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Pressemitteilung schreiben: In 6 Schritten zum genialen Text

✏️ Zuletzt aktualisiert: 3. September 2026

Wer „Pressemitteilung schreiben“ googelt, findet viele Tipps. Doch die meisten davon kann man sich getrost sparen. Als Journalistin kann ich dir sagen, was meine Kollegen wirklich begeistert und wie du in 6 Schritten eine genial gute Pressemitteilung schreiben kannst.

Die Wahrheit ist: Pressemitteilungen veröffentlichen, das tun alle. Und deshalb sortieren Journalisten rigoros und unerbittlich aus.

Wann lohnt es sich also, Hirnschmalz in einen Text zu stecken und wann gibt es eine bessere Alternative? (Spoiler: Es geht auch direkter!)

Vorweg noch etwas Wichtiges: Wenn Journalisten Pressetexte verwenden, dann bestenfalls als Informationsgrundlage. Das sagt übrigens auch Poynter: Pressemitteilungen sind ein Ausgangspunkt, den Journalisten dann mit eigener Recherche, Kontext und kritischer Einordnung ergänzen (weil PR-Texte ja häufig werblich gefärbt sind – wissen wir alle).

Verabschiede dich also gleich von der Idee, irgendwer würde deine Sätze eins zu eins übernehmen. Not gonna happen. Allenfalls bei einem Veranstaltungshinweis.

Wenn du dich jetzt fragst: Ist eine Pressemitteilung schreiben dann nicht total sinnlos?, dann habe ich hier die Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

Sollte einer dieser Punkte auf dich zutreffen: Klasse! Wenn nein, lies hier weiter.

Eine Pressemitteilung schreiben kann sinnvoll sein bei:
  • einem wirklich völlig neuartigen Produkt / neuartiger Dienst­leistung
  • Produkten, die ein wichtiges Problem für viele Menschen lösen
  • sehr schrägen/ungewöhnlichen Produkten und Dienst­leistungen
  • einem aktuell heiß debattierten Thema, bei dem du etwas Wichtiges beitragen kannst
  • lokalen Events (für Regional­medien)

Schritt 1: Finde heraus, was spannend ist

Beim Pressemitteilung schreiben ist das wichtigste Element: Spannung. Die ersten Sätze müssen knallen.

Denn wenn sie das nicht tun, wird der Journalist nicht weiterlesen, egal, wie viel Mühe du dir gegeben hast.

Das ist übrigens kein Bauchgefühl von mir: Redaktionen bekommen täglich dutzende bis hunderte Pressemitteilungen rein. Und laut Cision State of the Media Studie öffnen Journalisten nur einen Bruchteil davon überhaupt. Der erste Satz entscheidet.

Frage dich deshalb vorab:

  • Was ist sehr ungewöhnlich oder richtig, richtig neu an dem, was du vermelden willst?
  • Kannst du einen Superlativ vermelden? (Superlative gehören zu den Signalwörtern, die Journalisten aufhorchen lassen)
  • Wird ein Problem gelöst, das viele Menschen betrifft?

Dazu eine kleine Gedankenübung:

Stell dir mal vor, du stündest an einer Straßenecke und müsstest Flyer unter die Leute bringen. Was müsstest du rufen, damit jemand kurz stehenbleibt und deinen Flyer entgegennimmt?

Was Spannung erzeugt und was nicht:

Das klingt dröge

„In diesem Hundehotel fühlen sich Vierbeiner richtig wohl, und Herrchen und Frauchen könnten beruhigt in den Urlaub fahren. Insbe­sondere wird hier auf gesunde Ernährung geachtet (auch vegane Kost möglich).“

Das hier weckt Neugier

„In Neuhausen hat das erste vegane Hundehotel Deutsch­lands eröffnet!“

Bei der zweiten Variante würdest du bestimmt ein paar neugierige Blicke ernten: Ein VEGANES Hundehotel? Der ein oder andere würde deinen Flyer sicher annehmen.

Diese Fragen helfen dir, spannend zu formulieren:

  • Was ruft bei anderen Erstaunen hervor, denen du zum ersten Mal von deiner Dienstleistung oder deinem Produkt erzählst?
  • Bei welchen Details bekommen Menschen große Augen und sagen: „Was? Echt?“

Und wenn du jetzt sagst: Aber Journalisten haben doch einen ganz anderen Blick auf Themen, dann antworte ich dir: Nee.

In erster Linie sind die auch nur Menschen. Und von denselben Dingen angefixt wie Hans und Franz. Wie du und ich.

💡

Was bei deiner besten Freundin funktioniert, funktioniert auch bei der Presse­arbeit!

Das finden Journalisten langweilig: Die meisten Menschen, die eine Pressemitteilung veröffentlichen, schreiben da nämlich Sachen rein, die aus Sicht von Journalisten eben eher langweilig sind.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • der neue Laden, den sie eröffnen
  • der neue Geschäftsführer, den sie einstellen werden
  • die bahnbrechende (Coaching-)Methode, die sie entwickelt haben

Versteh das bitte nicht falsch: Klar sind diese Themen für dich wichtig und natürlich überhaupt nicht langweilig.

Aber aus Journalistensicht sieht das anders aus. Denn:

Das torpediert dich Das kommt an

Läden öffnen und schließen jeden Monat. Wen interessiert’s?

Bist du die jüngste Ladenbesitzerin der Stadt? Dann ist das für den Lokaljournalisten viel spannender als die Nachricht, dass es den Laden jetzt gibt oder warum du ihn eröffnet hast.

Eine Personalie interessiert allenfalls, wenn es um ein richtig großes und bekanntes Unternehmen geht. Und selbst dann… naja.

Hat die neue Person im Unternehmen einen besonders interessanten Background? Ist sie zum Beispiel erst vor fünf Jahren ins Land gekommen und sprach damals kein Wort deutsch? Journalisten lieben Aufsteiger- und Heldengeschichten!

Leider gibt es hunderte andere Coaches, die ihre Methode auch einzigartig und neu finden. Für Journalisten klingt das erstmal alles sehr sehr ähnlich…

Wenn du eine Coaching­methode entwickelt hast, dann schau, ob du daraus den EINEN supernützlichen Tipp generieren kannst. Den einen Hack, den sonst vielleicht keiner kennt, für ein alltägliches Problem, das viele haben.

Die Pressemitteilung-Falle für Coaches: Warum generische Methoden-Ankündigungen Journalisten langweilen

Falls du Coach bist, hier noch ein wichtiger Punkt, bevor wir weitergehen. Du kennst das wahrscheinlich: Du hast eine neue Coaching-Methode entwickelt, ein neues Programm gelauncht, oder eine innovative Herangehensweise. Dein erster Gedanke ist dann oft: „Das ist einzigartig! Das muss ich den Journalisten erzählen!“ Hier ist die unbequeme Wahrheit: Für Journalisten klingt das nach hunderten anderen Coaches mit hunderten anderen Methoden.

Laut dem Muck Rack State of Journalism Report 2024 erhalten Journalisten täglich Dutzende solcher generischen Pitches – und 53 % der befragten Journalisten gaben an, dass irrelevante Pitches ihr größtes Ärgernis sind.

Das schreiben die meisten Coaches
  • „Ich habe eine revolutionäre Coaching-Methode entwickelt, die Menschen in 12 Wochen zu ihrem Traumjob verhilft“

    → Journalisten haben diesen Satz diese Woche schon 20 Mal gelesen. Das ist keine Information für sie.

  • „Mein neues Online-Kurs-Programm startet am 1. September“

    → Neue Programme starten jeden Tag. Das ist für Journalisten nicht newsworthy.

  • „Bei meinen Klienten sehen wir durchschnittlich 40 % mehr Selbst­vertrauen nach dem Coaching“

    → Noch so eine Statistik ohne Kontext. Journalisten können das nicht überprüfen und es interessiert ihre Leser nicht, weil es zu abstrakt ist.

Das funktioniert stattdessen
  • „Sandra war 8 Jahre arbeitslos und galt als nicht vermittelbar. Mit meinem Coaching hat sie sich selbstständig gemacht – und verdient jetzt mehr als in ihrem ursprünglichen Job“

    → Das ist eine echte Geschichte. Journalisten lieben Aufsteiger­geschichten. Und Leser auch. Studien zeigen, dass narrative Inhalte die Aufmerksamkeit nachweislich stärker binden als abstrakte Informationen.

  • „Warum KI-generierte Lebensläufe seltener zu Vorstellungsgesprächen führen – und welche drei Formulierungen Algorithmen sofort aussortieren.“

    → Ein Journalist erkennt sofort den Widerspruch (KI soll helfen, schadet aber) und die Schlagzeile ist bereits fertig geschrieben. Kein Erklärbedarf, keine Rückfrage nötig.

  • „Acht Jahre auf die Teamleitung hingearbeitet. Dreimal ging sie an jemand anderen. Beim vierten Mal habe ich nicht mehr gewartet – ich habe gekündigt und mir das Angebot bei der Konkurrenz geholt.“

    → Das ist eine Geschichte mit Zahlen-Rhythmus und klarem Wendepunkt – genau das Format, in dem Wirtschaftsressorts Erfahrungsberichte bringen. Kein „ich helfe Menschen dabei“ nötig, die Handlung trägt die Botschaft.

Der Trick für dich als Coach: Suche nicht die „Einzigartigkeit deiner Methode“. Suche stattdessen das einzige konkrete Problem, das viele haben – und das nur du auf diese spezifische Weise löst.

Das ist der Aufhänger für deine Pressemitteilung. Weiter geht’s mit Schritt 2:

Schritt 2: Erzähl das Beste zuerst

Von wegen „save the best for last“: Wenn du etwas gefunden hast, das aufhorchen lässt, musst du das unbedingt in den ersten Satz deiner Pressemitteilung schreiben.

📌

Wenn du dir von dieser Anleitung nur einen einzigen Punkt merken kannst, dann diesen: Der Aufbau einer Pressemitteilung beginnt mit dem spannendsten Fakt.

Journalistinnen und Journalisten nennen dieses Prinzip die „umgekehrte Pyramide“: Die wichtigste Information kommt zuerst, Hintergrund und Details folgen. Das ist übrigens nichts, was ich mir ausgedacht habe – das Nieman Lab und Journalismuslehrbücher wie das Reuters Handbook of Journalism beschreiben diese Struktur seit Jahrzehnten als DEN Standard für Nachrichtentexte.

Ein guter Einstieg, ein schlechter Einstieg:

Das klingt dröge

„Kennen Sie das? Schon ist es wieder Dezember, und Sie haben noch kein einziges Geschenk gekauft. Geschweige denn eine Idee. [Tollernamederwebseite] löst dieses Problem für Sie.“

Das hier weckt Neugier

„Sofort das passende Geschenk finden: [Tollernamederwebseite] analysiert innerhalb von Sekunden die Suchbegriffe, die eine Person in den letzten zwei Monaten gegoogelt hat, und erstellt Ihnen daraus eine Liste mit Geschenk-Vorschlägen für diese Person. So kaufen Last-minute-Geschenke­sucher nie wieder das Falsche.“

Diese ersten Sätze kommen sofort auf den Punkt und erzählen von etwas, das wirklich neu ist.

📣

Wenn du über etwas schreiben willst, das du für neu hältst, überprüfe, wie revolutionär dein Angebot wirklich ist!

Viel zu viele Pressemitteilungen präsentieren kleinste Details als „Revolution“. Ein schönes Beispiel aus meinem Blogpost „Diese Pressemitteilungen kommen direkt aus der Hölle“: „Auch optisch begeistern die bunt geswirlten Fruchtgummis als echter Hingucker auf dem Tisch“.

Nein: Das ist einfach nicht DIE spannende Neuigkeit! Wenn du dazu unbedingt eine Pressemitteilung schreiben willst, such dir einen anderen, besseren Dreh.

Es kann Sinn ergeben, Pressemitteilungen nach Baukastenprinzip zu schreiben: Die Kern-Message ist überall dieselbe, aber Einstieg und Schwerpunkt je nach Ressort unterschiedlich gewählt.

Beispiel: Gleiche Kern-Message, Schwerpunkt je nach Ressort

Ein Beispiel: Du bist Konzertveranstalterin und hast zur Finanzierung einer neuen Reihe ein Crowdfunding gestartet.

RessortMöglicher Schwerpunkt
KulturressortStory über deinen Top-Act
WirtschaftsressortDein ungewöhnliches Finanzierungsmodell
LokalredaktionWarum machst DU das? Was treibt dich als „eine von hier“ an?

Schritt 3: Beginne mit den W-Fragen

Die W-Fragen gelten als journalistischer Grundstandard – darüber sind sich auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und der Presserat einig. Daran kannst auch du dich orientieren.

Diese Fragen soll deine Pressemitteilung beantworten:

  • Was ist dein Produkt / Firma / Person / Veranstaltung / Publikation?
  • Welches Problem wird gelöst?
  • Wie?
  • Für wen?
  • Warum ist die Information gerade jetzt interessant?

Wenn es einen aktuellen Anlass gibt: Super, nenne ihn jetzt! In meinem Content- und PR-Kalender findest du übrigens 620 Stich- und Aktionstage, die genau so einen aktuellen Anlass bieten können.

Schritt 4: Kombiniere die Fakten mit einer Story

Kannst du zu deinem Angebot irgendeine Geschichte von Menschen erzählen?

Diese Frage wundert dich vielleicht, schließlich willst du ein Produkt verkaufen, keine Schicksalsgeschichten.

Aber, wie ich schon sagte: Menschen interessieren sich für Menschen, sowohl Journalisten als auch Leserinnen.

Auch hier gibt’s übrigens Zahlen dazu: Die Studie von Paul Zak an der Claremont Graduate University zeigt, dass Geschichten die Ausschüttung von Oxytocin fördern. Deshalb bleiben Informationen bis zu 22-mal besser im Gedächtnis als reine Fakten.

Idealerweise verbindest du also beides miteinander. Und nutzt die menschlichen Geschichten quasi als U-Boot für deine Message.

SituationMit menschlicher Geschichte kombiniert
Du bist die jüngste Ladenbesitzerin der StadtHast du viel von deiner Vorgängerin gelernt, die ihn dir verkauft hat? Könnt ihr gemeinsam etwas zum Thema Generationswechsel erzählen?
Neue Person im Unternehmen ist vor fünf Jahren aus Syrien nach Deutschland geflüchtet, sprach kein Wort DeutschWas fällt ihr in Deutschland besonders auf, was hat sie über die Kultur gelernt, was hat ihr in der schweren Anfangszeit Mut gemacht?
Du bist der Mann mit der neuen CoachingmethodeBist du beispielsweise ins Karriere-Coaching für Ü50-Jährige gegangen, weil du als Headhunter mit vielen Menschen in dieser Altersgruppe zu tun hattest und genau weißt, welche Fehler sie bei Bewerbungen machen?

Wenn du mehrere Geschichten anbieten kannst (etwa, weil ihr ein größeres Unternehmen seid), dann nutze Aufzählungszeichen und liste ein paar solcher Storys auf.

Oder nimm eine einzige Geschichte und packe in die „Bullet Points“, was passiert ist.

So bekommen Journalisten einen Eindruck davon, welche Story es im Interview zu erzählen gäbe.

Hier gehe ich detaillierter darauf ein, wie du aus deinem Angebot eine Geschichte entwickelst:

Schritt 5: Finde die richtigen Worte, und mach es so einfach wie möglich

Texte deine Pressemitteilungen so, wie du auch mit einem netten Kollegen sprechen würdest: nahbar, unkompliziert, persönlich, trotzdem seriös. Wie das geht?

So schreibst du nahbar und klar
  • Nutze Alltagssprache, die jeder Journalist versteht.
  • Verwende möglichst wenig Substantive auf -ung, -heit und -keit, also z. B. Bebauung, Verträglichkeit, Verschwiegenheit, Nachhaltigkeits­orientierung, etc. Gehäuft machen sie einen Text anstrengend zu lesen.
  • Formuliere kurze Sätze, das Gehirn will schnell verstehen und verarbeiten!
  • Mache viele Absätze, so dass Journalisten die Pressemitteilung auch mal kurz überfliegen können.

Auch Verständlichkeitsforscher wie Wolf Schneider sagen: Kurze Sätze (idealerweise unter 20 Wörtern) und aktive Verben erhöhen die Lesbarkeit deutlich. Das Hamburger Verständlichkeitsmodell gilt da seit den 1970er-Jahren als wissenschaftliche Grundlage.

Gar nicht so leicht? 13 einfache Schreibtipps von Journalisten habe ich hier für dich zusammengestellt.

Schritt 6: Vergiss das Kleingedruckte nicht

Zum Abschluss braucht es ein paar Formalien, damit aus deinem Text eine richtig gute Pressemitteilung wird. Das solltest du formell beachten:

Diese Infos zum Schluss einfügen
  • kurz halten, nicht mehr als eine A4-Seite
  • Kontaktdaten angeben inkl. Handynummer
  • geht es um ein Buch: Verlag, Seitenzahl, Preisangabe nennen
  • bei Veranstaltungen: Ort und Uhrzeit angeben
  • Du hast eine Webseite, auf der Journalisten weitere Informationen finden? Super, verweise darauf! Das hilft dir auch, dich im Text knackig kurz zu fassen.

Du willst dir was abschauen bei Leuten, die das mit dem Schreiben schon ziemlich gut können?

Bitteschön: In meinem Artikel „Beispiel Pressemitteilung“ findest du nicht nur himmlisch gute Beispiele, sondern auch ein paar Abschreck-Texte aus der Hölle. Das hilft dir:

  • Laberfallen zu vermeiden
  • Fachsprech-Blabla zu erkennen
  • zu verstehen, welche Anlässe es gibt und wie man sie nicht verschenkt

Und last but not least stelle ich dir hier auch noch eine kostenlose Checkliste Pressearbeit zur Verfügung.

Versende deine Pressemitteilung an die richtigen Empfänger

Deine Pressemitteilung ist dann wichtig für Journalisten, wenn es um ein Thema geht, das er oder sie täglich bearbeitet.

Das heißt, du musst den richtigen Menschen erwischen. Du kannst nicht einfach zum Beispiel an redaktion@tagesspiegel.de schreiben! Denn dann

  • landet deine Pressemitteilung in einem riesengroßen Briefkasten
  • geht deine Nachricht in 100.000 anderen Zusendungen, Pressemitteilungen und Leserbriefen unter
  • schaut die Redaktionsassistenz vielleicht nur alle paar Tage mal drüber und löscht ungesehen
🎯

Deshalb musst du die eine Redakteurin in der Redaktion erreichen, die sich auch tatsächlich mit deinem Thema befasst.

Wie sehr sich das lohnt, zeigt auch die Muck Rack State of Journalism 2024: Journalistinnen und Journalisten geben dort an, dass sie personalisierte, thematisch passende Pitches deutlich häufiger öffnen und beantworten als Massen-Pressemitteilungen.

Checkliste: Das macht eine gute Pressemitteilung aus

Too long, nur drüber gescrollt? Dann merk dir auf jeden Fall diese Kernpunkte:

Die drei Kernpunkte
  • Überlege, was einzigartig oder besonders oder sehr aktuell ist an dem, was du mitzuteilen hast, und packe das an den Anfang der Pressemitteilung.
  • Finde den richtigen Journalisten und schreibe ihn oder sie persönlich an. Sage gleich am Anfang der Mitteilung oder Mail, warum das Thema für den Journalisten relevant ist.
  • Formuliere in Alltagssprache, in kurzen, verständlichen Sätzen und komm schnell auf den Punkt. Spare dir die Einleitung und lass stattdessen Geschichten anklingen. Und mach unbedingt regelmäßig Absätze!

Ohne Pressemitteilung in die Presse?

Das geht! Und zwar oft sogar viel besser.

Ganz zu Anfang habe ich dir ja schon erklärt, was das Problem mit Pressemitteilungen ist: Viele werden einfach nicht gelesen.

Und gerade wenn bestimmte Kriterien nicht auf dich zutreffen, also die Mischung aus Bekanntheit, Aktualität, Originalität, dann erst recht nicht.

Das heißt aber nicht, dass Pressearbeit für dich keinen Sinn ergibt! Im Gegenteil: Auch wenn du nicht der Coach mit der One-in-a-million-Methode bist, wenn du eine Dienstleistung anbietest, die auch andere im Köcher haben, einen Verein gegründet hast oder eine kleine, lokale Initiative, können Journalisten wichtige Unterstützer für dich sein.

Du musst es nur anders angehen: sehr viel direkter. Etwa, indem du mit deiner persönlichen Gründungs-Story ganz gezielt einzelne Journalisten kontaktierst. Oder dir ein cooles Gesprächs-Thema überlegst, mit dem du einen Podcast-Host von dir überzeugst.

Häufig gestellte Fragen: Pressemitteilung schreiben

Wie lang soll eine Pressemitteilung sein?

Idealerweise nicht länger als eine DIN-A4-Seite, was etwa 300 bis 500 Wörtern entspricht. Faustregel: Wenn du nicht sicher bist, ob eine Info wirklich relevant ist, lass sie weg. Auch Cision und die PR-Fachzeitschrift PR Report empfehlen kurze Formate, weil Journalisten Pressemitteilungen im Schnitt nur wenige Sekunden scannen.

Was muss unbedingt in einer Pressemitteilung drinstehen?

Beantworte die W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Ganz wichtig: Immer deine aktuellen Kontaktdaten für Rückfragen angeben.

Was sind typische Fehler beim Pressemitteilung schreiben?

Zu werblich, zu kompliziert, zu unübersichtlich, zu lange Einleitung. Schau dir dazu gern nochmal die abschreckenden Beispiele für Pressemitteilungen an. Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) mahnt außerdem an, dass Pressemitteilungen klar als PR-Kommunikation erkennbar sein müssen und nicht wie redaktionelle Beiträge getarnt werden dürfen.

Was muss ich beim versand von Pressemitteilungen beachten?

Verschick die Pressemitteilung per Mail, mit einem knackigen Betreff, der sofort reinzieht. Am besten, du fügst die Pressemitteilung sowohl direkt in den E-Mail-Text ein und schickst sie zusätzlich als Anhang.

Kann ich dieselbe Pressemitteilung an verschiedene Medien schicken?

Ja, aber es ist sinnvoll, den Text oder Aufbau einer Pressemitteilung dabei anzupassen. Fachmedien etwa brauchen sehr detaillierte Informationen, während lokale Medien eher ein Bezug zur eigenen Stadt oder Gemeinde interessiert.

Braucht eine Pressemitteilung Bilder?

Nicht zwingend, aber qualitativ hochwertige Bilder oder Infografiken können genauso in ein Thema reinziehen wie Text, genauso machen es Magazine und Zeitungen ja auch. Aber Vorsicht: Stell sicher, dass du die Nutzungsrechte dafür besitzt. Laut Muck Rack erhöhen Pressemitteilungen mit passendem Bildmaterial die Chance auf Veröffentlichung deutlich, weil Redaktionen selbst kaum noch Bildbudgets haben.

Sollte ich eine Pressemitteilung in der Ich- oder Wir-Form schreiben?

Pressemitteilungen werden in der dritten Person verfasst. Statt „Wir freuen uns…“ schreibst du „Das Unternehmen XY freut sich…“. Das wirkt professionell und neutral.

Dein erster Schritt in die Presse:

Hol dir eine professionelle Einschätzung,
welches Medien-Potenzial dein Business hat!

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Über die Autorin

Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und hat unter anderem für DIE ZEIT, Brigitte, den mareverlag, Financial Times Deutschland und SPIEGEL ONLINE gearbeitet. Heute zeigt sie Gründern, Selbstständigen und Experten, wie sie mit ihrem Business, Buch oder Produkt in die Presse kommen. Außerdem schreibt sie über Content, Storytelling und Marketing mit Anstand. Sie lebt mittlerweile in Genf und leitet die im DACH-Raum tätige Words matter SARL.

26 Kommentare zu „Pressemitteilung schreiben: In 6 Schritten zum genialen Text“

  1. Danke für diesen Beitrag. Wie ist das, wenn man eine maßgeschneiderte Geschichte der Redaktion anbietet. Fühlen die sich dann nicht "bevormundet". Freuen sie sich drauf, dass sie eine tolle Geschichte haben? Oder ändern die Redaktionen die Texte noch ab? Ich möchte das eigentlich machen, habe aber keine Ahnung, ob das gewünscht ist. Danke für die Antwort
    Sylvia

    1. Entschuldige Sylvia, ich habe ja noch gar nicht auf diesen Beitrag geantwortet… Ich plädiere dafür, nie fertige Texte anzubieten, sondern nur Themenvorschläge. Dadurch fühlen sich Redaktionen nicht bevormundet. Alles Gute!

  2. Knapp und treffend! Als pensionierte Lehrerin besteht mein Hauptfehler beim Schreiben darin, den Adressaten mit viel zu vielen Fakten überzeugen zu wollen. – Funktioniert nicht!

  3. Pingback: TV-Auftritt bei RTL - wie gehts das? | wasjournalistenwollen

  4. Pingback: Presse für dein Produkt - so gehts | wasjournalistenwollen

  5. Pingback: Was macht eine pressemitteilung aus? - Solumodde

  6. S.O.S
    Sparen ohne Verzichten – wie’s funktioniert – weiß ich. Steht in meknem ersten Buch „Spar dich glücklich“ von Sylvia Sima.
    Eine Pressemitteilung für d eutsche Medien schreiben die „einschlägt“. Keine Ahnung wie das geht! Leute ich brauch euch! Deshalb bitte dringend um
    Kontaktaufnahme.

    Beste Grüße Sylvia

    1. Hallo Sylvia,
      ich empfehle dir mit meinem 10-Tage-Training zu starten. Jeden Tag erhältst du 2 Tipps in deinen Posteingang, die dir helfen, der Presse ein gutes Angebot zu machen: https://www.wasjournalistenwollen.de/training

      Wenn du deine Pressearbeit mit der Hilfe von Journalistinnen angehen willst – vom bloßen Pressemitteilung schreiben raten wir ab! – dann kannst du dich hier für die Presse Rockstars bewerben: https://presse-rockstars.de/bewerben Dort arbeiten wir mit dir Themenvorschläge, Betreffzeilen, E-Mails an Journalisten usw. aus, die dich in die Presse bringen können. Das ist für Selbstständige meist viel viel ertragreicher als Pressemitteilungen.

      Viele Grüße,
      Marike

  7. Liebe Sylvia,

    vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich verfasse gerade eine Pressemitteilung für unseren Behindertenfahrdienst in München und dabei haben mir Deine Tipps und Hinweise wertvolle Inspirationen geliefert!

    Viele Grüße aus München

    Philipp

  8. Es ist klar, dass das Verfassen einer Pressemitteilung eine Kunst für sich ist, bei der jedes Wort zählt. Sie haben einige wichtige Punkte hervorgehoben, wie die Bedeutung von spannenden Geschichten und emotional ansprechenden Zitaten. Diese Elemente können tatsächlich den Unterschied ausmachen zwischen einer beachteten und einer ignorierten Mitteilung.

    In Anbetracht Ihrer Erfahrung, wie oft sollten kleien Unternehmen oder Freiberufler Ihre Pressemitteilungen aktualisieren oder überarbeiten, um mit den sich ständig ändernden Medienlandschaften Schritt zu halten? Welche Rolle spielt dabei das Feedback von Journalisten?

    1. Hallo Klaus,
      wie ich am Anfang des Artikels erkläre: Meiner Erfahrung nach kommen kleine Unternehmen oder Freiberufler mit Pressemitteilungen gar nicht sehr weit. Gesprächsangebote sind für sie der bessere Weg mit besseren Ergebnissen. Und diese Angebote mach man immer wieder neu. Einen sehr ausführlichen Artikel dazu findest du u.a. hier: https://www.wasjournalistenwollen.de/blog/pressearbeit/pressearbeit-fuer-selbststaendige/

      Viele Grüße,
      Marike

  9. Hallo Marike,

    herzlichen Dank für diesen ausführlichen Beitrag. Vieles bedenkt man als „Presseneuling“ natürlich erst einmal überhaupt nicht. Da ist es dann schnell egal, was für eine tolle Geschichte man hat. Wenn sie in einem Postfach verschwindet, ist sie eigentlich nicht existent für die Medien. 😅

    Sportliche Grüße

    Schorsch

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