Es müssen nicht immer die großen Magazine sein, die jeder kennt. Einen Artikel in einer Fachzeitschrift zu veröffentlichen, kann für deine Pressearbeit sogar deutlich mehr Wumms bringen. Wenn du jetzt denkst: „Klingt gut, aber wie kommt man da rein?“ – bist du hier genau richtig.
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Eine der wichtigsten Grundregeln erfolgreicher Pressearbeit lautet: Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Leute zu erreichen. Sondern genau die richtigen.
Deshalb kann es sehr effektiv sein, wenn sich eine Fachzeitschrift für dich interessiert – und über dein Business berichtet.
Das gilt gerade dann, wenn du im B2B unterwegs bist, dich in einem wissenschaftlichen Bereich bewegst oder Entscheider auf dich aufmerksam machen willst.
Wir schauen uns jetzt Schritt für Schritt an, wie du die richtigen Fachmedien findest, dein Thema bei Journalisten unterbringst und einen Fachartikel schreibst, mit dem die Chancen auf eine Veröffentlichung richtig gut stehen.
Was ist eine Fachzeitschrift?
Eine Fachzeitschrift ist ein Magazin, das sich an ein kleines, spezielles Publikum richtet.
Fast jede Branche hat ihr eigenes Exemplar – und laut Deutscher Fachpresse gibt es allein in Deutschland rund 5.600 Fachzeitschriften.
Hier drei Beispiele für reichweitenstarke Magazine:
| Magazin | Zielgruppe | Themen |
|---|---|---|
| 🍞 Lebensmittel-Zeitung | Handel & Konsumgüterindustrie | Markt, Trends, Handel |
| 👩⚕️ Deutsches Ärzteblatt | Medizinische Berufe | Forschung, Pharmaindustrie, Gesundheitspolitik |
| 🚨 Feuerwehr-Magazin | Brandschutz & Rettungswesen | Löschtechnik, Einsätze, Ausrüstung |
Warum lohnt sich die Fachpresse für dich?
Unterm Strich sorgt eine Veröffentlichung in der Fachpresse dafür, dass dein Thema direkt bei den Menschen landet, die beruflich damit zu tun haben – und dass Journalistinnen regelmäßig auf dich stoßen.
Dazu kommt: Die Konkurrenz in Fachmedien ist meist deutlich kleiner als in großen Publikumsmedien.
Laut einer Studie der Deutschen Fachpresse lesen 85,5 % der Entscheider regelmäßig oder gelegentlich Fachmedien – und Branchenmagazine gehören damit zu ihren wichtigsten Informationsquellen.
In einem Fachmagazin kommt dein Thema also direkt bei den Leuten auf den Schirm, die wirklich etwas entscheiden können.
Stell dir vor, du hast gerade ein Designhotel eröffnet. Erscheinst du in einem Tourismus-Fachmagazin als Best-practice-Beispiel, erreichst du vielleicht den Manager einer Hotelgruppe, der neue Mitglieder sucht, die Reisebüromitarbeiterin mit anspruchsvollen Kundinnen – oder die Marketing-Leiterin einer Airline, die dein Haus als Reisetipp aufnimmt.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wir zeigen dir in 6 Schritten, wie du vom ersten Recherchieren bis zur fertigen Veröffentlichung vorgehst – und wie du daraus eine dauerhafte Präsenz in der Fachpresse machst.
Branchenportale, Verbände und Verzeichnisse durchsuchen. Themen, Sprache und Zielgruppe des Magazins genau studieren.
Nicht jeder Beitrag muss ein klassischer Artikel sein. Das Format sollte zum Inhalt und zur Redaktion passen.
Aktuelle Trends einordnen, Zahlen und Studien einbinden, echte Erfahrungen aus der Praxis erzählen.
Direkt auf den Punkt, kurze Vorstellung der eigenen Expertise. Werbebotschaften komplett vermeiden.
Erst nach dem „Okay“ schreiben. Fachlich fundiert, klare Struktur, echter Mehrwert – kein Marketing.
Zuverlässigkeit zahlt sich aus. Gute Beiträge führen zu weiteren Aufträgen, Interviews und im besten Fall einer eigenen Kolumne.
Schritt 1: Passende Fachzeitschriften finden
Bevor du einen Fachartikel schreiben und anbieten kannst, musst du die richtigen Fachzeitschriften recherchieren.
Jede Redaktion hat ihre eigenen Themen, Zielgruppen und Schwerpunkte. Passt dein Thema nicht dazu, macht deine Mail zisch – und landet direkt im Papierkorb.
Gute Startpunkte sind Branchenportale, Websites aus deinem Fachgebiet, Empfehlungen von Kollegen und Verbänden sowie Fachmedien-Verzeichnisse.
Hier die wichtigsten:
Hast du ein passendes Branchenmagazin gefunden, schau dir ihre Website an und lies aktuelle Artikel.
- Welche Themen laufen dort?
- Wie schreiben sie?
- Würde dein Thema da überhaupt reinpassen?
Daraus baust du deine Liste der Redaktionen, die du später anschreibst.
Schritt 2: Das richtige Format wählen
Viele denken bei „Fachzeitschrift“ an einen klassischen Artikel. Kann sein. Muss aber nicht. Fachmedien arbeiten mit ganz unterschiedlichen Formaten – je nachdem, was du zu erzählen hast, passt das eine besser als das andere:
Expertenbeitrag mit Mehrwert. Kein versteckter Werbetext, sondern echtes Wissen aus der Praxis.
Redaktion fragt, du antwortest. Trends einordnen, Fehler eingestehen, Lösungen teilen.
Problem, Lösung, Ergebnis. Andere Leser nehmen direkt etwas für ihre eigene Arbeit mit.
Regelmäßige, kurze Beiträge zur eigenen Haltung oder zu aktuellen Themen aus der Branche.
Schritt 3: Ein Thema entwickeln, das Fachredaktionen interessiert
Damit dein Artikel in einer Fachzeitschrift landet, braucht es im Grunde drei Zutaten: ein gutes Thema, starke Inhalte und eine Geschichte, die man gerne weitererzählt.
Fachredaktionen mögen Themen, die aktuell sind und eine Perspektive haben – also nicht einfach beschreiben, was passiert, sondern einordnen.
Gut funktionieren Fragen wie:
- Was bedeutet eine neue Entwicklung für die Branche?
- Wo geht ein Trend hin?
- Was sind deine Erfahrungen mit einer Frage, die gerade alle umtreibt?
In Fachmedien darf es dabei ruhig zahlenlastiger sein als in der Publikumspresse.
Neue Studien, eigene Forschungsergebnisse, aktuelle Branchenstatistiken – genau solche Inhalte sind hier das wirklich Interessante.
Und: Beiträge funktionieren besonders gut, wenn sie echte Erfahrungen aus der Praxis enthalten. Eine Situation aus dem Arbeitsalltag, ein Aha-Moment in einem Projekt, ein Wendepunkt – das bleibt hängen.
Du verkaufst Bausätze für Modelleisenbahnen und bietest einem Liebhaber-Magazin einen Fachtext über neue digitale Steuerungssysteme an. Gut möglich, dass die Redaktion antwortet: „Hurra, jemanden mit dieser Expertise haben wir schon lange gesucht.“
Schritt 4: Die Redaktion anschreiben – so geht’s richtig
Nachdem du eine passende Fachzeitschrift gefunden und ein Format im Kopf hast, schreibst du der Redaktion.
Dabei kommt es auf wenige, aber entscheidende Dinge an – vor allem darauf, was du tust und was du unbedingt lässt:
- 📌Direkt zum Punkt kommen – klar im ersten Satz
- 🧑💼Kurze, präzise Vorstellung der eigenen Expertise
- 📈Zahlen, Studien und eigene Messergebnisse
- 💡Konkrete Themenidee mit erkennbarem Mehrwert
- ⏱️Pünktlichkeit und Verlässlichkeit
- 🚫Werbetexte im Fachartikel-Kostüm
- 🚫Vage Formulierungen wie „könnte vielleicht interessant sein …“
- 🚫Unaufgefordertes Einsenden fertiger Artikel
- 🚫Produktvorstellungen statt Expertise
- 🚫Schachtelsätze und Behördendeutsch
Kurz gesagt: Journalisten suchen Wissen und Erfahrung – keine Werbebotschaften. Wer klar kommuniziert, wer er ist und was er zu sagen hat, hat die größten Chancen.
Schritt 5: Den Artikel liefern – so, dass er gedruckt wird
Schon klar: Wenn du einen Artikel lieferst, willst du natürlich auch, dass er am Ende wirklich erscheint. Damit das klappt, ist eine Sache besonders wichtig: Warte immer erst das „Okay“ der Redaktion ab, bevor du losschreibst. Sprich erst die Eckpunkte ab – dann leg los.
Am Ende stellen sich Redaktionen immer eine einfache Frage: Hat dieser Beitrag echten Nutzen für unsere Leser?
Deshalb schaut die Fachpresse vor allem auf:
- Fachlich fundierte Inhalte – zeig, dass du dich wirklich auskennst
- Klare Struktur – ein roter Faden hilft Lesern und Redakteuren
- Mehrwert für die Leser – praktische Tipps, Einordnungen, Praxiserfahrungen
- Keine Werbung – Fachartikel sind kein Ort für Produktvorstellungen
- Gute Lesbarkeit – klare Sätze statt endloser Schachtelsätze
In vielen Fachredaktionen sitzen kleine Teams, die regelmäßig ein Magazin füllen müssen. Wenn ein Artikel fachlich passt, gut geschrieben ist und sich ohne großen Umbau einsetzen lässt, denken viele Redaktionen vor allem eins: „Perfekt. Nehmen wir.“
Schritt 6: Folgechancen nutzen
Redaktionen arbeiten gern mit Leuten zusammen, bei denen sie schon wissen: Der Artikel ist gut, kommt pünktlich und die Leser können damit was anfangen.
Wenn das bei deinem Beitrag der Fall war, merkt sich die Redaktion deinen Namen – und meldet sich vielleicht wieder.
Vielleicht für einen weiteren Fachbeitrag. Vielleicht für eine Einschätzung zu einem aktuellen Thema. Und manchmal entwickelt sich daraus sogar eine regelmäßige Kolumne. Auch keine schlechte Variante – oder? 😊
Häufige Fragen:
Was ist überhaupt eine Fachzeitschrift – und unterscheidet sie sich von einem normalen Magazin?
Eine Fachzeitschrift richtet sich an ein kleines, spezielles Publikum. Keine breite Masse, sondern genau die richtigen Leute – zum Beispiel Mediziner, Händler oder Brandschutzexperten.
Lohnt sich ein Artikel in einer Fachzeitschrift – oder liest niemand?
Laut Deutscher Fachpresse lesen 85,5 % der Entscheider regelmäßig Fachmedien. Dein Thema landet also direkt bei denen, die wirklich etwas entscheiden können.
Wie finde ich die richtigen Fachzeitschriften für mein Thema?
Schau in Verzeichnisse wie United Kiosk, Fachzeitungen.de oder Planbasix. Und dann: aktuelle Artikel lesen und prüfen, ob dein Thema dort wirklich reinpasst.
Muss ich einer Fachzeitschrift immer einen Fachartikel anbieten um veröffentlicht zu werden?
Nein. Fachartikel, Interview, Case Study, Kolumne – welches Format passt, hängt davon ab, was du zu erzählen hast.
Wie entwickle ich ein Thema, das eine Fachredaktion interessiert?
Nicht beschreiben, was passiert – sondern einordnen. Aktuelle Zahlen, eigene Forschung oder eine echte Geschichte aus der Praxis: Das bleibt hängen.
Darf ich einer Redaktion einfach einen fertigen Artikel einschicken?
Besser nicht. Erst pitchen, Interesse abwarten – dann schreiben.
Was will eine Fachredaktion auf keinen Fall sehen?
Werbung. Journalisten suchen Expertise, keine Produktvorstellungen.
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