch was: Ja, das alles ist Arbeit. Wenn du da was gegen hast, dann solltest du vermutlich

      a) Geld in eine PR-Agentur investieren (teuer)
      b) Geld in Anzeigen investieren (noch viel teurer)

      Vielleicht überlegst du dir das also noch mal und kommst irgendwann zu der Schlussfolgerung: Was umsonst ist, kann ruhig ein bisschen Mühe machen. Oder?

      (Pssst, mit unserer Hilfe wird’s auf jeden Fall einfacher! Wir bringen dich in Kontakt mit Redakteuren und helfen dir als Profis bei jedem Schritt in Richtung “in die Presse kommen”. Hol dir hier alle Infos zu unserem Programm “Presse Rockstars”

      Was kommt nach dem Presseverteiler?

      Glückwunsch, Bergfest: Dein Presseverteiler ist die halbe Miete. Die andere Hälfte geht so:

      • Finde den richtigen Kommunikationskanal zu deinen Wunsch-Journalisten: Anrufen, mailen, auf einem Branchenevent anquatschen…

      Keine Antwort bekommen? Lass dich nicht so schnell abwimmeln. Wenn keine Reaktion kommt, kann das viele Gründe haben (der Zeitpunkt, die Ansprechpartnerin, die aktuelle Redaktionsplanung). An deinem Thema muss es jedenfalls nicht unbedingt liegen.

      Ist mein Thema für die Presse geeignet

      Du willst erst mal nur wissen, ob du überhaupt Chancen bei Journalisten hättest?

      marike-frick-newsletter-profilbild

      Über die Autorin

      Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und hat unter anderem für DIE ZEIT, Brigitte, den mareverlag, Financial Times Deutschland und SPIEGEL ONLINE gearbeitet. Heute zeigt sie Gründern, Selbstständigen und Experten, wie sie mit ihrem Business, Buch oder Produkt in die Presse kommen. Außerdem schreibt sie über Content, Storytelling und Marketing mit Anstand. Sie lebt mittlerweile in Genf und leitet die im DACH-Raum tätige Words Matter GmbH.

      8 Gedanken zu „Presseverteiler aufbauen: 10 Hacks + 1 Vorlage, um auch wirklich “deine” Medien zu erreichen“

      1. Liebe Marike, herzlichen Dank für diesen Artikel und auch sonst, habe ich viel von Dir gelernt. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.

        Gruß von Elke aus Griechenland,
        einer glücklichen Aussteigerin, die sich als Hobbyautorin betätigt und zu den Themen Aussteigen, Auswandern unter Vorruhestand.blog zahlreiche Tipps gibt (sorry für den kleinen Werbeblock, aber vielleicht denkt irgendwer über einen Cut nach und dann kann ich mit meinen Erfahrungen weiterhelfen)

      2. I used http://www.zerobounce.net before, it’s great!
        ZeroBounce is the leading online email validation platform created to ensure companies avoid email bounces. This is accomplished by identifying invalid, abuse, spam-trap, and other hard bounce email addresses. We also provide a real-time API for email verification on your platform.

      3. Hallo,
        Sie geben sehr gute Tipps und ich surfe schon stundenlang in Ihrem "Kielwasser" das Sie im Internet hinterlassen haben rum. In einem Ihrer Videos auf Facebook sprechen Sie von einer Liste mit Magazinen. Leider habe ich den Link nicht verstanden. Können Sie mir den bitte angeben? Vielen Dank! Marco

      4. Pingback: TV-Auftritt bei RTL - wie gehts das? | wasjournalistenwollen

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